Bildung – zwischen Hirn und Herz

Bildung ohne System

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Ein Handlungsappell gegen die systematische Verschwendung von Ressourcen gepaart mit der medialen Vermüllung der Köpfe der nächsten Generation.

„Ein System ist eine Gesamtheit von Elementen, die so aufeinander bezogen sind und in einer Weise wechselwirken, dass sie als eine aufgaben-, sinn- oder zweckgebundene Einheit angesehen werden können.“ Nimmt man diesen System-Begriff ernst, dann gibt es in Deutschland kein Bildungssystem. Die Konsequenzen für die Bildung junger Menschen sind verheerend, und der Zustand für den Fortbestand unseres Wohlstands und unserer Gesellschaft ist insgesamt bedrohlich.

Blinde Piloten

„Schauen Sie doch einmal zu Ihrem Nachbarn nach links und dann nach rechts. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die beiden nächstes Jahr um diese Zeit nicht mehr da sein.“ So werden hierzulande Mathematik-Erstsemester vom Professor begrüßt, und dass es ihm ernst ist, bemerken die Studenten spätestens bei den Klausuren. „Papa, es gibt schlechte und gute Nachrichten. Die schlechte: Ich bin durch die Klausur gefallen. Die gute: Ich war der beste von den 93 Prozent, die durchgefallen sind“, schrieb mir mein Sohn per SMS während seines ersten Mathematik-Semesters an einer guten deutschen Universität. Nichts Ungewöhnliches, wie Abbrecherquoten von 60 bis 70 Prozent im Studienfach Mathematik zeigen – mit sehr ungünstigen Konsequenzen für die mathematische Grundbildung unserer Nation. Denn hierzulande fehlen 30 000 Mathematiklehrer. Daher schlagen Politiker vor, diesem eklatanten Mangel an deutschen Gymnasien dadurch zu begegnen, dass man Mathematiker aus osteuropäischen Ländern an deutsche Gymnasien holt, die zwar kein Deutsch können, dafür aber höhere Mathematik. Zum Lehren braucht man jedoch Deutschkenntnisse dringender als Li-Gruppen oder Banach-Räume. Und was man sicher nicht braucht, sind Ironie, Zynismus, Sarkasmus und andere Eigenschaften sozialer Kälte.

Nahezu jeder Abiturient, der sich zu einem Studium der Mathematik entschließt, weiß, worauf er sich einlässt, und beherrscht zudem den Stoff bis zum Abitur bereits. Mit der Selektion für mathematische Hochbegabung, die ihrerseits mit Autismus, das heißt fehlendem sozialen Einfühlungsvermögen, einhergeht, wird also bei der Ausbildung von Mathematiklehrern aktive Selektion gegen Menschen mit sozialem Einfühlungsvermögen und damit besonderer Eignung für den Lehrberuf betrieben. Das ist etwa so, als würde man bei der Ausbildung von Piloten erblindete Menschen bevorzugen! Dies ist nicht sinnvoll, weil Piloten gut sehen können müssen. Ebenso müssen Lehrer ein gutes Einfühlungsvermögen besitzen, denn sie sind die mit Abstand wichtigste „Variable“, wenn es um die Frage geht, wie guter Unterricht zustande kommt. 

Die Leerstelle in der Lehrerausbildung: der Schüler

Der beschriebene Sachverhalt zeigt beispielhaft, wie wenig System in unserem „Bildungssystem“ steckt – und wenn überhaupt, dann verhält sich vieles „systematisch falsch“! Dies ist kein Einzelfall, sondern die Regel, wie weitere Beispiele zeigen. Ich selbst arbeite als Professor für Psychiatrie an einer deutschen Universitätsklinik, das heißt, ich behandle Patienten und bilde Studenten zu jungen Ärzten und junge Ärzte zu Psychiatern aus. Stellen Sie sich nun vor, ich hätte meinen letzten Patienten vor 30 Jahren gesehen und würde meine angehenden Psychiatrie-Weiterbildungsärzte mit den Worten begrüßen: „Vergessen Sie, was Sie in sechs Jahren Studium an medizinischer Theorie gelernt haben: Wir haben hier richtige Patienten!“ Undenkbar? In der Medizin, ja, in der Bildung der Normalfall! Pädagogikprofessoren unterrichten keine Schüler. Wie können sie das Unterrichten von Schülern lehren, wie die Veränderungen der Schülerschaft während der letzten 30 Jahre aus eigener Erfahrung kennen? Wie sollen sie als Vorbild dienen können, von dem junge Lehrer sich „eine Scheibe abschneiden“? Systembedingt können sie das gar nicht!

