Passagen

Am Anfang war die Reise

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Schreiben auf der Suche nach der brasilianischen Nation.

Die Übersiedlung des portugiesischen Hofes nach Brasilien im Jahre 1808 machte Rio de Janeiro zur Hauptstadt eines Königreichs mit Besitzungen in vier Kontinenten und schenkte, jedenfalls aus heutiger Sicht, der alten Kolonie eine De-Facto-Unabhängigkeit. Es verwundert daher nicht, dass die neue Regierung Institutionen schuf, deren jeder souveräne Staat bedarf, auch im Bereich der Kultur: Druckereien, Bibliotheken, Kunstakademien, Medizin- und Rechtsfakultäten, die es im kolonialen Brasilien nicht gegeben hatte. Unter den europäischen Fachleuten der verschiedensten Disziplinen, welche die Regierung kommen ließ, waren auch Künstler und Wissenschaftler, die das Land erforschen und abbilden sollten, einschließlich seiner küsten- und zivilisationsfernen Binnenregionen, des Sertão. Die Reisenden kamen in großer Zahl, neugierig auf ein Brasilien, das den Luso-Brasilianern und erst recht der Welt fast unbekannt war, und sie hinterließen Zeugnisse aller Art, Briefe, Abhandlungen, Reiseberichte und Reisebilder. Unter den bekanntesten waren: Debret, Denis, Ender, Eschwege, Graham, Langsdorff, Neukomm, Rugendas, Saint-Hilaire, Spix, Marius, Taunay und Wied, alle schon vor der amtlichen Unabhängigkeit von 1822 angekommen. Seit Ausrufung des Kaiserreiches in jenem Jahr erwartete man von Literaten, Journalisten und Künstlern, Brasilianern und Ausländern, dass sie zum Aufbau eines unabhängigen, modernen, wohlhabenden, zivilisierten Nationalstaats beitragen würden. Und dafür benötigte man nicht nur politische, juristische und wirtschaftliche Strukturen, sondern auch eine eigenständige Kultur, die fähig wäre, das zu schaffen, was der bedeutendste brasilianische Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, Machado de Assis in seinem berühmten Essay Instinto de Nacionalidade (1873) „nationales Denken“ und „Gespür für nationale Eigenart“ nennen sollte.

Die Geburt der Nationalliteratur aus dem Geiste der Reise

So waren die Reisenden, mittel- oder unmittelbar, bereits vor 1822 Geburtshelfer einer entstehenden Nationalliteratur, und der einflussreichste von ihnen war vielleicht der Franzose Ferdinand Denis, ein vielseitiger und rühriger homme de lettres. Er lebte 1816–1821 in Brasilien, dessen Kultur er auch nach der Rückkehr in seine Heimat nicht müde wurde zu erforschen und bekanntzumachen, etwa, indem er brasilianische Studenten in Paris unterstützte, die 1836 die Zeitschrift Niterói veröffentlichten, die Geburtsurkunde der Romantik und des Indianismus. In seinem „Grundriss der brasilianischen Literaturgeschichte“ hatte Denis bereits 1826 die literarische Unabhängigkeit der jungen Nation verkündet, wobei er den jungen Schriftstellern Empfehlungen auf den Weg gab, die von der romantischen, teils erhabenen, teils idyllischen Sicht der außereuropäischen Welt eines Bernardin de Saint-Pierre oder eines Chateaubriand beeinflusst waren. Inspirationsquellen und Themen sollten seines Erachtens die Landeswirklichkeit selbst sein, ihre „üppige Natur“, die Kultur der Eingeborenen und die mündliche Überlieferung der Sertão-Bewohner. Zu diesem Zwecke sei es erforderlich, Reisen zu unternehmen und diese in Worte zu verwandeln. Und tatsächlich, in vielen Werken romantischer Autoren sind die Erzähler oder Hauptfiguren Reisende, die das Land auf der Grundlage von Berichten ausländischer Reisender beschreiben und die anderen Figuren – wie auch die Leser – ermuntern, ebenfalls zu reisen, um das brasilianische Vaterland im Innern kennenzulernen. In der Wirklichkeit blieben Berichte brasilianischer Reisender über Brasilien damals selten und wurden erst häufiger ab dem Paraguaykrieg (1865-1870), der offenkundig machte, wie sehr die Monarchie das Grenzgebiet von Mato Grosso und überhaupt das unerschlossene Hinterland vernachlässigt hatte. Großes Aufsehen in diesem Zusammenhang erregte ein Reisebereicht sehr eigener, unromantischer Art, A Retirada da Laguna („Der Rückzug aus Laguna“, 1871), die Erzählung einer Niederlage und ihrer Folgen (1867) aus der Feder eines Augenzeugen, des Offiziers und Schriftstellers Alfredo Taunay, Enkel eines französischen Maler-Reisenden aus der Zeit der Unabhängigkeit.

