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Ungarn | Hungary
VI. Die einzelnen Bibliothekstypen im Dienste der Öffentlichkeit
Universitäts- und Hochschulbibliotheken
Vom Niveau ihrer Bestände und Dienstleistungen her gehören sie zu den wissenschaftlichen Bibliotheken. Aber wegen ihres Öffentlichkeitscharakters und der Finanzierungsart bilden sie eine getrennte Kategorie.
Auch im Leben der Universitäten und Hochschulen gab es maßgebliche Veränderungen, so z.B. die dynamische Erhöhung der Zahl der Studenten, die sich in diesen Jahren verdreifacht hat. Der zweite wichtige Moment war die Integration des Hochschulwesens, die bis heute nicht abgeschlossen ist und auch bei der zukünftigen Entwicklung der Bibliotheken eine bedeutende Rolle spielen wird.
Die Universitäten wurden nach dem zweiten Weltkrieg umstrukturiert, die früheren Großuniversitäten wurden aufgelöst, es wurden neue gegründet, vor allem in den großen Provinzstädten (Miskolc, Veszprém). Nach der Wende kamen weitere Universitäten hinzu, die Katholische Pázmány-Péter-Universität und die Reformierte Károly-Gáspár-Universität. Neben der philosophischen Fakultät richteten beide auch eine juristische Fakultät ein. In beiden Fällen mußten die Grundlagen der neuen Universitätsbibliothek aus dem Nichts aufgebaut werden: Aus Prag zog auch die von der Soros-Stiftung gegründete Mitteleuropäische Universität (CEU) nach Budapest.
Die bereits vorhandenen Universitäten mußten - den anderen wissenschaftlichen und Fachbibliotheken ähnlich - vor allem den drastischen Rückgang der Neuerwerbsmöglichkeiten zur Kenntnis nehmen und versuchten auf den bereits dargelegten Wegen ergänzende Ressourcen zu beschaffen. Die Entwicklung war in vielen Fällen dem PHARE- und TEMPUS-Programm bzw. dem heimischen Hochschulentwicklungsfonds zu verdanken. In den letzten drei Jahren wurde den Universitätsbibliotheken mit bedeutenden staatlichen Mitteln geholfen, um die sie sich bewerben konnten.
Die Universitätsbibliotheken haben - wenn auch nicht alle gleich und ähnlich - in dieser Zeit integrierte Systeme erworben und markante Schritte zur Entwicklung der modernen IT-Technologie gesetzt. Bedauerlicherweise haben die Universitätsbibliotheken ihre Systeme nicht abgestimmt: so gibt es fast so viele Systeme wie Universitäten (Debrecen, Szeged: Voyager; Technische Universität Budapest, Veszprém: Aleph; Miskolc, ELTE: Dynix-Horizon; Ökonomische Universität: OLIB usw.).
Die zu zahlreichen westlichen Universitäten auch schon früher bestehenden Beziehungen wurden erweitert bzw. gewannen neuen Aufschwung (Gastprofessoren, Studentenaustausch usw.).
1993 fand in Budapest unter der Teilnahme mehrerer westeuropäischer und amerikanischer Fachleute eine internationale Konferenz über die Hochschulbibliotheken und deren Probleme statt. (In dieser Zeit begann die Bewertung der Bestände mit der seitdem bewährten CONSPECTUS-Methode.)
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