Abhilfe wäre leicht mit einer Systemänderung zu schaffen. Ebenso wie es keine Ausbildung in Medizin ohne Patienten gibt, sollte für den Bereich der Bildung gelten: Wo Lehrer ausgebildet werden, müssen Schüler sein. Es sollte eine Brennpunktschule sein, genau so, wie an Universitätskliniken ja auch vor allem die schwierigen Fälle behandelt werden und die nächste Generation lernt, wie man das macht.

Aspirin im Trinkwasser und Mengenlehre im Klassenzimmer

Nicht nur die Lehre, sondern auch die Forschung im Bereich der Bildung ist ohne System, denn zu den wichtigen, systemrelevanten Fragen, die in der Öffentlichkeit permanent diskutiert werden, liegen keine belastbaren wissenschaftlichen Ergebnisse vor: Ab welchem Alter sollen Kinder in öffentlichen Bildungseinrichtungen wie gefördert werden? Soll dies in Abhängigkeit von ihrer Begabung getrennt geschehen, und wenn ja, ab welchem Alter? Was ist die beste Klassengröße, in welchem Alter, bei welchem Grad der Unterschiedlichkeit der Schüler? Wie lange soll eine Schulstunde dauern? Wie lange ein Schultag? Weil keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen, an denen sich politische Entscheidungen orientieren könnten, werden diese Fragen ohne jegliche empirische Grundlage ideologisch entschieden. Wie Kinder lernen, ist aber eine Frage, die wissenschaftlich geklärt und dann entsprechend umgesetzt gehört.

Stellen Sie sich einen Länderinnenminister vor, der von einem Freund den Tipp bekommt, dass Aspirin gut gegen Herzinfarkt wirkt. Der Minister beschließt daraufhin, dass man Aspirin dem Trinkwasser beimischt. Zehn Jahre später findet ein Statistiker dann zufällig, dass die Zahl der Toten seither gestiegen ist, woraufhin der Minister beschließt, das Aspirin aus dem Trinkwasser wieder zu entfernen. Undenkbar? In der Medizin schon, in der Bildung Normalfall. In Hessen wurde über mehr als ein Jahrzehnt in der ersten Klasse das Rechnen mit der Mengenlehre begonnen, weil jemand die Idee hatte, man könne Mathematik so didaktisch darbieten, wie man das Fach systematisch begründen kann (nämlich tatsächlich auf der Mengenlehre). Wie eigenartig diese Idee ist, wird deutlich, wenn man sie auf andere Fächer überträgt: Man kann die gesamte Biologie auf Genetik und Biochemie zurückführen, aber niemand käme deswegen auf die Idee, Erstklässler statt mit Igeln und Eichhörnchen mit Proteinen und Desoxyribonukleinsäuren zu konfrontieren. Als man nach mehr als einem Jahrzehnt merkte, das die Mengenlehre in der ersten Klasse zu keinen Verbesserungen im Rechnen führte, sondern zu einer Verschlechterung, wurde Mengenlehre wieder aus dem Unterricht gestrichen.