Ein Land „für das Auge der Engländer“

Insgesamt gesehen offenbart die entstehende Literatur Ansichten, die bald großartig und erhaben, bald idyllisch sind, vielleicht sogar ‚entfremdet‘, wie man in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sagen sollte, ein Brasilienbild, in welchem Gewalt, Elend, Verbrechen, Volksempörungen, Sklaverei, Ausrottung der Ureinwohner nur am Rande erscheinen, oder fast nur als historische Gegebenheiten. Stattdessen kam ein Mythos auf, der bis heute in der Vorstellungwelt der Menschen spürbar ist, der Mythos vom grundsätzlich friedfertigen und versöhnlichen Charakter des brasilianischen Volkes und seiner Geschichte. Das Bild eines sich zivilisierenden Landes, das zugleich auf angenehme Weise rückständig und auch ein wenig wild ist, attraktiv für europäische Einwanderer, prägt auch die Darstellungen ausländischer Reisender, zum Beispiel des deutschen Zeichners und Malers Johann Moritz Rugendas, der zweimal in Brasilien war, von 1821-1825 und von 1845-1847. Nicht zufällig betitelte er – oder sein Pariser Verleger – seine Sammlung von hundert Lithografien über seinen ersten Aufenthalt: Malerische Reise in Brasilien (1835), ein Erfolgsbuch auf beiden Seiten des Atlantiks. Wenngleich er darin auch Bilder aufnahm, die die Sklaverei bloßstellten, wie etwa das vom Zwischendeck eines Sklavenschiffes, überwiegt die Tendenz – von den Graveuren des Verlags vermutlich verstärkt –, die Wirklichkeit gefälliger darzustellen als sie war. Der harmonisierende und „malerische“ Blick entsprach den Interessen der sklavenhaltenden Eliten, deren Denken von dem geprägt war, was der Literaturwissenschaftler Antonio Candido „das Bewusstsein einer gefälligen Rückständigkeit“ nannte. Die starke Präsenz des Indianismus und des Abolitionismus bei romantischen Dichtern, wie etwa bei Castro Alves, war für die Indianer und die Sklaven nur von geringem praktischem Nutzen. Die Kluft zwischen der Zivilisation auf der kulturellen Ebene und der Barbarei auf der gesellschaftlich-wirtschaftlichen Ebene, zwischen Schein und Sein, brachte eine europäisierte Kultur der Fassade hervor, des So-Als-Ob, des „für das Auge der Engländer“. Eine Scheinheiligkeit, die der französische Künstler François Biard wenig „malerisch“, dafür umso anschaulicher dargestellt hat: sechs Sklaven tragen einen riesigen Flügel.

