Amazonas-Wettbewerb: Grinsende Katze trifft keltischen Tiger

Grinsekatze von Marina Portillo Garcia aus Sevilla
18. November 2010
Listig wie ein Wolf, schnell wie ein Jaguar, gemütlich wie ein Faultier? Das Amazonas-Musiktheater fragt „Welches Tier steckt in Dir?“ und schickt Kinder und Jugendliche in den Wettbewerb um die Suche nach ihren tierischen Doppelgängern.
Bei dem Plakat- und Videowettbewerb „Humanimal – Welches Tier steckt in Dir?“ kann jeder mitmachen, der zwischen sechs und 18 Jahren alt ist. Einsendeschluss ist der 28. November 2010. Eine brasilianisch-deutsche Jury wählt die Gewinner aus. Es winken Ipods, Flip-Cams und ein Praktikum am Zentrum für Kunst und Medientechnologie ZKM in Karlsruhe.
Das Wettbewerbsthema geht zurück auf die Yanomami-Indianer im Norden des Amazonas-Gebietes. Sie sind fest davon überzeugt, dass in jedem von uns ein Tier schlummert, das die Seele des Menschen ausmacht. Die Yanomami sind Projektpartner des Amazonas-Musiktheaters und haben in ihrer Organisation Hutukara Associação Yanomami gemeinsam mit dem Goethe-Institut, der Münchener Biennale, dem SESC São Paulo und dem ZKM am Amazonas-Projekt gearbeitet, an dessen Abschluss die Amazonasoper stand. Sie wurde im Mai 2010 in München uraufgeführt und im Juli 2010 in São Paulo gezeigt.
Wettbewerbs-Einsendungen sind bereits unter anderem aus der Türkei eingegangen, aus Spanien und aus Irland – da hat ein Pasch-Schüler den keltischen Tiger als seinen Doppelgänger identifiziert:
Als Teil des Vermittlungsprogramms der Oper macht es sich der Amazonas-Wettbewerb zur Aufgabe, Kinder und Jugendliche auf die Gefahren aufmerksam zu machen, in die Brandrodung, Klimawandel und das Quecksilber der Goldsucher die Yanomami und ihren Lebensraum, den Urwald, stürzen.
Neben Aktionen im Netz finden im Zuge des Vermittlungsprogramms Workshops statt – zum Teil gemeinsam mit den Yanomami: Als Davi, Enio und Dário Kopenawa für die Premiere der Amazonasoper in München waren, haben sie Münchner Schulklassen vom Wald, ihrem Volk und ihren Sorgen erzählt.
Die Schüler der Münchner Ichoschule etwa waren von ihren Besuchern so begeistert, dass sie beschlossen: Wir möchten die Yanomami im Kampf um den Regenwald unterstützen. Sie haben gebastelt und gemalt und gekocht und in München Stofftaschen, Freundschaftsbändchen, Karten und Avocado-Tortillas verkauft – zugunsten ihrer neu gewonnenen Freunde. Um den Yanomami zu helfen, sind viele Eigenschaften von Nutzen. Da braucht es die Schnelligkeit des Jaguars, die List des Wolfes – und warum nicht auch das Ballgefühl des keltischen Tigers im Tor.
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