Rhetorik der Krise

Finanzkrise, Bildungskrise, Klimakrise – wir leben in einer bedrohlichen Welt, in einer Zeit des Notstands und der Depression, aber auch in einer Zeit des Umbruchs und der Reflexion. Denn als Gipfel des kritischen Zustandes führt die Krise unweigerlich in etwas Neues, wobei sie das in ihr verborgene schöpferische Potenzial offenbart. Rhetorik der Krise sieht daher nicht in den Abgrund der aktuellen Krisen, sondern blickt hinüber zu den Alternativen, Überwindungsstrategien und kreativen Potenzialen. Von Ulrike Prinz und Isabel Rith-MagniMehr ...

ER-ZÄHLEN

    Verlorenes Paradies

    Krise dient als Kehrreim auf alles – von der Wirtschaft über den Journalismus bis hin zum Theater. Alle waren die ganze Zeit in der Krise: ein Widerspruch in sich, nachdem die Krise per definitionem ein Augenblick und kein Zustand ist. Von Óscar Calavia SáezMehr ...

    Apocalipsis right now!

    Die Krise als Chance lesen, die zur Veränderung anstiftet. Unsere eigene Apokalypse bewerkstelligen; unsere eigene Offenbarung anleiten. Denn das, was wir als Krise erleben, ist bloß Produkt der Bagatellen und Gespinste der heutigen Welt. Von Alan MillsMehr ...

    Glücksrad

    Über jenen Augenblick, wenn im großen Weltkasino die Karten neu gemischt werden und wir dann sehen, welches Blatt wir haben, wer mit leeren Händen nach Hause geht und wer Millionär wird. Von Héctor Abad FaciolinceMehr ...

    Immobilienblase

    Der Immobilienmarkt Spaniens ist eingebrochen. Das Bewusstsein einer Generation, die das Land betoniert hat, beschreibt Rafael Chirbes in seinem Roman „Krematorium“: Eine Begegnung mit dem Autor im Frühsommer 2009. Von Paul IngendaayMehr ...

    Leere Versprechungen

    Pfeiler, die nichts als Leere tragen und Dächer, die das Nichts decken. Die Fotografin Christina Rosenberg hat Orte ohne jegliches Leben in ihren Bildern festgehalten. Von Cristina RosenbergMehr ...

    Schiffsbruch mit Zuschauern

    Die Literatur fungiert nicht als Anklägerin von Misserfolgen, vielmehr bietet sie den unzähligen Verlierern, die sie bevölkern, Zuflucht. Ein Überblick über das Scheitern in der spanischsprachigen Literatur. Von Yvette SánchezMehr ...

    Erfolgreich scheitern

    Roberto Bolaños Welterfolg gründet auf einer Poetik des Scheiterns, die von der Krise ausgeht und dabei einen rebellischen und kämpferischen Geist mit einem zuweilen grotesken Humor mischt. Von Roland SpillerMehr ...

    Fehler

    Die Erzählung strebt nicht nach der Wahrheit, sie will dem Geschehen einen Sinn verleihen. Die Krise der individuellen und kollektiven Erzählung entsteht, wenn sich dieser Sinn verflüchtigt. Von Diego TatiánMehr ...

    SPEKULIEREN

      Konkursmasse

      Prophetische Gaben besitzen weniger die Wirtschaftsexperten und Hedgefondsmanager als die Künstler. Über radikale Veränderungen und Umbrüche. Von Alfons HugMehr ...

      Symbolwert und Materialwert

      Die Logik der Kunst, aus jedem noch so unscheinbaren Objekt einen ästhetischen Mehrwert hervorzuzaubern, ist nicht ohne Weiteres auf die reale Welt übertragbar. Von Alfons HugMehr ...

      Kaufrausch

      Mit der großen Krise des Kunstmarkts gerät die Kunst selbst ins Wanken: Was ist sie überhaupt noch wert? Es wird Zeit, ihren wahren Kern neu zu entdecken. Von Hanno RauterbergMehr ...

      Don’t worry!

