Erlebnisse, Anekdoten, Berichte und Erinnerungen – Geschichte erzählt

Das Goethe-Institut Lille: 50 Jahre deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit(1)
Von Jérôme Vaillant

Während die Bundesrepublik Deutschland Mitte der 50er Jahre daran denkt, ein Goethe-Haus in Paris zu gründen, ist es schließlich das Goethe-Institut Lille, das als erstes 1957 seine Pforten öffnet; am 1. April dieses Jahres nimmt es die ersten Schüler auf, drei Jahre vor Marseille, vier Jahre vor Paris und Toulouse. Warum also Lille im Jahr 1957? Zu Beginn ist es hauptsächlich das Verdienst eines Mannes: Erich Ball, deutscher Konsul in Lille, ein energischer und entschlossener Mann mit einem Stiernacken, aber, wie sein Foto zeigt, auch ein Mann einer gewissen Güte, der diese geistige Ruhe ausstrahlt, die allein das Selbstvertrauen vermittelt.

1957: Deutschkurse im Rahmen einer schlichten «Dozentur»

1956 hat E. Ball die Idee, in Lille ein "Deutsches Haus" zu schaffen. Seit der Ankündigung des Schuman-Plans (1950), der zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, 1952) führte und zur Errichtung des Gemeinsamen Marktes (1957), sind die Zeiten günstig: die Kooperationen und deutsch-französischen Städtepartnerschaften mehren sich. Seit den Pariser Verträgen im Oktober 1954, die der Bundesrepublik Deutschland einen Grossteil seiner Selbstbestimmung zurückgeben und die Perspektive eröffnen zu einem Kompromiss für das Saarland, gibt es keinen echten Konflikt mehr zwischen Frankreich und Deutschland. Mit Robert Schuman und Konrad Adenauer wissen viele in Frankreich und in Deutschland, dass Europa nur auf der Basis der deutsch-französischen Versöhnung entstehen wird. Noch aber muss man sich zunächst kennen, um sich zu verstehen.

Um sein Ziel zu erreichen, geht Konsul Ball in zwei Schritten vor: er gründet ein Zentrum zum Erlernen der deutschen Sprache, das aber nur eine erste Etappe ist und das später über die Einrichtung einer deutsch-französischen Gesellschaft zur Schaffung eines echten deutschen Kulturzentrums in Lille führt. Am 4. Dezember 1956 übergibt ihm Richard Wolf, stellvertretender Direktor der Zentrale in München, einen Brief, der die Beschlüsse eines Treffens zusammenfasst, das sie gerade in München(2) zusammenführte, mit der Genehmigung, ein Goethe-Institut zu gründen als einfache «Dozentur» zur Förderung der deutschen Sprache und Kultur. R. Wolf beschreibt wie folgt die Anforderungen, die ein Lehrer haben sollte, der mit dieser «Dozentur» und ihren Aufgaben betraut wird: «Der Dozent. Bedingungen: fliessend Französisch, Kenntnisse der französischen Literatur, Fähigkeit mit dem Publikum mündlich und schriftlich in französischer Sprache zu verkehren, Befähigung, Lehrgänge auch in Handelsschriftverkehr zu leiten, möglichst ledig, etwa 35 Jahre alt. Neben der Unterrichtsarbeit Sekretärsdienst bei der zu gründenden französisch-deutschen Gesellschaft. Verwaltung der Leihbücherei. Eine Schreibkraft mit perfekten französischen Kenntnissen wird ihm von der Gesellschaft bzw dem Konsulat gestellt. Besoldung erfolgt durch das Goethe-Institut (TOA 3 + Landesteuerungszuschlag). Die Einnahmen aus dem Unterricht werden von der Gesellschaft verwaltet.» Der anschließende Absatz betrifft die Örtlichkeiten, Arbeitsräume und Möbel, die das Konsulat bereitzustellen hat. Am 1. April 1957, nach schwierigen Verhandlungen mit Dekan Lacombe, findet der Kursbeginn in den Räumen der Philosophischen Fakultät der Universität Lille, rue Angellier, statt, aber die Dauer der Miete geht nur bis Ende Juni. Es müssen folglich neue Räume bis zum Wiederbeginn der Kurse im Oktober 1957 gefunden werden. Die Universität hat inständig gebeten werden müssen, weil es normalerweise verboten ist, Dienstfremden Zugang zu den Gebäuden zu gewähren. Das Goethe-Institut verhandelt nun mit der Katholischen Universität (Institut catholique), die in diesen Fragen flexibler ist aufgrund ihres Status als private Einrichtung und zustimmt, vier Räume ihrer Journalistenhochschule für eine monatliche Miete von 20.000 F(3) zur Verfügung zu stellen. Die Sprachkurse finden dort vom Herbst 1957 bis zum Umzug 1964 in die rue des Stations statt. Das «Goethe» führt nun hier die Kurse zusammen, die nicht nur in Lille, sondern auch in Lens und sogar in Carignan im Süden des Departements der Ardennen, in der Pikardie, in der Normandie, usw. gegeben werden. Da Konsul Ball sehr früh die Präfekten des Nordens, des Pas-de-Calais, der Somme, des Aisne und der Ardennen in seine Pläne einbezogen hat, wurde auf diese Weise der Einzugsbereich des Goethe-Instituts Lille bestimmt!