„Ich sehne mich nach dem Sertão, dem mühsamen, tristen Leben als Pionier“

Nach dem Paraguaykrieg, im Zuge der Radikalisierung der republikanischen und der abolitionistischen Bewegung, die vielfach mit dem Positivismus und anderen Modernisierungstendenzen zusammenging, verschärfte sich die Kritik an der Kultur des „Für das Auge der Engländer“, und im Diskurs über die Probleme des Landes kam ein neues Pathos der Ehrlichkeit auf. Immer mehr Patrioten reisten auf der Suche nach dem eigentlichen Vaterland ins Innere Brasiliens, Militärs, Ingenieure, Hygieniker; neben dem erwähnten Taunay etwa Couto de Magalhães, Sampaio, Rondon, Euclides da Cunha, Roquette-Pinto, Carlos Chagas. Brasilien sollte nicht das bleiben, was ein Nachfahre von ihnen, ein Patriot auf der Suche nach dem geografischen Zentrums Brasiliens im Roman Quarup von Antônio Callado (1967), das „Chile des Atlantiks“ nennen würde. Die Abschaffung der Sklaverei von 1888 und die Ausrufung der Republik von 1889 weckten Hoffnungen – saubere Wahlen, effiziente Verwaltung, Integration der soeben befreiten Schwarzen, Gerechtigkeit und sozialer Fortschritt –, die großenteils enttäuscht wurden, was einige Autoren zutiefst pessimistisch stimmte, nach dem Motto „Brasilien ist nicht mehr zu retten“, eine Einstellung, die Antonio Candido ein „Bewusstsein der katastrophalen Rückständigkeit“ nannte. Die Stadtzentren wurden im Stile der Belle Epoque zivilisiert, doch wenig geschah zur Verringerung des Gegensatzes zwischen der Küste und dem Sertão, wo die halbfeudalen Grundherren immer mächtiger wurden.

Eine der Reisen mit der größten Wirkung auf die Literatur und das sozialwissenschaftliche Denken Brasiliens ergab sich aus dem zweifachen Auftrag, den der Ingenieur, Journalist und Oberleutnant der Reserve Euclides da Cunha im Jahre 1897 erhielt, nämlich als Kriegsberichterstatter der Zeitung O Estado de S. Paulo und zugleich als Adjutant des Kriegsministers in den Sertão von Bahia zu gehen, nach Canudos, wo ein scheinbar monarchistischer Aufstand ausgebrochen war. Er selbst aber gab sich – ausgerüstet mit Fotoapparat, Thermometer, Barometer und Feldtagebuch – einen dritten Auftrag, den eines naturwissenschaftlichen und anthropologischen Reisenden. Eine Reise ins Herz der Finsternis. Seine Forschungen und Überlegungen zum Krieg und seinen Ursachen, zum physischen und gesellschaftlichen Milieu sowie zur nationalen Geschichte, die zum Teil auf Gesprächen mit Sertão-Bewohnern und Soldaten beruhten, gestaltete er zu einem großen wissenschaftlich-poetischen Essay, Os Sertões: Campanha de Canudos (1902; deutsch: Krieg im Sertão, 1994). Dieses Buch wurde sogleich als Nationalepos gefeiert, als „Bibel der Nation“, als Offenbarung. Offenbarung des Sertão und seiner zuvor als barbarisch und entartet verleumdeten Bevölkerung, was auch bedeutete: Aufwertung des Sertanejo, des ‚Mischlings‘ aus dem Hinterland, zum Prototyp des Brasilianers, gegen die rassistischen Ideen der Zeit und des Autors selbst. Offenbarung aber auch der barbarischen Züge der Zivilisation selbst, deren Armee ein „verbrecherischer Haufen“ sei, „gedungen zum Töten“. Der Erzähler, fast immer in der dritten Person, nimmt bald die Perspektive von Entdeckern ein, von Kolonisatoren, Bandeirantes, Missionaren, Forschern, Soldaten oder Sertanejos, bald die eines „Beobachters“, „Reisenden“, „Bereisers“, „Fahrenden“, „Wanderers“, als wäre Os Sertões ein Reisebericht, und zwar von wechselnden Autoren. In einem Brief an einen Freund bekundet Euclides seine Wahlverwandtschaft mit jenen Wegsuchern: „Ich sehne mich nicht nach Europa, dem Boulevard, dem Glanz einer Position, ich sehne mich nach dem Sertão, der widerspenstigen Schneise und dem mühsamen, tristen Leben eines Pioniers.“

