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Festnahme von Ai Weiwei: „Klarer Rechtsverstoß“

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Einladung nach Berlin: Lehmann und Ai Weiwei in Peking (Foto: Goethe-Institut)

5. April 2011

Klaus-Dieter Lehmann, der Präsident des Goethe-Instituts, hat sich bestürzt über die Festnahme des chinesischen Künstlers Ai Weiwei in Peking gezeigt und mit Nachdruck dessen sofortige Freilassung gefordert. Noch zwei Tage vor der Polizeiaktion hatten sich die beiden getroffen.

Lehmann war gerade erst in der Delegation des deutschen Bundesaußenministers Guido Westerwelle zur Eröffnung der Ausstellung Kunst der Aufklärung nach Peking gereist. Dort besuchte er Ai Weiwei.

„Ich habe am Freitag, dem 1. April, noch mit Ai Weiwei in seinem Pekinger Atelier gesprochen. Ich bin zu ihm gegangen, weil er nicht zur Ausstellung Kunst der Aufklärung der drei Museen Berlin, Dresden und München gekommen war.“ Bei der Gelegenheit lud der Goethe-Präsident den Künstler auch zur 60-Jahr-Feier des Instituts im Sommer nach Berlin ein. „Ai Weiwei ist ein langjähriger Freund des Goethe-Instituts.“

Lehmann fehlt jedes Verständnis für die Festnahme des 53-Jährigen. „Die willkürliche Verhaftung und die Weigerung, Gründe dafür anzugeben und den derzeitigen Aufenthaltsort zu nennen, sind auch nach chinesischem Recht ein klarer Verstoß.“

Klaus-Dieter Lehmann wies auch darauf hin, dass China für 2012 ein Kulturjahr in Deutschland vorbereitet. Er ist der Auffassung, dass eine Verhaftung oder gar Verurteilung Ai Weiweis für eine solche Veranstaltung in Deutschland katastrophale Folgen haben wird.

Der regierungskritische Künstler wurde am Sonntagmorgen am Flughafen von Peking abgeführt, von wo er nach Hongkong fliegen wollte. Seither fehlt jede Spur von ihm. Ai Weiweis Atelier in Peking wurde durchsucht, mehrere seiner Mitarbeiter verhört. Auch Menschenrechtsorganisationen und Politiker wie Westerwelle forderten die Freilassung des Künstlers.

-db-
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