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Klimafilme im Netz: Und? Wer zahlt die Rechnung?

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Der Klimawandelstopper: Schöne Idee, völlig nutzlos in der Anwendung

29. Juli 2010

Einfach den Schalter umlegen, einige Sekunden warten – und schon ist der Klimawandel gestoppt. Ein kleines, handliches Gerät macht’s möglich. Es gibt da nur ein Problem ... Die Klimakatastrophe ist das Thema vieler Videos im Internet. Und mitunter sind sie wirklich sehenswert. Von Tanja Beeskow

Auf eine der schönsten Arten dokumentiert der Naturfilm Home den aktuellen Zustand unserer Erde: Ausschließlich in Luftaufnahmen offenbart dieser einzigartige Blick auf den Planeten und seine Schönheit, aber auch seine Verletzlichkeit. Die atemberaubende Bilderwelt von Fotograf Yann Arthus-Bertrand zeigt, was sich zu schützen lohnt und appelliert auf emotionale Weise an unsere eigene Verantwortung.


Dieser Artikel ist einer von vielen Berichten, Interviews und Blogs auf dem Portal Kultur und Klima des Goethe-Instituts Taipeh – zu finden unter www.goethe.de/minusplusco2.

Die Botschaft ist deutlich: Wenn die Menschen der Industriestaaten ihre Konsumgewohnheiten nicht ändern und die Ausbeutung des Planeten weiter voranschreitet, bleiben nur noch wenige Jahre, um die Erde so zu erhalten, wie wir sie jetzt erleben. Noch kann durch ein Umdenken und den Einsatz von umweltschonenden Technologien der Prozess der Umweltzerstörung aufgehalten werden.

Home feierte als erster Film zeitgleich im Kino und auf Youtube Premiere, um ein möglichst großes Publikum zu erreichen. Mit fast 1,5 Millionen Internet-Zuschauern und dem Kinopublikum dürfte das Ziel erreicht worden sein.

Kurzfilme erklären Kompliziertes einfach

Die komplexen Zusammenhänge zwischen dem Wirken der Menschen und der Klimaveränderung erklärt der Kurzfilm Unsere kleine Welt in nur knapp vier Minuten. Auf erzählerische und leicht verständliche Weise geht die Filmgruppe der Hochschule Augsburg im Rahmen des Projektes Illustration und Infografik zum Thema Ökologie und Klimawandel Wirkungszusammenhängen auf den Grund.

Fotomontagen und Animationen erklären das empfindliche Ökosystem der Erde. Dazu gehören auch die zwei Säugetiere Frau und Herr Hansen. Das Ehepaar ist glücklich in seiner kleinen Welt, einem gemütlichen Schrebergarten. Doch als sie ein Hähnchen grillen, stellen sie sich die Frage: Was war zuerst da, die Henne oder das Ei? Ausgehend vom elektrischen Hähnchengrill im Schrebergarten werden die verschiedenen Produktions- und Wirkungsketten zurückverfolgt und gezeigt, dass jede unserer Entscheidungen Auswirkungen hat.

Der Film endet mit dem Aufzählen der Konsequenzen unserer Lebensweise: Steigender Luxus führt zu einem erhöhten Energiebedarf, was unsere Umwelt belastet und die Temperaturen auf unserer Erde ansteigen lässt. Die Folgen sind ein steigender Meeresspiegel, Umweltflüchtlinge und Kriege um immer knapper werdende fossile Brennstoffe. Augenzwinkernd endet der Film: Da das alles erst in Zukunft passieren wird, können sich die Hansens das Grillhähnchen noch schmecken lassen.



Im Kurzfilm Die Rechnung machen die deutschen Schauspieler Benno Fürmann, Bjarne Mädel, Christoph Tomanek und Ina Paule Klink unterhaltsam auf das Thema Klimaungerechtigkeit aufmerksam. In der Kneipe erzählen Benno Fürmann und Bjarne Mädel von ihrem luxuriösen Lebensstil. Sie fahren schnelle Autos, unternehmen lange Reisen, finden Öko-Strom und Energiesparlampen zu teuer, essen Fleisch aus Argentinien. Der Dritte im Bunde, Christoph Tomanek, macht Urlaub auf dem Bio-Hof, fährt mit dem Rad, will eine Fahrgemeinschaft gründen. Lächerlich, finden seine Freunde. Als ihnen die Rechnung über ihren CO2-Ausstoß präsentiert wird, sind sie zwar erstaunt über die hohen Kosten ihrer Lebensweise, aber so richtig schlimm finden sie das nicht. Schließlich müssten nicht sie, sondern die Entwicklungsländer die Rechnung zahlen.

Erst am Ende des Films werden die harten Fakten präsentiert und die durchschnittlichen CO2-Emissionen pro Person in den Entwicklungsländern mit denen aus Deutschland gegenübergestellt – und der Spaß am Luxusleben endet, als sich die Kneipe mit Klimaflüchtlingen füllt.



Eine gelungene Kampagne zur klimanutzenden Windkraft ist der zweiminütige englischsprachige Clip Mr. W von Epuron. Das Unternehmen ist auf Projektentwicklungen mit regenerativen Energien spezialisiert.

Clips für die junge Generation

Mr. W ist der Wind, der sich vor seiner Nutzung als Windenergie nutzlos und unbeliebt fühlt. Mit diesem Spot wird gerade die junge Generation auf emotionale Weise auf erneuerbare Energiegewinnung aufmerksam gemacht.



Den schonungslosen Umgang mit der Umwelt seitens der Regierungen kritisiert die Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, auf ihre ganz eigene Weise. Das Scherzprogramm Klimawandel Stopper, das es bereits in den Versionen 1.0 und 2.0 gibt, ist ein Beispiel dafür.

Der Klimawandel Stopper 1.0 verspricht die Welt zu retten, indem das Programm die globale Erderwärmung verhindert, der Verschmutzung von Luft und Wasser Einhalt gebietet und das Artensterben stoppt. Mit diesem Programm wird die Natur wieder ausbalanciert und in ihr natürliches Gleichgewicht zurückgebracht.

Das Video dazu macht deutlich: So einfach ist die Installation eines solchen Programms leider nicht. Ein Absturz ist programmiert.



Und auch der Klimawandel Stopper 2.0 kann die Fehler der ersten Version nicht beseitigen. Ein einfaches Programm reicht also nicht, um unseren Planeten zu retten.



Alle hier vorgestellten Klimafilme haben eines gemeinsam: Sie zeigen, dass der Klimawandel nicht nur Sache der Politik ist, sondern jeder einzelne von uns in der Pflicht steht, seine ganz persönliche Lebensweise auf ihre Zukunftsfähigkeit zu überprüfen.
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