Parallel zur Einrichtung der Sprachkurse spricht Konsul Ball in der Tat mit hochrangigen französischen Persönlichkeiten (Präfekten, Generalräten, Vertretern der Industrie) und verhandelt gleichzeitig mit der Botschaft der BRD in Paris, um eine deutsch-französische Kulturgesellschaft im Norden von Frankreich zu gründen.(4) Ihre Statuten ähneln stark einer vergleichbaren Gesellschaft in Lyon, von denen aber bis jetzt keine Spur mehr aufgefunden werden konnte. Das Ziel ist, das zu erreichen, was E. Ball im Rahmen der «Maison allemande» vorgesehen hat, was aber eine einfache «Dozentur» allein nicht vollbringen könnte: Einrichtung einer Bibliothek, Diskothek, Filmothek, ein Lesesaal, ein Veranstaltungssaal für ungefähr 150 Personen zur Organisation von Konzerten, Vorträgen, Filmvorführungen, usw., mit dem Ziel der Förderung des deutsch-französischen Austauschs, insbesondere des Wissenschaftsaustauschs, aber auch der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Nord-Pas de Calais und dem Ruhrgebiet, usw. Die Gesellschaft wird im Dezember 1957 gegründet und offiziell im Amtsblatt ein Jahr später angezeigt.(5) Das Auswärtige Amt unterstützt finanziell den Beginn im Jahr 1957, aber widerstrebt, sich weiter zu engagieren; es unterstützt das Vorhaben im Jahr 1958 nicht mehr und lässt sich auch nicht dazu zwingen. Erst 1959 tritt eine Änderung ein.

Mitglieder der Deutsch-französischen Kulturgesellschaft für Nordfrankreich auf französischer Seite sind der Präfekt des Nordens (J. Benedetti), der Rektor der Obersten Schulbehörde (G. Debeyre), der Vertreter des Rektors der Katholischen Universität (Monsignor Barbeau), der Dekan der Philosophischen Fakultät (Prof. Lacombe), ein Vertreter des Wirtschaftsrats und der Industrie- und Handelskammer (J. Goudaert), ein Jurist, der beauftragt ist, die gesetzlichen Genehmigungen bei den französischen Behörden einzuholen (Prof. Freyria), der Präsident des Kleinen deutsch-französischen Komitees des Rotarier-Clubs (R. Coutant) und vor allem Bernard Motte, Vize-Präsident des Generalrats, Präsident des Regionalen Komitees für Wirtschafts- und soziale Studien, und Vize-Präsident der Nationalen Konferenz der Komitees zur Förderung Frankreichs und Bewerber als Abgeordneter der Nationalversammlung: eine schöne Ansammlung der wichtigsten Würdenträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. B. Motte wird zum Präsidenten der Gesellschaft gewählt. Auf deutscher Seite findet man außer dem Konsul und dem Vize-Konsul einen Vertreter der Botschaft der BRD in Paris, Dr. Jansen, der zum Vize-Präsidenten der Gesellschaft gewählt wird, den Vertrauensarzt des Konsulats und vor allem zwei Vertreter der Hamborner Bergbau AG in Duisburg-Hamborn (Teehorst und Dr. Steffen). Die erste Sitzung des Verwaltungsrats findet übrigens 1958 in Hamborn statt zur Unterstreichung der Vergleichbarkeit der Bergbaugebiete von Nordfrankreich und des Ruhrgebiets.

