Bildung – zwischen Hirn und Herz

MARIPOSA oder die transformative Kraft der Kunst

Der Schmetterling, das Symbol der Metamorphose, steht für Umdenken und gesellschaftliche Veränderung.

1984 entwickelte das Galeristenpaar Helga und Hans-Jürgen Müller die Idee für das Projekt ATLANTIS/MARIPOSA. Aus einem gigantomanischen ATLANTIS-Entwurf von Leon Krier, der auf der documenta IX bewundert werden konnte, wurde letztendlich ein bescheideneres, wenngleich nicht weniger ambitioniertes Projekt: MARIPOSA. Der Ort war glücklich gewählt: Auf Teneriffa, dem südwestlichsten Vorposten Europas – zwischen den Kontinenten Afrika, Europa und Nordamerika –, liegt die Zukunftswerkstatt MARIPOSA. Abseits der Touristenzentren erstreckt sich auf etwa 25 000 Quadratmetern eine einzigartige Kunstlandschaft, erschaffen und gleichzeitig gewachsen unter den Händen von mehr als fünfzig Künstlern unterschiedlichster Herkunft. Hier entstand ein Thinktank unter dem Diktat der Schönheit, an dem sich Herz und Verstand – so die Absicht der Gründer – zu höherer Vernunft verbinden sollen.



An diesem wahrhaft privilegierten Ort, wo Kunst und Natur sich umarmen, trafen Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft sowie Künstler, Philosophen und Querdenker aufeinander. Denn nichts weniger als das hatten sich die Müllers vorgenommen: die Welt durch die transformative Kraft der Kunst zu verändern. Galt Bildung als Gefallen am Schönen zu finden vor Kurzem noch als ein wenig seriöses Ansinnen, eine Schwärmerei, so ist MARIPOSA heute seiner Zeit wieder um Längen voraus, seit sowohl die Philosophie als auch die Neurowissenschaften das Feld der Gefühle (wieder)entdeckt haben. Viele große Namen waren in den letzten Jahren zu Besuch auf MARIPOSA, doch seit einiger Zeit setzt Helga Müller ihre besondere Hoffnung in die Jugend: Fern von ihren Bildschirmen und Handys und durch direkte Anschauung und Erfahrung soll sie sich bilden. Denn wer sollte unsere Zukunft besser gestalten können als sie?
Ulrike Prinz
(1961, München) ist Ethnologin und Redakteurin. Von 2001 bis 2004 unterrichtete sie lateinamerikanische Themen an der Ludwig-Maximilians-Universität von München. Seit 2007 ist sie für die Redaktion der Zeitschrift „Humboldt“ verantwortlich.

Copyright: Goethe-Institut e. V., Humboldt Redaktion
Dezember 2012
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