Goethe aktuell

Auszeichnung: Goethe trifft Smiley

Goethe-InstitutCopyright: Laurent/Cornwell/Zawada
Die Preisträger: Mnouchkine, le Carré und Michnik (Fotos: Michèle Laurent/Stephen Cornwell/Albert Zawada)

20. Juni 2011

John Le Carré, Ex-Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes und Schöpfer zahlreicher Agententhriller, ist einer der diesjährigen Preisträger der Goethe-Medaille. Dass es bei der Auszeichnung freilich nicht um Verdienste im Spionagegeschäft geht, zeigen die weiteren Medaillen – die an Adam Michnik und Ariane Mnouchkine gehen.

Das Goethe-Institut ehrt mit der Medaille vielmehr Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Vermittlung der deutschen Sprache sowie den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. In diesem Jahr sind dies drei Persönlichkeiten der europäischen Öffentlichkeit, die mit ihrem Leben und Werk zur Entwicklung eines zusammenwachsenden, friedlichen und kreativen Europas beigetragen haben.

Ariane Mnouchkine ist eine Ikone des europäischen Theaters. Vor über 40 Jahren hat sie das Théâtre du Soleil, dessen Direktorin und Regisseurin sie ist, ins Leben gerufen. In seiner alternativen Theaterpraxis ist es bis heute einzigartig. Ihre Inszenierungen erzählen vom Mit- und Gegeneinander der Kulturen. Mit zahlreichen Inszenierungen war sie immer wieder zu Gast in Deutschland.

Adam Michnik ist einer der herausragenden polnischen Intellektuellen. Sein Lebenswerk ist verwoben mit dem Ende des Ostblocks und dem Beginn Osteuropas – als Bürgerrechtler in einem kommunistischen Regime und Vordenker eines freien, demokratischen Staates sowie als Herausgeber der landesweit größten Zeitung. Die Jury der Goethe-Medaille würdigt mit ihrer Entscheidung den herausragenden Beitrag, den er zum Dialog zwischen Ost- und Westeuropa und besonders zwischen Polen und Deutschland geleistet hat.

Der Spion, der aus der Kälte kam ist eines der bekanntesten Werke von John le Carré, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird. Die millionenfach verkauften Spionagethrillern le Carrés spielen zur Zeit des Kalten Krieges. Sprachenlernen als Schlüssel für das Verständnis fremder Kulturen – das ist stets die Überzeugung le Carrés gewesen. Le Carré, der fließend Deutsch spricht, hat aus seiner Liebe zu dieser Sprache nie eine Hehl gemacht.

Die Goethe-Medaille wird am 28. August, dem Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe, in Weimar verliehen. Seit der ersten Verleihung 1955 wurden insgesamt 326 Persönlichkeiten aus 58 Ländern geehrt worden, darunter auch der Regisseur Billy Wilder, der Philosoph Karl Popper, der Dirigent Daniel Barenboim und der kürzlich verstorbene Schriftsteller Jorge Semprún.

-db-
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