Laptops und Smartboards schaden der Bildung

Betrachten wir ein aktuelles Beispiel: Informationstechnik (IT) nimmt uns geistige Arbeit ab, und genau deswegen haben Computer in die Welt des geistigen Arbeiters flächendeckend Einzug gehalten. Lernen jedoch setzt selbst getätigte Geistesarbeit voraus: Je mehr und vor allem je tiefer man einen Sachverhalt geistig bearbeitet, desto besser wird er gelernt. Laptops und Smartboards für Schule und Unterricht führen also zunächst immer zwangsläufig zu schlechterem Lernen: Wenn ich an einem berührungsempfindlichen Smartboard ein Wort von A nach B ziehe, dann ist dies so ziemlich das Oberflächlichste, was man mit einem Wort machen kann (noch oberflächlicher, weil mit noch weniger Bewegung verbunden, ist nur noch Copy and Paste per Mausklick). Das Wort zu lesen oder gar abzuschreiben, um dabei über es nachzudenken (selber, ganz allein und still, ohne dauernd irgendeinen Button anzuklicken), wären tiefe Verarbeitungsschritte, die durch elektronische Medien be- oder gänzlich verhindert werden. Daher gibt es auch bis heute keine einzige Studie, die nachgewiesen hätte, dass Lernen allein durch die Einführung von Computern und Bildschirmen in Klassenzimmern effektiver wird.

Dennoch empfahl die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestags zum Thema Medienkompetenz am 21. Oktober 2011 – legislaturperioden- und parteienübergreifend – die Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II mit mobilen Computern. Würde diese Empfehlung tatsächlich umgesetzt, so würden unsere Schüler dümmer. Dies zeigen nicht nur Daten aus der PISA-Studie und allgemeine Überlegungen zur Funktionsweise des Gehirns, sondern auch Studien der empirischen Bildungsforschung zu den Auswirkungen von Computern auf das Lernen. In Texas wurden 2005 20 Millionen US$ dafür ausgegeben, um an 21 Schulen Laptops kostenlos an die Schüler zu verteilen, die geeignete Software zu kaufen und sogar die Lehrer zu schulen und ein pädagogisches Konzept zu entwickeln. Wie der Vergleich fünf Jahre später mit 21 weiteren Schulen ohne Laptops zeigte, hatte diese teure Maßnahme keine positiven Auswirkungen auf den Bildungserfolg.

„Die Enquete-Kommission empfiehlt den Ländern, die Computerspielpädagogik als eine notwendige Aufgabe für die Medienpädagogik anzusehen und intensiv zu fördern. Computerspiele sind zum einen als Medien und zum anderen als Spiele zu charakterisieren. Die Bedeutung von Spielen für die persönliche Entwicklung und für unsere Kultur ist unumstritten.“ Die Enquete-Kommission empfiehlt daher „eine fächerübergreifende Etablierung von Medienpädagogik in der Schule und in der Freizeitpädagogik, die Computerspiele als Bestandteil der konvergenten Medienwelt und unserer Kultur mit einbezieht“.

Dem ist entgegenzuhalten: Wenn Spiele, bei denen junge Menschen dafür belohnt werden, dass sie realistisch dargestellte Menschen abschlachten, und umso mehr Punkte erhalten, je grausamer sie sich verhalten, wirklich Teil unserer Kultur sind, dann stimmt etwas nicht mit unserer Kultur!

Der Bericht der Enquete-Kommission zeigt, dass erwachsene gewählte Volksvertreter, denen die Bürger vertrauen und daher Verantwortung übertragen haben, nicht in der Lage sind, die Auswirkungen des Konsums digitaler Medien auch nur ansatzweise kritisch zu hinterfragen. Wir wissen aus sehr vielen guten wissenschaftlichen Studien, dass digitale Medien in Abhängigkeit von der Dosis (je mehr, desto mehr) und vom Lebensalter (je jünger, desto mehr) eindeutig schaden. Darüber verlieren die Autoren dieser parteiübergreifenden Empfehlungen kein Wort! Vielmehr blenden sie das vorhandene Wissen um die Gefährdung durch die digitalen Medien systematisch aus. Dass im Netz mehr gelogen, schlechter gesucht, oberflächlicher gedacht und deutlich schlechter gelernt wird als in der realen Welt und dass man dessen Nutzung daher, insbesondere im Hinblick auf die noch in Entwicklung befindlichen Gehirne von Kindern und Jugendlichen, beschränken muss, steht nirgends!

