50 Jahre Humboldt-Magazin

Jubiläumswettbewerb "Freundschaft … über kulturelle Grenzen hinweg"

Sehr erfreulich war die Resonanz auf unseren Wettbewerb, den wir anlässlich unseres 50-jährigen Jubiläums ausgeschrieben hatten. Die meisten Texteinsendungen kamen aus Argentinien. Die Fotobeiträge wiederum stammten dafür zum Großteil aus Brasilien.

Alt und Jung ließen sich begeistern und so reichte die Altersspanne von 18 bis 77 Jahren, der Durchschnitt lag bei 36.

Teils nachdenklich, melancholisch, teils humorvoll, dramatisch und leidenschaftlich entfalten die Autoren ihre Erfahrungen, Gedanken und Gefühle zum Thema „Freundschaft – über kulturelle Grenzen hinweg“, die Fotografen versinnbildlichen sie.

Das Auswahlgremium bestand aus den Redaktionsmitgliedern, Mitarbeitern des Goethe-Instituts sowie externen Fachleuten. Der Jury, der deutsche, spanische und portugiesische Muttersprachler angehörten, fiel es schwer, aus diesem facettenreichen Angebot die Preisträger zu ermitteln. So kommt es auch, dass wir uns neben den drei Gewinnern sowohl beim Foto- als auch beim Textwettbewerb jeweils für eine zusätzliche „ehrenvolle Erwähnung“ entschieden haben.

Viele der Geschichten offenbaren einen sehr persönlichen transkulturellen Erinnerungsschatz: die Erfahrung von Differenz, das Staunen und das Lachen darüber. Sie fordern die gegenseitigen Vorurteile heraus, unterziehen sie einer eingehenden Probe, bestätigen sie zuweilen oder stemmen sich gegen sie. Annäherung und Freundschaft konstituieren sich im Finden einer gemeinsamen Ebene, der Gefühle, der Sprache, des gemeinsamen Widerstands etc., was über die Kriterien von Nützlichkeit und Zweckgebundenheit weit hinausreicht. Freundschaft lebt auf in den Bildern und Texten, wo sich diese Art der Beziehung mitunter gar als sprachliche Vermischung wiederfindet: Spanisches geht in Deutsches über und umgekehrt.

Die Texte versuchen, die Grenzen zu anderen Beziehungsgefügen auszuloten, die auf Liebe, Treue, Solidarität, Loyalität beruhen. Sie zeichnen die Brüche nach, wenn an die Stelle von Freundschaft Verrat, Vergessen und Untreue tritt. Während sich die Texte dem Phänomen Freundschaft eher über die Abgrenzung nähern, nehmen die Fotos eher affirmative Bestimmungen als Hinterfragungen vor. Das liegt auch in der Natur des Mediums Bild. Hinsichtlich des Freundschaftsthemas ließe sich der Unterschied auf den Gegensatz Skepsis versus Bestätigung zuspitzen.

Unser Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihre wertvollen Beiträge und für die vielen Zeugnisse der Sympathie.

Ulrike Prinz und Isabel Rith-Magni
Redaktion Humboldt
Renata Beltrão, Brasilien: Ohne Titel; Bairro da Liberdade, São Paulo, Brasil, 2007

Von Gurken und Kriegen

1. Preis des Jubiläumswettbewerbs anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens der Zeitschrift HUMBOLDT. Von Guillermo RodríguezMehr ...
Anke Drawert, Deutschland (lebt in Bolivien): Ernesto und Dorita auf Duke, Santa Rosa del Sara, Bolivien, 2008

Hansi, der Gringo

2. Preis des Jubiläumswettbewerbs anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens der Zeitschrift HUMBOLDT. Von Horacio Marcelo ValeraMehr ...
Marcelo Peñaloza Villalobos, Chile Norteando – Auf Nordtour, Tercera Región, Chile

... bietet Ihnen die Freundschaft an

3. Preis des Jubiläumswettbewerbs anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens der Zeitschrift HUMBOLDT. Von Gudrun Lioba Melsbach-KieferMehr ...
María Ortiz, Argentina, Plaza - Platz, Colegiales, Buenos Aires, 2008

Tag der Vergebung

Dieser Text wurde mit einer „Ehrenvollen Anerkennung“ beim Jubiläumswettbewerb anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens der Zeitschrift HUMBOLDT bedacht. Von Isadora Goldberg SinayMehr ...
Die Gewinner sind:

Text:
  1. Guillermo Rodriguez, Argentinien: De guerras y pepinos (Von Kriegen und Gurken)
  2. Horacio Marcelo Valera, Argentinien: El gringo Hansi (Der Gringo Hansi)
  3. Gudrun Lioba Melsbach-Kiefer, Deutschland: … bietet Ihnen die Freundschaft an
  4. Isadora Goldberg Sinay, Brasilien: Dia do Perdão (Tag der Vergebung)
Foto:
  1. Renata Beltrão, Brasilien: Ohne Titel, Bairro da Liberdade, São Paulo, Brasilien, 2007
  2. Anke Drawert, lebt in Bolivien: Ernesto und Dorita auf Duke, Santa Rosa del Sara, Bolivien, 2008
  3. Marcelo Peñaloza Villalobos, Chile: Norteando – Auf Nordtour, Tercera Región, Chile
  4. María Ortiz, Argentinien: PlazaPlatz, Colegiales, Buenos Aires, 2008

Die Jurymitglieder waren:

Ulrike Prinz (Ethnologin, Redaktion Humboldt)
Isabel Rith-Magni (Kunsthistorikerin, Redaktion Humboldt)

Für Textbeiträge:
Ricardo Bada (Journalist, Autor, Übersetzer
Wolfgang Bader (Romanist, Regionalleiter Südamerika des Goethe-Instituts)
Markus Kedziora (Leiter der Informations- und Bibliotheksarbeit, Goethe-Institut São Paulo)
Kristina Michahelles (Journalistin, Autorin)

Für Bildbeiträge:
Martin Fengel (Fotograf)
Barbara Honrath (Kunsthistorikerin, Leiterin des Bereichs Bildende Kunst, Goethe-Institut)
Ulrike Kaul (Kulturmanagerin, Referentin Kulturzeitschriften, Goethe-Institut)
Eva Schmitt (Kunstpädagogin, Referentin Bildende Kunst, Goethe-Institut)

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