Goethe-Szenen

Thomas AurinCopyright: Thomas Aurin
Copyright: Thomas Aurin

16. Oktober 2010
Schau an, schau an!

Was kann heute noch provozieren im Theater? Frank Castorf, Regisseur und Intendant der Volksbühne Berlin, versucht es mit Zeit – seine Version von Alexandre Dumas‘ Kean oder Genie und Leidenschaft (1836) dauert fünf Stunden. Seine anstrengenden Inszenierungen haben Castorf weltweit berühmt gemacht. Im Oktober wird die Volksbühne Berlin mit Kean beim bedeutendsten bosnischen Theaterfestival MESS zu Gast sein. Das Goethe-Institut Sarajevo unterstützt das Festival seit Jahren mit Einladungen relevanter deutscher Theaterproduktionen. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Festivals in diesem Jahr soll dem Goethe-Institut ein Preis für die gute Zusammenarbeit verliehen werden. Castorfs Theater behandelt den Zusammenhang von Künstleridentität, Theater und Gesellschaft. Dafür ist die Boulevardeske über den Schauspieler Edmund Kean aus dem England um 1800 gut geeignet. Dumas der Ältere hat mit Kean einen Künstler aus der Unterschicht porträtiert, der für die Kunst lebt, von der Oberschicht umjubelt und dann von ihr verbannt wird. Zum Gegenwartstheater wird das Stück bei Castorf durch die Textbearbeitung von Lothar Trolle und die Verknüpfung mit der Hamletmaschine von Heiner Müller. Die bürgerlich-höfische Welt von Dumas, deren Klassenkämpfe und die Zeit der Casting-Shows – damalige und heutige Maskierung verbinden sich. Die Volksbühne wird Kean am 23. Oktober am Volkstheater Sarajevo aufführen.

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