Bei der Ankunft im Sertão ist der Erzähler über die Zweiteilung des Landes so verblüfft, dass er den Gedanken der „zwei Brasilien“, der fünfzig Jahre später vom französischen Soziologen Jacques Lambert entwickelt werden sollte, nicht nur vorwegnimmt, sondern radikalisiert, denn er konstatiert ein räumlich und gesellschaftlich gespaltenes Brasilien, dessen innerer, elender Teil dem Reisenden als ein Nicht-Brasilien, als Ausland erscheint. Das im Sertão gesuchte Vaterland entpuppt sich als „Fiktion“. Doch gerade dank Krieg im Sertão hat der reale Sertão aufgehört eine Fiktion zu sein, ist vielmehr der Vorstellungswelt der Brasilianer einverleibt und darin sogar zum authentischsten Teil des Landes befördert worden. Das heißt, die Wirkung von Euclides‘ Bericht war so gewaltig, dass er – jedenfalls auf der Bewusstseinsebene – das Berichtete verändert hat. Kein Wunder, dass nach seinem Tode im Museu Nacional von Rio de Janeiro ein Saal neben der Sala Humboldt in Sala Euclides da Cunha umbenannt wurde, zum ehrenden Gedenken an einen der großen Reisenden Lateinamerikas.

In den Sertão reisen heißt in die Welt reisen

Im Jahre 1956 erschien ein Buch von fünfhundert Seiten in poetischer Prosa, schwer zu lesen und dennoch ein Kritiker- und ein Publikumserfolg in Brasilien wie auch bald im Ausland, einer der größten brasilianischen Romane schlechthin, Grande Sertão: Veredas von João Guimarães Rosa (deutsch: Grande Sertão, 1964). Schon durch den Titel tritt der Autor, der sich gern „Viator“, „Odysseus“ oder „Viehtreiber Rosa“ nannte, in Dialog mit Euclides da Cunha und anderen Reisenden, welche die Nation im Hinterland suchten. Dieser Kosmopolit, Diplomat und Städter, mit enzyklopädischer Neugier begabt, war ein emsiger Leser von Reisenden: Spix und Martius, Saint-Hilaire, Richard Burton und anderen, die bisweilen in seinen Geschichten verwandelt auftauchen, wie etwa Alquiste in der Novelle „Die Botschaft vom Berg“ (aus Corpo de baile), ein deutscher Naturforscher, bewundernswert und leicht karikaturhaft, vielleicht ein Selbstporträt des Autors. Denn wenn die ersten brasilianischen Romantiker ihre Erzählprosa auf Berichte ausländischer Reisender gründeten, so gründete Guimarães Rosa die seine nicht nur auf Lektüren, sondern auf eigene Reisen durchs Landesinnere, abgesehen von seinen Kindheitserinnerungen aus Cordisburgo im Sertão von Minas Gerais. Auf diesen Reisen führte er stets ein Feldtagebuch mit, worin er alles, was er sah, hörte, roch, schmeckte, dachte und fühlte dokumentierte, eine Verbindung von exakten Beobachtungen und subjektiven Eindrücken. Auch transkribierte er kurze Unterhaltungen mit Sertão-Bewohnern, bei denen diese die Rolle des Lehrers übernahmen, nicht nur für Botanik und Zoologie, Viehzucht und Lebensweisheit, sondern auch für portugiesische Sprache. Denn Rosa hatte ein ästhetisches Projekt: die Erneuerung der literarischen Sprache, „um ihr Genauigkeit, Präzision, Schärfe, Anschaulichkeit, Tiefgang, Motoren“ zu schenken, ein Ziel, das er nur über die Stilisierung der Sprache des Sertanejo erreichen konnte.

