Langfristig angelegter Kulturdialog

Sie arbeiten für das Goethe-Institut im Ausland im Bereich der kulturellen Programmarbeit. Was bedeutet das für Sie? Für mich ist der langfristig angelegte Kulturdialog eine der wirksamsten Formen der Auswärtigen Politik. Durch die oft schon jahrzehntelange Goethe-Präsenz und die partnerschaftliche Arbeit in den Gastländern bauen wir vertrauensvolle Beziehungen auf und schaffen ein facettenreiches, realistisches Bild von Deutschland, schaffen letztlich Sympathien und Glaubwürdigkeit. Diese gemeinsame Arbeit mit den ausländischen Partnern macht mir jeden Tag wieder Spaß.
Wie sind Sie zum Goethe-Institut gekommen?
Ich habe mit zarten 19 Jahren als Zivildienstleistender beim Goethe-Institut Düsseldorf angefangen. Seitdem war mir mein Berufswunsch eigentlich klar.
Welches waren Ihre bisherigen Stationen?
Ich habe nach meinem Studium erst einige Zeit freiberuflich für das Goethe-Institut gearbeitet, vor allem im Bereich der Aus- und Fortbildung von DaF-Lehrern. Diese Arbeit hat mich in viele Städte Deutschlands geführt, aber auch längere Zeit nach Ecuador und nach Bosnien-Herzegowina. 2003 habe ich dann fest beim Goethe-Institut angefangen. Zuerst war ich Leiter der Sprachabteilung in Afghanistan, dann Leiter des Instituts in Nigeria. 2009 bin ich dann in die Zentrale gekommen: Erst als Zuständiger für die Interne Kommunikation, derzeit leite ich den Bereich für „Literatur und Übersetzungsförderung“
Welche Erfahrungen haben Sie an den verschiedenen Orten Ihrer Arbeit beim Goethe-Institut gesammelt? Was war schwierig, was war besonders beeindruckend?
O je. Jeder Ort bringt so viele neue Erfahrungen und Perspektiven, das kann ich kaum in ein paar Sätzen zusammenfassen. Ich habe ja vorwiegend in nicht ganz einfachen Ländern gearbeitet und kann aus meiner Sicht sagen: Gerade in Konflikt- oder Umbruchsregionen ist es wichtig, eine Plattform für diejenigen zu schaffen, die Dinge verändern und neue Wege probieren wollen. Dabei ist Kultur gerade an solchen Orten kein Luxus, sondern ein essentielles Experimentierfeld, um über die wichtigen Fragen von Leben und Gesellschaft nachzudenken.
Welche Belastungen bringt das Leben als Entsandter mit sich?
Was den größten Spaß macht, wird man immer wieder auch als Belastung erleben: Die vielen Ortswechsel auf der ganzen Welt und die riesige Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Aufgaben. Gerade was die Versetzungen betrifft, sollte man sich vorher gut überlegen, ob sich ein Entsandtendasein mit den eigenen Wünschen, Zielen und Prioritäten im Leben in Einklang bringen lässt. Es wird sehr wahrscheinlich immer wieder mal schwierige Lebensbedingungen und familiäre Diskussionen geben.
Welches Projekt beschäftigt Sie im Moment am meisten?
Im Moment bereiten wir den Goethe-Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse vor. Das ist für uns eine schöne Gelegenheit, die Übersetzungsförderung und die Literaturarbeit der Auslandsinstitute nach Deutschland zurückzuspiegeln.
Arne Schneider,
Bereichsleiter Literatur und Übersetzungsförderung, Goethe-Institut München
Bereichsleiter Literatur und Übersetzungsförderung, Goethe-Institut München