Im Einklang mit dem Aufgabenkatalog, den R. Wolf von Anbeginn auf Wunsch von E. Ball vorsah, denkt man also auch an Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, und man möchte Deutschsprechende ausbilden, die das Wirtschaftsdeutsch beherrschen. Eine der Studienreisen der Gesellschaft, zwischen Das Romantische Deutschland (1958) und Süddeutsches Barock (1960), ist 1959 der Entdeckung des Ruhrgebiets gewidmet, dem deutschen politischen und wirtschaftlichen Modell. Eine Parallele drängt sich auf zu der Gründung der Dolmetscher- und Übersetzerschule in der Französischen Besatzungszone in Germersheim durch Irene Giron im Jahr 1946. Mit etwas mehr als zwanzig Jahren Vorsprung geschah dies im Geist der Angewandten Sprachwissenschaften zum Nutzen der internationalen Handelsbeziehungen! In der Rede, die er am 12. Dezember 1957 anlässlich der Gründungsversammlung hielt, erklärt Konsul Ball seine Motive und legt die Gründe dar, die für ein Deutsches Haus in Nordfrankreich sprechen: «Damit Europa leben und seine kulturellen und sozialen Aufgaben erfüllen kann, die unabdingbar sind für das Wohlergehen und die weitere Entwicklung aller Völker des Universums, ist es notwendig, dass die Verbindungen zwischen unseren beiden Ländern immer enger werden.»(6) Es ist dieselbe Tonlage, der man bereits in einem Brief von Schülern der Grundstufe A1 vom 27. Juni 1957 begegnet: «Es ist zu hoffen, dass diese Anstrengungen (diejenigen der Schüler zum Erlernen der deutschen Sprache!) zu einer deutsch-französischen Annäherung führen, damit zwischen unseren beiden Ländern eine dauerhafte Freundschaft entsteht auf der Basis gegenseitigen Kennens und Vertrauens.»(7) Nebenbei ist anzumerken, dass diese Schüler sowohl begeistert als auch überrascht von der «direkten Methode» sind, die vom Goethe-Institut angewendet wird und die «vom Schüler einen ziemlich großen persönlichen Arbeitseinsatz erfordert, aber», schreiben sie, «die ermöglicht, ständig den Erfolg zu ermessen». In seiner Rede stützt sich E. Ball, wenn er von der deutsch-französischen Annäherung spricht, auf einen Gedanken, den man vielleicht noch nicht zu diesem frühen Zeitpunkt erwartet hat, nämlich dass «unsere Schicksale von nun an für immer miteinander verbunden sind».

Welche Standortvorteile kann Nordfrankreich in diesem Zusammenhang aufweisen? Für Konsul Ball hat der Norden «eine herausragende Rolle bei der Schaffung und Verbreitung dieses Einverständnisses zu spielen», weil er ein geistiges und wissenschaftliches Zentrum ist, dessen Meinungen in Paris gehört werden, ein wesentliches Industriezentrum der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl mit seinem Bergbaugebiet, das besondere Beziehungen zu dem des Ruhrgebiets unterhält, ein Handelsmittelpunkt und weil der Austausch sich aufgrund der Städtepartnerschaften entwickelt (die Verbindung Lille mit Köln geschieht 1958) und auch der Jugendaustausch, «um besser die Mentalität des jeweiligen Nachbarn jenseits der Grenze zu kennen». Konsul Ball erwähnt die Rolle der Generaldirektion des Bergbaus, die sich gerade über mehrere Jahre verpflichtet hat zu einem Jugendprogramm mit dem Bergbau des Ruhrgebiets, sowie Rotarier und Studenten, die bereits zahlreich im Nachbarland studierten (E. Ball verklärt hier sicherlich eine Situation, die nicht so positiv war). Er geht auf die Großzügigkeit des Nordens ein, der «viel für meine Landsleute getan hat», wobei er die Kriegsgefangenen meint, die entwurzelt waren, weil sie nicht in ein kommunistisches Ostdeutschland zurückkehren konnten und als freie Arbeiter in Frankreich geblieben sind, Familien gegründet und Kinder bekommen haben. Die Bestimmung des Goethe-Instituts Lille hat sich also aus der Kulturdiplomatie ergeben auf der Basis von bereits bestehenden deutsch-französischen Beziehungen und dem Vorhandensein einer starken deutschen Bevölkerungsgruppe, die nach dem Krieg in Frankreich verblieb. Die Rede verklärt sicherlich, denn sie ist Ausdruck von Überzeugungen, aber sie ist erstaunlich wegbereitend und modern.

Die Aktivitäten des Goethe-Instituts und der Gesellschaft werden, wie im Brief von R. Wolf vom Dezember 1956 vorgesehen, von denselben Personen durchgeführt. Die Handelnden dieses spannenden Abenteuers sind, außer Konsul Ball, zwei stark engagierte Pioniere, die der Goethe-Dozentur zugeteilt sind: der erste im März 1957, Karl Frankenberger, und der zweite, Anfang 1958, Fritz Kerndter. K. Frankenberger, 1926 geboren, ist also 31 Jahre alt, als er die Leitung der Dozentur in Lille übernimmt. Verheiratet mit einer Französin und aus dem französischen Schulwesen kommend, hat er zwei Jahre zuvor die französische Staatsangehörigkeit angenommen (1955). Er gibt seinen Posten als französischer Lehrer auf, um sich vollständig der neuen Aufgabe zu widmen. F. Kerndter ist 1933 geboren. Er ist der Jüngste und unentbehrlicher Akteur im vielseitigen Einsatz: er unterrichtet, übernimmt einen Teil der Verwaltung, organisiert Vorträge und Veranstaltungen vor Ort und Reisen nach Deutschland. Es hat Symbolcharakter, dass ein Franzose, K. Frankenberger – deutschen Ursprungs und dem man vergeblich nahelegt, wieder die deutsche Staatsanghörigkeit anzunehmen – das erste Goethe-Institut in Frankreich leitet. Er bleibt bis 1964. Die Tätigkeit des Leiters und seines Stellvertreters sind also zweifach: Sprachkurse und Verwaltung der Dozentur, Kulturveranstaltungen und Austausch im Rahmen der Gesellschaft mit Ausstellungen, Filmvorführungen, Vorträgen, Organisation von Studienreisen, usw. Zur Durchführung dieses Programm mietet das Konsulat Räume an: 3 Zimmer für die Verwaltung in der Nummer 12, rue Henri Loyer in Lille und gleichzeitig offizielle Adresse des Goethe-Instituts, und 3 Zimmer in der Nummer 35, rue de Turenne für die Sprachkurse und «Diskussionsrunden».

