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Bolat Atabayev: Der kasachische Theaterregisseur ist frei

Barbara Fraenkel-Thonet/Goethe-InstitutCopyright: Barbara Fraenkel-Thonet/Goethe-Institut
Regisseur Atabayev: Nach zwei Wochen aus der Untersuchungshaft entlassen (Foto: Barbara Fraenkel-Thonet/Goethe-Institut)

4. Juli 2012

Bolat Atabayev ist frei. Dafür machten sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Kulturschaffende und Politiker aus Deutschland stark. Besonders vehement protestierte das Goethe-Institut gegen die Verhaftung des kasachischen Theaterregisseurs, dem im August die Goethe-Medaille verliehen wird.

„Wir sind sehr erleichtert, dass Bolat Atabayev wieder auf freiem Fuß ist. Dankbar sind wir auch für die große Anteilnahme und Unterstützung, die er in den vergangenen Wochen aus Kultur und Politik erfahren hat“, kommentiert Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, die Freilassung.

Neben Klaus-Dieter Lehmann und dem Vorstand hatte sich auch die Mitgliederversammlung des Goethe-Instituts mit Nachdruck für die sofortige Freilassung Atabayevs ausgesprochen. Der Theatermann war am 15. Juni wegen „Anstiftung zur sozialen Unruhe“ in Untersuchungshaft genommen worden. Er hatte Ende 2011 für die streikenden Ölarbeiter in der Stadt Schanaosen öffentlich Partei ergriffen.

Zahlreiche Stimmen aus Kultur und Politik hatten in den vergangenen zwei Wochen die Freilassung Bolat Atabayevs gefordert, darunter Roberto Ciulli, Intendant des Theaters an der Ruhr in Mülheim. Die beiden Regisseure sind seit vielen Jahren befreundet. Ciulli wie auch der Regisseur Volker Schlöndorff richteten sich in einem offenen Brief an den zuständigen Richter. Der junge Dramaturg und Theaterregisseur Volker Schmidt sorgte mit einer Performance vor der kasachischen Botschaft in Berlin für Aufsehen.

Der Regisseur Bolat Atabayev ist dem Goethe-Institut eng verbunden: Am 28. August wird er für seine Verdienste um den deutsch-kasachischen Kulturaustausch in Weimar mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet. Er habe mit seiner unkonventionellen Bühnenarbeit und seinem freien Stil Mut gezeigt, Neues zu schaffen, so die Begründung der Auswahlkommission.

Mit Atabayev und den anderen beiden Preisträgern der Goethe-Medaille – Irena Veisaitė aus Litauen und Dževad Karahasan aus Bosnien und Herzegowina – ehrt das Goethe-Institut in diesem Jahr Persönlichkeiten, die in ihrem kulturellen Schaffen für eine offene Aufarbeitung nationaler Traumata eintreten und auch gegenwärtige gesellschaftliche Schwierigkeiten thematisieren.

-cm/db-

Bolat Atabayev, 60, studierte Deutsch in Leipzig und unterrichtete deutsche Phonetik an der Sprachenhochschule in Almaty. Als künstlerischer Leiter des Deutschen Theaters Almaty brachte er deutsche Werke und Regisseure nach Kasachstan und erfüllte so eine wichtige Brückenfunktion für die deutsch-kasachischen Theaterbeziehungen. Vor einigen Jahren gründete Atabayev sein eigenes Theater Aksarai, das die Theaterlandschaft Zentralasiens mit neuen künstlerischen Ausdrucksmitteln bereichert.
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