DigiZeitschriften – das deutsche digitale Zeitschriftenarchiv

Im Online-Archiv DigiZeitschriften stehen den Nutzern von Forschungsein-richtungen auf der ganzen Welt über drei Millionen Seiten wissenschaftlicher Literatur aus deutschen Fachzeitschriften zur Verfügung.
Ein Beitrag aus der Deutschen Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte aus dem Jahre 1924 oder aus der Geologischen Rundschau von 1950 oder aus der Zeitschrift für Soziologie von 1980, ein Artikel aus der Kunstchronik von 1990 oder aus der Juristenzeitung von 2002 – all das ist für Forscher im In- und Ausland dank DigiZeitschriften nur ein paar Mausklicke weit entfernt.
Ein Service für Forscher in aller Welt
Für die Geschäftsführerin Caren Schweder lässt sich das Ziel von DigiZeitschriften e.V. ganz schlicht beschreiben: "Wir wollen wissenschaftliche Literatur bereitstellen." Dazu werden laufend ganze Jahrgänge namhafter deutscher Zeitschriften von externen Dienstleistern digitalisiert und dann in das digitale Zeitschriftenarchiv eingespeist.Mittlerweile haben sich dort rund 3,3 Millionen Seiten aus rund 130 führenden deutschen wissenschaftlichen Zeitschriften angesammelt, auf die Studierende und Wissenschaftler online zugreifen können. Das sind mehr als 311.000 Beiträge aus 18 Fachgebieten – von Ägyptologie über Geschichte und Mathematik bis Wirtschaftswissenschaften. Dabei können alle Beiträge im PDF-Format geöffnet und heruntergeladen werden.
Was man hier – im Interesse der Wissenschaftsverlage – nicht findet, sind die jeweils jüngsten Jahrgänge der Zeitschriften. Zwischen zwei und fünf Jahren liegen in der Regel zwischen dem letzten verfügbaren Heft in DigiZeitschriften und dem aktuellen Heft einer Zeitschrift in der Printversion.
Die Anfänge des elektronischen Zeitschriftenarchivs
Der erste Schritt zu diesem Projekt wurde bereits 1999 getan. Damals schlossen sich neun Sondersammelgebiets-Bibliotheken zu einer Initiativgruppe zusammen. Am 12. Februar 2002 haben sie den Verein DigiZeitschriften e.V. gegründet. Seither steigt die Anzahl der Mitglieder des Vereins kontinuierlich an. Mittlerweile gehören ihm 14 Bibliotheken aus dem gesamten Bundesgebiet an. Die Federführung liegt bei der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.Der Aufbau von DigiZeitschriften wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Seit Sommer 2006 trägt sich der gemeinnützige Verein aber selbst; die DFG zahlt lediglich noch Zuschüsse für die Digitalisierung. Zudem wird das digitale Archiv vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Verwertungsgesellschaft Wort unterstützt.
Abonnements für öffentliche Institutionen
Das Angebot DigiZeitschriften teilt sich in zwei Bereiche. Es gibt einen für jeden frei zugänglichen Bereich: Hier kann man im gesamten Archiv in allen Inhaltsverzeichnissen recherchieren. Außerdem stehen in diesem Open-Access-Bereich die rechtefreien Artikel, die etwa ein Drittel des Gesamtangebots ausmachen, für jeden zum Download bereit.
Zugriff auf die weitaus meisten Beiträge haben jedoch nur Personen mit einer Zugangsberechtigung – und das sind alle Nutzer von Bibliotheken und wissenschaftlichen Einrichtungen, die DigiZeitschriften subskribiert haben.
DigiZeitschriften bietet öffentlichen Institutionen ein kostenpflichtiges Abonnement an, wobei die Höhe des Abo-Preises von der Art und Größe der Einrichtung abhängt. Die Institutionen können den Service dann ihren Mitarbeitern, Studierenden und Nutzern über ihre Rechner zur Verfügung stellen. Es gibt jedoch keine Abonnements für Einzelpersonen. Zurzeit hat DigiZeitschriften über 180 Abonnenten, wobei rund 25 Prozent davon ausländische Einrichtungen aus 16 Ländern sind.
Stetiges Wachstum als Ziel
DigiZeitschriften unterstützt nicht nur Forscher in der ganzen Welt bei ihrer täglichen Arbeit, sondern sorgt gleichzeitig auch dafür, dass in Deutschland erschienene Veröffentlichungen weltweit dauerhaft besser sichtbar und deutlich einfacher zugänglich sind.Für das laufende Jahr planen die Mitarbeiter, für alle Titel im Archiv den Volltext vollständig verfügbar zu machen. Damit werden die Recherchemöglichkeiten noch einmal verbessert.
Die Pläne für die Zukunft von DigiZeitschriften formuliert Caren Schweder klar und einfach: "Wir wollen immer besser werden", erklärt sie. "Wir bauen unser Angebot stetig weiter aus und wollen es vielfältiger machen, um den Bedürfnissen der Wissenschaftler noch genauer entsprechen zu können."
Um den Nutzern ein möglichst breites Spektrum anbieten zu können, werden die bestehenden Fachgebiete beständig um neue Titel ergänzt. Darüber hinaus sollen sowohl aus den Geistes- als auch aus den Naturwissenschaften neue Fachgebiete aufgenommen werden. "Außerdem prüfen wir zurzeit, ob es einen Bedarf dafür gibt, unser Angebot auf Regionalzeitschriften auszuweiten", berichtet die Geschäftsführerin. Und dann fühlt sie sich doch aufgerufen, ihre betont schlichte Zielbestimmung ein wenig zu ergänzen: "Denn: wir wollen wissenschaftliche Literatur bereitstellen – und zwar immer mehr."
arbeitet als freie Publizistin in Bonn
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Juni 2008











