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Biennale in Lyon: Kunst auf Rädern

Goethe-Institut Lyon
„Move for Life": Der Beitrag von Isabel Muñoz (Foto: Goethe-Institut Lyon)

20. September 2011

Wer kennt sie nicht, all die Werbeslogans auf LKWs. Es geht aber auch anders: tätowierte Körper, Zahlen zu Hungertoten, verstörende Kritzeleien – die Trucks der Kunst-Aktion Move for Life, gestaltet von Künstlern wie Robert Rauschenberg oder Jochen Gerz, regen zum Nachdenken an. Zur Eröffnung der 11. Kunstbiennale standen sie in Lyon Spalier.

Wer zur Eröffnung der Kunstbiennale in Lyon wollte, konnte sie nicht übersehen: acht LKWs mit 15 Meter langen Anhängern. Mit ihnen wurden aber keine Gemälde oder Skulpturen zur Biennale transportiert – die Anhänger selbst sind die Kunstwerke. Wo sonst Werbebotschaften abgebildet sind, stehen politische Botschaften gegen Hunger, Gewalt, Rassismus, die Dominanz des Geldes, gegen Aids und Umweltverschmutzung.

Copyright: Kulturprojekte Littmann



Künstler wie der amerikanische Pop-Art-Künstler Robert Rauschenberg, der deutsche Aktionskünstler Jochen Gerz oder der Schweizer Daniele Buetti, der mit seinen Kugelschreiber-Tätowierungen die aggressive Medienmaschinerie und den Konsumzwang reflektiert, gestalteten seit 2006 die Lastwagen für die Kunst-Aktion Move for Life. Langfristig sollen sich die acht zu 20 Lastwagen vermehren.

Fachverbände gehen davon aus, dass ein LKW pro Jahr rund 250.000 Kilometer quer durch Europa zurücklegt und bis zu 25 Millionen Blickkontakte erzeugt – eine ideale Leinwand für Kunst im öffentlichen Raum. So verlässt die Kunst Museen, Galerien und Kunsthallen und begibt sich dorthin, wo Menschen leben, arbeiten und sich fortbewegen.

Das ist nicht immer ganz unkompliziert – damit die LKWs in Lyon auf ihre Plätze fahren konnten, mussten unzählige Telefonate, Besprechungen mit Vertretern der Stadtverwaltung und Partnern, die Beschaffung zahlloser Genehmigungen standen am Anfang der Aktion. Doch hat sich die Mühe gelohnt: Drei Tage lang standen die Wagen als Eingangsportal zur Kunstbiennale in Lyon am Straßenrand, bevor sie dann getrennt voneinander wieder auf Europas Straßen ihre Waren transportieren. Und Botschaften.

MOVE FOR LIFE wurde von der Schweizer Agentur Littmann initiiert. Zur Kunstbiennale 2011 wurde das Projekt vom Goethe-Institut in Lyon mithilfe der Unterstützung des Schweizer Generalkonsulats in Lyon, des Konsulats der Vereinigten Staaten von Amerika in Lyon, von Renault Trucks und Prévost Transports präsentiert.
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