Der Übergang zum Status eines deutschen Kulturzentrums (1960/1965)

Das Prinzip des Erwerbs eines richtigen Hauses wird erst 1960 vom Auswärtigen Amt akzeptiert auf inständige Bitte der Deutschen Botschaft in Paris, die, auf dem Hintergrund des Kalten Krieges, die Möglichkeit haben möchte, eine echte Kulturpolitik betreiben zu können, um dem negativen Ansehen entgegen zu wirken, das die BRD bei den französischen Intellektuellen hat. In diesem Zusammenhang wird das Goethe-Institut Lille zu einem vollständigen deutschen Kulturzentrum. Die Ankündigung erfolgt Ende 1959 auf einer Vollversammlung der Deutsch-Französischen Kulturgesellschaft in Nordfrankreich durch den Vize-Konsul von Krause in Gegenwart des Kulturreferenten von Tiechowitz: «In Bezug auf das Jahr 1960 müssen wir zunächst einen wichtigen Punkt berücksichtigen: wir sind gerade darüber informiert worden, dass die Bundesrepublik Deutschland im nächsten Frühjahr die Dozentur des Goethe-Instituts in ein Kulturzentrum umwandeln möchte, das mit den nötigen finanziellen Mitteln ausgestattet sein wird zur Organisation von deutsch-französischen Veranstaltungen in Nordfrankreich. Das heisst, dass die Dozentur, deren hauptsächliche Aufgabe bisher die Erteilung von Deutschunterricht war, ihr Tätigkeitsfeld bedeutend erweitern wird. Es ist sehr wichtig, dass unsere Gesellschaft diese so geschaffenen Möglichkeit nutzt.»(8) Die Aufgabe der Gesellschaft war damit erfüllt, und sie hat seit 1960 nicht mehr getagt, zumindest gibt es keine Belege in den Archiven. Die Botschaft in Paris hat sich in Bonn durchgesetzt, wo man bis dahin nur die Notwendigkeit der Schaffung und des Unterhalts eines «Goethe-Hauses» in Paris sah. Die Botschaft hat immer das Goethe-Institut Lille unterstützt. Einer ihrer Repräsentanten (Dr. Jansen) war Mitglied der Deutsch-Französischen Gesellschaft, während sich in Bonn im Auswärtigen Amt zwei Gruppen gegenüberstanden: Dr. Schmidt war zustimmend aber vorsichtig; Herr Mühlenhöver und andere waren dagegen und sogar ausgesprochen feindlich gesinnt, da ihrer Ansicht nach die Eröffnung eines Goethe-Hauses in Paris die höchste Priorität haben sollte. In einem Brief vom 28. Januar 1959 an seinen Minister beruft sich Botschafter Herbert Blankenhorn auf die lebhafteste Unterstützung für die Eröffnung eines echten deutschen Kulturzentrums seitens der Bevölkerung des Nordens und erinnert daran, dass bis zu diesem Datum Deutschland nur über ein einziges Kulturinstitut in Frankreich verfügt, während Frankreich mehr als 19 Institute in Deutschland unterhält. Aufgrund der in Paris zu verzeichnenden Verzögerungen ist der Botschafter der Meinung, dass man daher in der «Provinz vorangehen» müsse, «wo die Erwartungen höher sind als in Paris».(9) In seiner Antwort vom 10. März 1959 lässt sich Minister Heinrich von Brentano immer noch bitten – haarspalterisch nimmt er sogar als Vorwand, es ginge um die Frage, ob es möglich wäre, dass es zwei deutsche Kulturzentren in Lille geben könne – aber zumindest entscheidet er eindeutig, indem er sowohl der Gesellschaft als auch dem Goethe-Institut erlaubt, ihre Arbeit fortzuführen und die Sprach- und Kulturarbeit zu intensivieren durch eine Erhöhung der ersten Zuwendung von 2.500 auf 6.000 DM und durch das Zugeständnis der Anmietung größerer Räumlichkeiten für das, was in seinen Augen nach wie vor eine einfache Goethe-Dozentur ist.(10)

