Für Frank Krischnan,
17, fängt diese Woche nicht besonders gut an. Frank lebt
in einem
Jesuiteninternat in St. Blasien im
Schwarzwald, und
dort findet jedes Jahr über Pfingsten ein
großes Fest statt. Dazu reisen die Eltern der Internatsschüler
aus ganz Deutschland an - fast alle mit dem Auto. Das wollte
Frank ändern. Seit Dezember versuchte er mit dem Umweltarbeitskreis
des
Internats zu
erreichen, dass möglichst viele Eltern mit dem Zug nach St.
Blasien kommen. Obwohl die Planung ziemlich perfekt war und
die Eltern nur die Hälfte des normalen Fahrpreises hätten zahlen
müssen, haben von den 500, die er angeschrieben hat, nur sechs
zugesagt. Im letzten Jahr, als die Aktion zum ersten Mal stattfand,
waren es immerhin siebzig und der Arbeitskreis gewann damit
mehrere Preise.
Nur dieses Jahr ist
alles anders. "Es ärgert mich wahnsinnig, dass die ganze Mühe
umsonst
war." