Philosophy Slam: Denkste!
13. Juni 2012
Poetry Slams kennen wir, aber was um alles in der Welt ist ein Philosophy Slam? Ein Philosoph gehört doch in sein stilles Kämmerlein, dort kann er vor sich hin philosophieren. Irrtum: Das Goethe-Institut hat die Denker jetzt aus ihrem Elfenbeinturm und auf die Bühne gezerrt.
Ich denke, also red’ ich. Dieser Ansatz lag dem Philosophy Slam zugrunde, zu dem das Goethe-Institut neulich in Berlin lud. Dabei waren sich die Veranstalter durchaus bewusst: Um die Wette philosophieren – das hat was Paradoxes. Ob Sokrates wohl an einem Philosophy Slam teilgenommen hätte?
Aber warum eigentlich nicht? Schließlich war sich der griechische Denker der Kraft der Rede durchaus bewusst und schwang, wenn wir Platon glauben dürfen, das gesprochene Wort bisweilen effektiver als manch anderer das Schwert. Doch Sokrates hin, Platon her: Das neue Format des Philosophy Slams hat sich bewährt. In Bonn, Frankfurt und nun auch Berlin hat es das Goethe-Institut jetzt gemeinsam mit Universitäten und Volkshochschulen getestet. Ziel der Veranstaltungsreihe war es, einem breiteren Publikum philosophisches Wissen zu vermitteln und es im besten Wortsinne nachdenklich zu machen.
Das philosophische Quartett, das den Wettstreit untereinander austrug, bestand in Berlin aus Christine Bratu, Jan Gertken, Benjamin Kiesewetter und Christian Neuhäuser. Sie durften bis zu zwölf Minuten vor dem Publikum über die Frage philosophieren: Was ist wertvoll? Endgültig geklärt wurde die Frage freilich noch nicht. Es wird wohl weitere Philosophy Slams geben.
-db-