Aber nach verschiedenen Sitzungen und diplomatischen Schriftwechseln gewinnt schließlich die Botschaft ganz eindeutig im Laufe der Jahre 1960/62. Anlässlich eines Seminars, das in Paris am 11., 12. und 13. April 1962 stattfindet, legt H. Blankenhorn Motive und Ziele seiner Kulturpolitik in Frankreich dar: «Studenten, Professoren, die französische Intelligenz (…) haben gewisse herkömmliche Vorurteile gegen Deutschland. Sie sind besorgt, dass die Fragen der Wiedervereinigung, der Oder-Neisse-Linie, der Mauer von Berlin das deutsch-französische Verhältnis belasten könnten. Viele sind Kommunisten oder Progressisten. Alle sind von der rein politischen Kulturpropaganda der Sowjet-Zone mehr oder weniger beeinflusst. (…) Für sie sind Freiheit und Fortschritt nur in der Sowjetzone zu Hause.»(11) Wenn auch H. Blankenhorn vergröbert und sogar das Bild karikiert, das er von französischen Wissenschaftlern und Intellektuellen zeichnet, ist man sich dennoch in den deutschen diplomatischen Kreisen bewusst, dass «Germanistik im französischen Sinne nicht nur die Wissenschaft von der deutschen Sprache und Kultur ist, sondern im Hohen Masse auch politische und wirtschaftliche Gegenwartskunde von Deutschland.»(12) Die auf diesem Seminar gegebenen Antworten sind zweiseitig: den französischen Studenten muss geholfen werden, die deutsche Sprache zu lernen und die Literatur zu kennen, sie sollen befähigt werden, die deutsche Presse zu lesen; aber es soll ihnen auch ein Vortragsprogramm über das gegenwärtige Deutschland geboten werden. Um dies zu erreichen, müssen in allen großen Provinzstädten wie auch in Paris deutsche Kulturzentren eingerichtet werden. Außer in Lille, wo mehr als 500.000 DM Zuwendungen gewährt werden einschließlich 360.00 nur für den Ankauf des Gebäudes in der rue des Stations im Rahmen eines Gesamtbudgets von 2,5 Mio für 1962/63, sollen auch Marseille (343.000DM) gefördert werden, sowie Paris (226.000 DM), Toulouse (113.000 DM) und Nancy (15.000 DM). Ein besonderes Augenmerk wird auch auf Gesellschaften oder deutsch-französische Vereinigungen in Caen, Rouen, Lyon, Bordeaux, usw. gerichtet. Botschafter Blankenhorn schlägt sogar Nebenstellen für Montpellier oder Nizza vor!

Der Einzug des Goethe-Instituts Lille im Jahr 1964 in die neuen Räume in der rue des Stations in das ehemalige Verwaltungsgebäude der Spinnereien Delebart-Mallet Söhne kündigt die tatsächliche Etablierung der deutschen Kulturpolitik in Nordfrankreich an. Das Institut, das am 10. Februar 1965 offiziell eröffnet wurde, verfügt - entsprechend dem ursprünglichen Projekt eines «Deutschen Hauses», an dem Konsul Ball hing - über eine Bibliothek (10.000 Bände) mit Lesesaal, eine Diskothek und eine Filmothek. Für Vorträge und Darbietungen gibt es nun einen großen Veranstaltungssaal. Der Chor O Musica, 1959 auf Initiative von Peter Reitz gegründet, als eine Gruppe von 35 Schülern etwas zu Weihnachen singen wollte, verstärkt seine Aktivitäten. Zu erwähnen ist, dass die Weihnachtsfeiern des Goethe-Instituts für die Schüler und ihre Familien keine kleine Angelegenheit waren, sondern mit Hunderten von teilnehmenden Eltern und Kindern ein Ereignis, das in der Lokalpresse gebührend Würdigung erfuhr. Das Goethe-Institut verfügt ebenfalls über eine Theatergruppe. Man ist jedoch noch weit entfernt von der Kultur im eigentlichen Sinne und die Sprachkurse bestimmen weitgehend das Feld: 10 Klassenräume, 1 Lehrerzimmer, 1 Sprachlabor mit 20 Plätzen. Der damalige Direktor, Hermann Reidt (1964-1968), weist nachdrücklich darauf hin, dass das Gebäude mehr und Besseres «in den eigenen Räumen» bieten kann, während vorher die Aktivitäten auf verschiedene Standorte verteilt waren. Zwei Aspekte erschienen H. Reidt besonders wichtig und verdienen, hervorgehoben zu werden, weil sie die deutsch-französische Dimension der geleisteten Arbeit aufzeigen, die von Anbeginn für das Goethe-Institut Lille bestimmend war und die sich zu vermeiden bemühte, mit aggressiver Information zu sehr überzeugen zu wollen: 1. «Sie sollen wissen, dass wir kein Propagandaziel haben». 2. H. Reidt verficht das Konzept der «kulturellen Integration» mit dem Ziel, Kontakte zwischen Deutschland und Frankreich herzustellen aber auch mit anderen Ländern. Er setzt auf die Zusammenarbeit mit bestehenden örtlichen Institutionen und unterstreicht die ausgezeichneten Verbindungen zur Gesellschaft «Dante Alighieri».(13)