Reformen nur dann, wenn sie wirklich zu Verbesserungen führen

Oft werden Kampagnen von profilierungswilligen Bildungsverantwortlichen ohne jedes System und ohne jede Not vom Zaun gebrochen – mit schlimmen Folgen. Das zeigt auch die große Bildungsreform, die mit dem Wort „Bologna“ verbunden ist. Eine Verbesserung der Internationalisierung war ihr definitives Ziel. Es sollte europaweit einheitlich studiert werden, verknüpft wurde die Reform jedoch mit der Forderung nach einer Spezialisierung („Profilbildung“) der Universitäten. Heraus kamen verschulte Studiengänge und Studenten, die sich außer für Scheinkriterien und -probleme kaum noch für irgendwelche Inhalte interessieren, wie Professoren gleich welcher Fakultätszugehörigkeit einmütig berichten. Man studiert europäisch einheitlich und kann aber kaum von Mainz nach Frankfurt wechseln, weil die Studiengänge so unterschiedlich sind. Die Zahlen der ins Ausland gehenden Studenten sind denn auch seit der Einführung von Bologna nicht gestiegen, sondern deutlich gesunken. Und wer übrigens europaweit einheitlich für das Lehramt studiert hat, der darf dann wiederum nur in dem Bundesland Lehrer werden, in dem er studiert hat! Versteht jemand dieses „System“?

Selbst gesteuertes Lernen statt passives Rezipieren

Wer jemals einem Kleinkind beim Laufenlernen zugesehen hat, weiß, dass Lernen nur selbst gesteuert, aktiv, mit Neugierde und durch Wiederholung erfolgen kann. Genau diese Charakteristika gelingenden Lernens sind an unseren Schulen systematisch nicht implementiert. Selten bis gar nicht werden Schüler gefragt, was sie denn selber wollen. Wenn man dies tut – das zeigen zwei im Fachblatt Science publizierte Studien –, verbessern sich die Leistungen von Schülern der 7. Klasse innerhalb von zwei Jahren um eine halbe Note und die Zahl der Sitzenbleiber sinkt auf ein Drittel. Wenn Studenten (für das Lehramt) dank Bologna über Jahre eingebläut bekommen, dass Lernen im passiven Rezipieren von punkterelevanten, sinnlosen Fakten besteht, werden sie anschließend kaum gute Vorbilder für aktives, selbst gesteuertes Aneignen von Wissen abgeben. Wir gewöhnen Schülern ihre Neugierde systematisch ab, indem wir sie vor allem in der Schule ständig mit dem konfrontieren, was sie nicht können, und das, was sie können, nicht weiter beachten.

Falsche Weichenstellungen

Ganz allgemein gilt: Eine Gesellschaft bekommt die Bildung, die sie verdient. Unsere Schulen sehen innen wie außen nicht so aus wie unsere glitzernden Verkaufspaläste, von Banken einmal gar nicht zu reden. Ist uns die nächste Generation wirklich so wenig wert? Was diese den ganzen Tag tut, überlassen wir dem Markt, der davon ausgeht, dass Menschen grundsätzlich nur ihre eigenen Interessen verfolgen, und der unsere jungen Leute mit allerlei Hardware und Software, die sich auf die Bildung deutlich negativ auswirken, versorgt. Im Durchschnitt verbringen Jugendliche etwa fünf bis sechs Stunden täglich mit digitalen Medien. Wer 35 Wochenstunden je 45 Minuten Schule hat, verbringt täglich durchschnittlich 3,75 Zeitstunden (35 x 3/4 x 1/7) mit Schule. Mit Fernsehen, PC-Spielen, Konsolen und (mittlerweile zusätzlich Smartphones) verbringen Jugendliche also gut 50 Prozent mehr Zeit als mit dem gesamten Schulstoff zusammengenommen!