Die Rolle des Feldforschers deutet bereits auf die erzählerische Konstellation des Romans: ein anonymer städtischer Reisender „interviewt“ einen alten Sertanejo, den ehemaligen jagunço (Pistolero) und jetzigen Fazendeiro Riobaldo, und transkribiert in seinem „Feldtagebuch“ die vollständige Rede des „Interviewten“, ein Erzählfluss von drei Tagen Dauer, der den ganzen Roman konstituiert. Der ‚Informant‘, anstatt lediglich Fragen zu beantworten, übernimmt die Führung des Gesprächs und bittet den ‚Interviewer‘, ihm seine Erlebnisse als Jugendlicher und junger Erwachsener erzählen zu dürfen. Diese versteht er als Reise, als „Querung“ im doppelten Sinne: Durchmessen des Raumes als Folge von Bewegungen durch den Sertão wie auch durch divers natürliche und gesellschaftliche Milieus; außerdem Durchmessen der Zeit, der persönlichen und kollektiven Geschichte, als Folge von Erfahrungen, Begegnungen, Beziehungen, falschen und richtigen Handlungen auf der Suche nach Wohlergehen, Freundschaft und Liebe; Reise als stark spirituelle Metapher für das Leben. In dieser großen Konfession sind „reisen“ und „Reise“ häufig auftretende Schlüsselwörter, ebenso wie „queren“ und „Querung“, wobei dieses Wort, portugiesisch „travessia“, zugleich den ganzen Roman beschließt.

Der Werdegang Riobaldos ist eng mit der Geschichte der Nation und einer rückständigen, armen und gewalttätigen Region zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwoben, in der klientelistische und autoritäre Strukturen herrschen, aber auch ein großer Reichtum an menschlichen Möglichkeiten und eine starke Sehnsucht nach einem Leben in Würde, Gerechtigkeit und Frieden. Wie der Autor im berühmten Interview mit Günter W. Lorenz sagte: „Riobaldo […] ist wohl nur Brasilien“. Die Handlung gestaltet eine Episode der Herausbildung des modernen Brasiliens, die Vorgeschichte der 1950er Jahre, in denen der Roman geschrieben wurde, eine Epoche beschleunigter Modernisierung, als Brasília entworfen wurde, die Hauptstadt im Sertão. Die Kämpfe zwischen den Pistolero-Banden und den sie anführenden Grundherren, die den heutigen Warlords afrikanischer Länder ähneln; die unzureichenden Versuche einiger von ihnen und der Regierung, Ordnung und Fortschritt zu erzwingen; das breite Panorama der Sertão-Gesellschaft mit ihrer hierarchischen Schichtung; die symbiotische Beziehungen zwischen Mensch und Natur – die Vergegenwärtigung all dessen macht Grande Sertão: Veredas zu einer der scharfsichtigsten und schönsten Interpretationen Brasiliens.

Indem Riobaldo sein Leben erzählt, erzählt er grundlegende Momente und Entwicklungsprozesse der Conditio Humana. Er entfaltet und überdenkt die alte und immer wieder neue Frage der Menschen, wie ein erfülltes Leben und eine zivilisierte Gesellschaft zu errichten seien. Diese Aufgabe und die dabei lauernden Hindernisse und Gefahren, der Zwiespalt zwischen Gut und Böse, der Hunger nach Macht und Reichtum, die Unbeständigkeit von Menschen und Menschengruppen, all dies ist nicht auf eine Region oder Nation beschränkt. „Der Sertão ist die Welt“, sagt Riobaldo. Die Aussichten auf einiges Glück, persönliches und gesellschaftliches, werden skeptisch gesehen, doch immer empfiehlt sich das Unterwegsbleiben: „Das Wirkliche liegt weder im Aufbruch noch in der Ankunft; es fügt sich uns in der Mitte der Reise“.
Berthold Zilly
(1945) ist Romanist mit Schwerpunkt Brasilianistik. Er lehrte bis 2010 an der Freien Universität Berlin und der Universität Bremen. Zurzeit ist er Gastprofessor an der Universidade Federal de Santa Catarina. Für seine Übersetzungen der brasilianischen, portugiesischen und argentinischen Klassiker wurde er mehrfach ausgezeichnet: „Os Sertões“ von Euclides da Cunha; „Confissão de Lúcio“ von Mário de Sá-Carneiro; „Facundo. Civilización i barbarie“ von Domingo F. Sarmiento. Zurzeit arbeitet er an einer neuen Übersetzung von „Grande Sertão: Veredas“ von Guimarães Rosa.

Übersetzung aus dem Portugiesischen: der Autor
Copyright: Goethe-Institut e. V., Humboldt Redaktion
Juni 2013
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