Der Übergang von der Selbstdarstellung zum erweiterten Kulturbegriff

Unmerklich aber sicher erweitert das Goethe-Institut seine kulturellen Aktivitäten, was deutlich spürbar wurde Ende 1960, Anfang 1970 wie einer der Jahresberichte des damaligen Leiters, Hubert Hohl (1968-1976) zeigt, in dem nachdrücklich darauf hingewiesen wird, dass das Institut sich an andere Zielgruppen wendet als diejenigen, die von jeher dem Austausch mit Deutschland zugewandt sind. «Die Arbeit der Zweigstelle darf sich nicht auf das "Kulturelle" im bisherigen Wortverstand beschränken, sondern muss mit Vorträgen aus den verschiedenen Gebieten der Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaftslehre eine Information und Diskussion über das ermöglichen, was gegenwärtig in Deutschland geschieht.» So erlebte Lille unter Anderem als Vortragenden Martin Walser, der über das Thema des Engagements des Schriftstellers sprach. Zwei Elemente bestimmen nun in den 70er Jahren die kulturelle Aufgabe des Goethe-Instituts: die Erinnerung an die Vergangenheit, deren Einfluss Hubert Hohl dialektisch analysiert: zwei deutsche Invasionen in Nordfrankreich rufen Erinnerungen hervor, die im Übrigen einen Bedarf nach Begegnungen wecken und die Bereitschaft, sich zu informieren. Das andere Element ist die Notwendigkeit, sich gegen die englische Konkurrenz zu behaupten, mehr aber noch gegen Echanges franco-allemands, da man befürchtet, dass sich in Lille ein Herder-Institut der DDR etablieren wird. Denn zu diesem Zeitpunkt verhandelt die Universität Lille 3 und ihr Fachbereich Germanistik mit der Universität Halle über ein Austauschprogramm, wie es bisher nur wenige in Frankreich gegeben hat, mit der Folge, dass in Kürze in Lille 3 neben den Lektoren des DAAD auch ein Lektor aus Halle lehren wird. Zusätzlich zu dem Argument der geografischen Entfernung des neuen Campus von Lille 3 in Villeneuve d'Ascq ab Mitte der 70er Jahre zu der rue des Stations war dies ohne Zweifel der Grund zur Einrichtung eines Lesesaals des Goethe-Instituts innerhalb des Fachbereichs Germanistik. Hubert Hohl zieht als Fazit, dass bisher das Goethe-Institut vor allem als Sprachinstitut angesehen wurde, es nun aber ein etablierter und anerkannter «animateur culturel» in der kulturellen Liller Kulturszene ist. La Voix du Nord stimmt ihm übrigens zu, denn die Zeitung schreibt: «Das Goethe-Institut ist nicht nur ein Sprachlabor, es bemüht sich, ein Instrument der Zusammenarbeit und der Verbreitung der Kultur auf europäischer Ebene zu sein».(14)

Der Diskurs von H. Hohl steht vollständig im Einklang mit den Änderungen in der deutschen auswärtigen Kulturpolitik, die zu diesem Zeitpunkt eine bedeutende Wende erfährt: der Übergang von der einfachen positiven Selbstdarstellung auf der Basis eines traditionellen Kulturbegriffs zum «erweiterten Kulturbegriff». Zu Beginn der 70er Jahre, zur Zeit der sozial-liberalen Koalition Brandt/Scheel und inspiriert in dieser Hinsicht von Ralf Dahrendorf und Hildegard Hamm-Brücher, wird die auswärtige Kulturpolitik zur dritten Säule der auswärtigen Politik. neben der Politik und der Wirtschaft. Von R. Dahrendorf in Auftrag geben, 1971 erstellt und erst 1978 veröffentlicht fordert das Peisert (Hans)-Gutachten für das Goethe-Institut, den DAAD, die Kulturabteilung des Auswärtigen Amts und die Humboldtstiftung eine Neuordnung der auswärtigen Kulturpolitik der BRD: zu dem Konzept des erweiterten Kulturbegriffs tritt der Begriff Kulturaustausch hinzu, der den der Selbstdarstellung ablöst, und gleichzeitig wird eine Professionalisierung der Akteure der Netze gefordert. Aber es wird auch eine Liste der Staaten vorgeschlagen, die vorrangige Bedeutung für die BRD haben, was sich schädlich auswirken und die Kulturpolitik der auswärtigen Politik unterordnen kann.

