Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung

Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung ist eine Serviceeinrichtung mit Forschungsaufgaben. Es unterstützt Bildungspraxis, Bildungspolitik, Bildungsverwaltung und Bildungsforschung.
"Die Entwicklung der öffentlichen Haushalte und das – im internationalen Vergleich – geringe Gewicht der öffentlichen Bildungsausgaben gefährden die Umsetzung intendierter Reformen des Bildungssystems", schreiben die Experten des DIPF in dem von ihnen im Oktober 2003 veröffentlichten ersten "Bildungsbericht für Deutschland". Positiv seien die Reformanstrengungen im Bildungsbereich, allerdings befänden sie sich häufig noch im Planungs- und Erprobungsstadium.
Mit dieser Einschätzung wird eine der Aufgaben des DIPF genannt. Es dokumentiert, beschreibt und analysiert die Bildungsentwicklung in Deutschland sowie in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern. Im Internet präsentiert es sich mit einem reichhaltigen Informationsangebot zu allen Fragen der Grundlagenforschung und angewandten Forschung auf den Gebieten der Bildung und Erziehung. Die Experten des Instituts beraten Politik und Verwaltung in Bildungsfragen auf nationaler und internationaler Ebene. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs.
Fünf Arbeitseinheiten
Diese Aufgaben, werden durch fünf Arbeitseinheiten wahrgenommen. In der Einheit "Informationszentrum Bildung" sind unter anderem der "Deutsche Bildungsserver", das "Fachinformationssystem FIS Bildung", "Information und Dokumentation" sowie die "Frankfurter Forschungsbibliothek" zusammengefasst. Die Einheit sammelt und ordnet bildungsrelevante Informationen und stellt sie der Bildungsforschung und der Bildungspraxis in nutzerfreundlicher Form zur Verfügung.Der "Deutsche Bildungsserver" ist der Internetguide für Bildung, der qualitativ hochwertige Informationen bereit stellt - und das kostenlos. Von einer Europadatenbank über die Mathewerkstatt, Lateinhilfe, einer speziellen Adressenkartei der Schulpsychologen bis hin zu allgemeinen Informationen über die Bildungssysteme aller 16 Bundesländer, wird hier alles geboten.
Die Arbeitseinheit "Bildungsgeschichte" fördert durch bibliothekarische und archivarische Dienstleistungen die bildungsgeschichtliche Forschung und bereichert damit eigene wissenschaftliche Untersuchungen.
Die Arbeitseinheit " Bildungsqualität und Evaluation" untersucht die Bedingungen, Prozesse und Wirkungen des Lehrens und Lernens und entwickelt Verfahren zur Messung von Bildungsindikatoren.
In Zeiten des knappen Geldes muss der Staat seine Rolle neu überdenken, um die Qualität der Bildung zu sichern. In der Einheit "Finanzierung und Steuerung des Bildungswesens" werden Strategien entwickelt, um effizientere Steuerungsprozesse zu finden. Die Reformen zielen darauf ab, die öffentliche Verwaltung im Bildungsbereich nach dem Muster eines Dienstleistungsunternehmens zu organisieren, das wirtschaftliches mit "kundenorientiertem" Denken verbindet.
International und interdisziplinär ausgerichtet
Die Forschungseinheit "Bildung und Kultur" befasst sich mit der Analyse von sozialen Konflikten sowie mit der Entstehung von kulturellen Regelsystemen (Rechtsvorstellungen, Konventionen, Moral, Religion, usw.) Diese Thematik wird intrakulturell und interkulturell bearbeitet und auf Bildungsprozesse bezogen.Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, arbeitet das DIPF in einem internationalen Netzwerk mit Hochschulen, Forschungsinstitutionen und Einrichtungen der Bildungspraxis zusammen. Auf nationaler Ebene gibt es Kooperationen mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität, der "Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung" und der "Deutschen Gesellschaft für Bildungsverwaltung". Enge Verbindungen bestehen zur Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) und zur Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs).
Neben diesen Arbeitsbereichen betreibt das DIPF zwei Bibliotheken. Die "Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung" in Berlin ist mit 700.000 Bänden die zweitgrößte pädagogische Spezialbibliothek Europas und die "Frankfurter Forschungsbibliothek" zählt mit 200.000 Bänden zu den wichtigsten Spezialbibliotheken im Bereich der Bildungsforschung.
Das 1951 gegründete Institut ist eine rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt am Main. Es wird von Bund und Ländern gemeinsam gefördert.
freier Journalist
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Februar 2004