      Die Krise findet zuerst in der Rede von der Krise statt, ja die Rhetorik der Krise konstituiert zuallererst die Krise. Wenn man Krisen „herbeireden“ kann, lassen wir sie uns auch wieder ausreden? Von Isabel Rith-MagniMehr ...

      PROFITIEREN

        Kerngeschäft

        „Die Krise ist ein ungemein produktiver Zustand“. Warum das deutschsprachige Theater als ein Sieger der weltweiten Finanzmisere gelten kann. Von Christine DösselMehr ...

        Drei Groschen

        Um zu verstehen, warum das Werk Brechts in Brasilien fortbesteht, muss man nachvollziehen, auf welche Weise es in Deutschland zu Grabe getragen wird. Von Sérgio de CarvalhoMehr ...

        Schlachthöfe

        Nun atmet auf, nun muss der Markt gesunden! Zehn Gedanken zu Bertolt Brechts „Heilige Johanna der Schlachthöfe“ Von Tilmann KöhlerMehr ...

        Dauerzustand

        Als Europa die Krise entdeckte. Was exportieren periphere Kulturen: Lösungen für die Krise oder gerade mal Balsam der Seele zum Trost? Von Rafael SpregelburdMehr ...

        TEILHABEN

          Solidarität

          Woran krankt der Kapitalismus? Er krankt an seinem Ausgangspunkt, seiner zweckrationalen Leitidee und deren systembildender Kraft. Notwendig ist die Umkehr des Ausgangspunktes. Von Ernst-Wolfgang BöckenfördeMehr ...

          Almosen

          Sao Paulo richtet seinen Blick auf Prozesse der Reorganisation des urbanen Raums. Microplanning ist dabei ein Ausgangspunkt neuer Initiativen und Strategien, die einen kreativen Umgang mit kritischen Situationen des städtischen Lebens ermöglichen. Von Paulo Coelho und Muhammad YunusMehr ...

          Aneignung

          Learning from São Paulo: Microplanning und städtische Kreativpraktiken. Von Marcos L. RosaMehr ...

          Kreativwirtschaft

          Kreativhotels, Kreativkieze, Kreativetagen und Kreativbeauftragte: Berlin sieht sich als Zukunftslabor einer neuen, wissensbasierten Ökonomie. Aber was ist das eigentlich, Kulturwirtschaft? Eine Recherche in der „Hauptstadt der Innovation“ Von Thomas Groß und Tobias TimmMehr ...

          Inwertsetzung

          Hamburg nur noch als Marke, der wir Aura, Ambiente und Freizeitwert verpassen sollen? Das machen wir nicht mit. Ein Künstler-Manifest gegen die Hamburger Kulturpolitik: Ohne uns! Von NIONMehr ...

          PANORAMA

            Ein langer Blick zurück

            Der chilenische Filmregisseur Patricio Guzmán präsentiert mit Nostalgia de la Luz eine Meditation über Sterne, Schuld und die Atacama-Wüste. Von Torben IbsMehr ...

            Eine Wolke über der Stadt

            Kann man sich im Internet den epochalen Verbrechen der Nazis nähern? Die Münchner Künstlerin Michaela Melián hat mit "Memory Loops" ein virtuelles Mahnmal nicht nur für München geschaffen. Ein Interview von Corinna Nohn. Von Michaela MeliánMehr ...

            Die Unverzichtbarkeit des Fremden

            Die Tatsache, dass wir uns unterscheiden und uns wechselseitig als merkwürdig, ja als absonderlich vorkommen – ist das im Grunde nicht das viel Elementarere, das Natürlichere als das Gemeinsame?
            Von Hans-Jürgen HeinrichsMehr ...

            Wozu ist Literatur gut?

            Fragt die angesehene uruguayische Schriftstellerin Cristina Peri Rossi in ihren Überlegungen zu den Antworten, die der Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa in seiner Dankesrede auf diese Frage gab. Eine Hommage. Von Cristina Peri RossiMehr ...

            Zwischen Welten

            Der Bischof und Umweltaktivist Erwin Kräutler bekommt den Alternativen Nobelpreis verliehen. Von Ulrike PrinzMehr ...