Ein Zitat fasst das wesentlich Neue dieses Gutachtens zusammen: «Der Wert dessen, was wir geben, hängt von unserer Bereitschaft des Empfangens ab – die Öffnung zum Anderen ist daher ein Prinzip unserer auswärtigen Kulturpolitik».(15) Die Folge davon ist sicherlich auch das unvermeidliche Bemühen um Maß und Ausgewogenheit: es führt zur Vermeidung von Provokationen und zur vorsorglichen Koordinierung mit den übergeordneten Instanzen; bedeutungsvoller aber ist, dass die Palette der Themen über die der Kultur hinaus sich hin zu allen Aspekten der deutschen Gesellschaft und den deutsch-französischen Beziehungen erweitert. Für Lille sind die Jahre 1970 bis 1999 sehr günstig. In der Tradition der Arbeit des deutschen Konsulats in den 50er Jahren kommen in Lille einige spezifische Schwerpunkte hinzu: die Betreuung der Deutschassistenten in Nordfrankreich, und, seit ungefähr dreißig Jahren, Angebote für Deutschlehrer im Rahmen der Deutschlehrertage, die, von ihrer geografischen Ausdehnung her gesehen, beinahe den Einzugsbereich abdecken, den Konsul Ball definiert hatte, denn sie finden nicht nur in Lille sondern auch in Caen und Rouen statt. Und es gibt die Themen wie Stadtplanung, Stadtentwicklung, Umwelt, was dazu führt, dass sicher nicht ohne Grund das Gebäude in der rue des Stations bei der Krise um die Jahrtausendwende vom CAUE, Rat für Architektur, Stadtplanung und Umwelt des Departement Nord, übernommen wurde. Eine gerechte Umkehr der Dinge, aber gleichzeitig Basis für eine echte Zusammenarbeit, denn das Goethe-Institut wurde Mieter eines Teils des vom CAUE erworbenen Gebäudes und kann weiterhin den schönen großen Veranstaltungssaal benutzen.

Und so habe ich persönlich das Goethe-Institut kennen gelernt, als ich es Mitte der 70er Jahre zum ersten Mal besuchte: offen, ohne Furcht, bemüht um Partnerschaft und um Vermittlung eines ebenso authentischen wie möglichst vollständigen Bildes der deutschen Gegebenheiten. Seitdem hat es sich mir nie anders präsentiert, wer auch immer es geleitet hat, selbst wenn jeder Leiter oder Leiterin seine persönliche Handschrift hinterließ. Ich denke insbesondere an Johannes Vandenrath (1976-1982), Eckart Plinke (1982-1985), Renate Albrecht (1985-1990), Karl H. Kemmner (1990-1992), Lia Strobel (1992-1996), Klaus Schindler (1996-2001) und natürlich Waltraud Gros (2001-2005) und jetzt Dorothee Ulrich (seit 2005).

Die Krise um die Jahrtausendwende mit welchen Perspektiven?

Jenseits aller Wechselfälle und Veränderungen in seiner Geschichte hat sich das Goethe-Institut seit Anbeginn als ein Instrument der deutsch-französischen Zusammenarbeit verstanden zur Verbreitung der deutschen Sprache und der Vermittlung eines positiven Bildes der BRD und des vereinten Deutschlands. Die Behandlung des Themas der europäischen Integration verstand sich in diesem Zusammenhang von selbst, und stets war das Goethe-Institut sich der Last der Vergangenheit bewusst im Bemühen, sie somit besser meistern zu können. Intern gab es wie in jedem anderen Goethe-Institut in Frankreich und auch woanders die beständige Spannung zwischen Sprachabteilung und Kulturprogramm: wem gebührte der Vorrang, der Sprache oder aber der Kultur im weitesten Sinne? Eine fruchtlose Diskussion, denn die Kultur bedient sich der Sprache, und dennoch ist sie nicht vergeblich, wenn der Vorrang der Sprache zu Lasten der Kultur geht. In Lille wurde die Frage entschieden durch die Ausgliederung der Sprachkurse und ihre Integrierung in die Fort- und Weiterbildungsabteilung (FCEP) der Universität Lille 3. Dies war eine der ersten Maßnahmen nach der Reduzierung der Mittel des Instituts um die Jahrtausendwende, durch die es mehr denn je gezwungen wurde, seine schon immer ausgeübte Kardinaltugend in Anwendung zu bringen: Netzwerkarbeit mit den örtlichen Akteuren, die ein echtes Modell der deutsch-französischen Zusammenarbeit zugunsten des Zusammenwachsens von Europa wird. Bei der oben erfolgten Erwähnung des Namens von Klaus Schindler, der leider zu früh von uns gegangen ist, kommt mir natürlich auch die Gefahr einer Vollschließung des Goethe-Instituts Lille in den Jahren zwischen 1999 und 2001 in den Sinn.

Die Schließung konnte abgewendet werden dank des Engagements von Nutzern und Freunden des «Goethe» - im Abstand von zwei Jahren gab es einmal eine Unterschriftensammlung von 16.000 und dann noch einmal von 14.000 Unterstützern – , dank des eindeutigen Beistands seitens der deutschen Botschaft in Paris und aber auch dank des zähen Ringens der damaligen Leitung des Goethe-Instituts Lille. Wir sind dankbar, dass das Institut fortbesteht, wenn auch in verkleinerter Form mit nur drei Stellen, aber es hat seinen Status als deutsches Kulturzentrum gewahrt. Der 50. Geburtstag ist ein Zeichen von Dauer und beweist, dass das Goethe-Institut fest verankert bleibt in der kulturellen Landschaft von Lille und der Region. Es setzt seine beachtliche Arbeit fort, die von seinem Publikum sehr günstig aufgenommen wird. Aber es stehen ihm zu geringe Mittel zur Verfügung und vor allem zu wenige Personen. Daher möchte ich in der Anwesenheit von Verantwortlichen des Goethe-Instituts und deutschen kulturellen Institutionen heute Abend mit der Bemerkung schließen, dass es mindestens einer weiteren ganzen Stelle bedarf, damit das Goethe-Institut Lille seine Aufgabe erfüllen kann unter zufrieden stellenden Arbeitsbedingungen; es sollte auch die Beziehungen zwischen Nordfrankreich und Nordrhein-Westfalen ausbauen, wobei wir uns bewusst sind, dass damit eine Tradition fortzusetzen ist, die bei seiner Gründung im Jahr 1957 von Konsul Ball eingeleitet wurde.

