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Theo Zwanziger: „Die Frauen-Nationalmannschaft ist ganz klar die Nummer zwei“

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2011 sind die Frauen am Ball (Foto: nycshooter/iStockphoto)

21. Dezember 2010

Das nächste Sommermärchen ist weiblich: 2011 findet die Fußball-WM der Frauen in Deutschland statt. Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußballbunds, freut sich schon auf „besonders attraktive“ Spiele und wünscht sich mehr Frauen im DFB.

Der DFB richtet 2011 die Frauenfußball-Weltmeisterschaft aus. Warum haben Sie sich darum beworben?

Die Anregung ging 2005 von Bundeskanzlerin Angela Merkel aus. Wir haben das als Chance gesehen, so eine attraktive Veranstaltung in Deutschland auszurichten. Das Interesse an Frauenfußball steigt, das haben wir gerade bei der U-20-Frauen-Weltmeisterschaft hier in Deutschland erlebt und ich denke, das wird sich bei der Frauen-WM im nächsten Jahr ganz stark fortsetzen. Wenn Mädchen Lust haben zu spielen, dann sollen sie es auch tun können und gefördert werden.

Wie schätzen Sie aktuell den Stand des Frauenfußballs ein?

Von allen Mannschaften des DFB ist die Frauenfußball-Nationalmannschaft mittlerweile ganz klar die Nummer zwei, direkt nach der Herren-Nationalmannschaft. Sie hat ein relativ stabiles, wenn auch spezielles Publikum, das den Frauen großen Respekt entgegenbringt.


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Ist Frauenfußball denn anders als Männerfußball?

Wenn er technisch einwandfrei von gut ausgebildeten Spielerinnen mit guter Fitness gespielt wird, dann ist er ebenso schön wie bei den Männern. Aber Männer sind schneller und auch härter. Die Spiele der Frauen sind nicht ganz so hart, sie sind flüssiger, in vielen Fällen torreicher, haben deshalb eine besondere Attraktivität.

Trotzdem sind Fußballerinnen in den Medien weniger präsent.

Wir versuchen als DFB, alle gleich zu behandeln. Frauenligaspiele werden regelmäßig im DFB-TV im Internet live übertragen. Ich selbst gucke mir das auch öfters an. Das ist nun nicht ein Millionenpublikum, aber es wird immer größer.

In den Vereinen ist der Frauenanteil aber immer noch nicht sehr hoch, besonders in den Leitungsebenen.

Ja, da haben wir noch viel zu tun. 15 bis 18 Prozent weibliche Mitglieder, das ist schon sehr schön, aber noch nicht genug. Wir versuchen auf allen Ebenen, Frauen für Leitungspositionen zu gewinnen.

Wie wollen Sie das erreichen?

Zum Beispiel, indem wir Quereinsteigerinnen suchen. Warum soll eine Frau nicht in unserer Finanzkommission mitarbeiten?

Vielleicht fehlen den Frauen die Vorbilder, die Stars wie bei den Männern.

Das ist keine Frage von Männer- oder Frauenfußball, das wird im Leistungssport auch in anderen Sportarten sichtbar, das ist eine Frage der Einschaltquoten.

FIFA-Präsident Sepp Blatter sagt: „Die Zukunft des Fußballs ist weiblich". Gilt das auch für Deutschland?

Natürlich, gerade in Deutschland, wir sind wesentlich weiter als in anderen Ländern.

Wann werden wir eine DFB-Präsidentin haben?

Wir brauchen jetzt erst mal Frauen in den wichtigen Ämtern auf allen Verbandsebenen. Was nützt eine Präsidentin, wenn es keine Entwicklung im Frauenfußball gibt?

Die Fragen stellte Regina Friedrich

Dies ist eine gekürzte Fassung des Interiews mit Theo Zwanziger. Die ausführliche Version finden Sie hier.

Theo Zwanziger gehörte ab 1992 zum DFB-Vorstand und wurde 2006 zum Präsidenten des DFB gewählt. Im Oktober 2010 wurde er wiedergewählt.
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