Ein Letztes: Die Bildungsinvestitionen unseres Staates pro Bürger sind nicht nur vergleichsweise eher gering, sondern vor allem über dessen Lebensalter hinweg systematisch falsch verteilt. Die Lerngeschwindigkeit und damit die Bildungsrendite sind im Kindergartenalter am höchsten, in der Schule schon deutlich geringer und im Erwachsenenalter gering. Wenn ein Erwachsener schnell lernt, dann nicht deshalb, weil sich seine Synapsen rasch ändern, sondern weil er Neues mit bereits vorhandenem Wissen verknüpfen kann. Das menschliche Gehirn entspricht also nicht einem normalen Schuhkarton (wenn der halb voll ist, passt noch halb so viel hinein), sondern einer Art paradoxem Schuhkarton: Je mehr schon drin ist, desto mehr passt noch hinein. Daraus folgt: Für lebenslanges Lernen sorgen wir in Kindergarten und Grundschule. Und es folgt auch: Wer mit 20 noch nichts gelernt hat, wird später nur schwer oder gar nicht lernen können. Genau deshalb wird in allen Hochkulturen großer Wert auf die Bildung der jeweils nächsten Generation gelegt. Aus dieser Sicht ist es neurowissenschaftlich und gesellschaftspolitisch systematisch falsch, dass hierzulande der Staat für den Kindergarten Geld verlangt, für die berufliche Bildung aber Geld gibt.

Traurige Bilanz. Ein Handlungsappell!

Wir haben keine andere Grundlage für unseren Wohlstand als die hellen Köpfe der nächsten Generation. Die angeführten Beispiele zeigen, dass Bildung in Deutschland kein System hat (nirgends greifen Elemente sinnvoll ineinander) beziehungsweise wenn systematisch, dann systematisch falsch erfolgt: Übergänge sind in Wahrheit Brüche; ausgebildet werden die Falschen von den Falschen; investiert wird zum falschen Zeitpunkt in teure Geräte unbewiesener oder gar negativer Effektivität, während es zugleich an Personen fehlt; praktisch relevante Forschung findet nicht statt; der Föderalismus sorgt für Unterschiede zwischen Bundesländern, und zugleich soll Bologna für Gleichheit zwischen Ländern sorgen, die durch die zugleich verlangte „Profilbildung“ der Universitäten wieder konterkariert wird; Reformen erfolgen willkürlich.

Wir wissen, nicht zuletzt aus der Neurowissenschaft, wie Menschen lernen, wenden dieses Wissen jedoch nicht an. Menschen mit halbem Gehirn und ohne Sprachzentren können – das zeigt die Medizin – völlig normal leben und fließend zwei Sprachen sprechen; warum schafft dann etwa jeder 14. unserer Jugendlichen mit ganz normalem, voll funktionierendem Gehirn nicht einmal die Hauptschule? Das muss nicht so sein und zeigt den unerträglich ineffektiven und zugleich gefährlichen Zustand unserer Bildungsbemühungen. Kinder haben keine Lobby. Investieren wir deswegen so wenig in sie? Weil der Ertrag, so hoch er auch ist, dem Politiker, der die Investition tätigt, vom Wahlvolk 15 Jahre später nicht mehr gutgeschrieben wird?

Bei Ausgaben gegen den Klimawandel ist jedem klar, dass wir eine langfristige Perspektive einnehmen müssen. Für Bildungsausgaben, die keine Sozialausgaben, sondern Zukunftsinvestitionen sind, brauchen wir den gleichen langen Atem. JETZT! Denn die systematische Verschwendung von Ressourcen, gepaart mit der medialen Vermüllung der Köpfe der nächsten Generation in großem Stil, können wir uns weder ökonomisch noch gesellschaftlich leisten.
Manfred Spitzer
(1958) studierte Medizin, Psychologie und Philosophie. 1989 habilitierte er sich im Fach Psychiatrie. Zwei Gastprofessuren an der Harvard University und ein weiterer Forschungsaufenthalt am Institute for Cognitive and Decision Sciences der Universität of Oregon prägten seinen Forschungsschwerpunkt im Grenzbereich der kognitiven Neurowissenschaft und Psychiatrie. Seit 1997 hat er den Lehrstuhl für Psychiatrie der Universität Ulm inne und leitet die seit 1998 bestehende Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm. Er schrieb zahlreiche Bücher, unter anderem „Medizin für die Bildung. Ein Weg aus der Krise“ (2010) und zuletzt „Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“ (2012).

Copyright: Goethe-Institut e. V., Humboldt Redaktion
Dezember 2012
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