aus: in Allemagne d'aujourd'hui. Revue d'information et de recherche sur l'Allemagne, Nr. 183, Januar-März 2008, S. 104-112

Anmerkungen

(1) Dieser Aufsatz ist die überarbeitete und ergänzte Fassung der Rede, die der Autor am 27. September 2007 im Goethe-Institut Lille hielt im Rahmen der 50-Jahr-Feier des Instituts. Er hat bewusst im letzten Teil den persönlichen Aspekt seiner Rede beibehalten, während er in den ersten drei Teilen als Historiker vorging. Siehe auch J.-M. Duhamel, «Goethe-Institut: il y a cinquante ans, il fut le premier de France» in La Voix du Nord, 27.09.07, S. 15. Der Autor dankt insbesondere Knud Piening, Politisches Archiv (Auswärtiges Amt), Berlin, und Corinne Desmettre, Archiv der Katholischen Universität Lille (Institut catholique), sowie Waltraud Gros, Dorothee Ulrich, Fritz Kerndter und Peter Reitz für ihre Bereitschaft zur Beschaffung der Dokumentation.
(2) Brief von R. Wolf an Konsul Ball vom 4.12.56, im Konsulat registriert am 7.12.1956 unter der Nummer 118/57, Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes, Bestand B 96 – Bd. 5646 36/72.
(3) Brief von K. Frankenberger vom 27.7.1957 an Konsul Ball in PA AA B 96 – Bd. 5646.
(4) Cf. Vermerk vom22.01.1957 betreffend: Errichtung einer Maison allemande in Lille, Besprechung am 18.01.1957 in Bonn bei Dr. Simon mit Konsul E. Ball, Dr. Arens, Dr. Schmitt (Kulturabteilung) und dem Autor des Vermerks (Koop), PA AA B 96 (Referat 606 88 5033).
(5) Statuten in Archiv Katholische Universität Lille und Politisches Archiv AA, Berlin. Cf. auch JO vom 30.071958, Nr. 177, S. 7132.
(6) Einweihungsrede von Konsul Ball in PA AA B 96, Bd.174, Ts 96.
(7) Brief vom 27. Juni 1957 an das Goethe-Institut, unterschrieben von 16 Schülern in PA AA B 96, Bd. 174.
(8) Protokoll der Vollversammlung der Gesellschaft mit Datum vom 7. November 1959, PA AA B 96, Bd. 174.
(9) Brief von Botschafter Blankenhorn an den Außenminister Dr. Heinrich von Brentano, 28.01.1959 in PA, AA B 96, Bd. 174.
(10) Brief von Außenminister H. v. Brentano an Botschafter Blankenhorn vom 10.03.1959 mit dem Inhalt, ein Deutsche Kulturzentrum in Lille zu schaffen, PA, AA, B 96, Bd. 174.
(11) Referat von Botschafter Blankenhorn anlässlich eines Arbeitstreffens des Goethe-Instituts, Paris 11. – 13. April 1962, PA AA B, B 96 Bd. 334, Vermerk 18.04.1963.
(12) Vermerk Dr. Simon vom 19.04.1962, PA AA B 96, Bd. 334.
(13) Cf. Gespräch von Jean-Marie Sourgens mit Hermann Reidt in dem Artikel «Deux petits locaux ne valent pas un grand … Le "Goethe-Institut" de Lille s'installera en octobre dans un vaste immeuble rénové» in La Voix du Nord, 28.02.1964.
(14) Ohne genaue Quellenangabe im Anhang zu dem Bericht von H. Hohl.
(15) Zitiert nach Elise Lanoë, La mutation des politiques culturelles extérieures de la RFA et de la France dans les années 1970: étude comparée des rapports H. Peisert et J. Rigaud à leurs ministères des Affaires étrangères respectifs, S. 39, Mémoire Master 2 an der Universität Lille 3, verteidigt am 7. Juni 2007, 95 Seiten. Es ist das Verdienst von E. Lanoë, diese Gutachten wiederentdeckt zu haben für eine gründliche Analyse, ihre Bedeutung und Auswirkung in den 70er Jahren.
Von Jérôme Vaillant, Übersetzung: Waltraud Gros
Jérôme Vaillant ist Professor für Deutsche Landeskunde an der Universität Lille 3 – Charles-de-Gaulle, Chefredakteur der Zeitschrift "Allemagne d'aujourd'hui", Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.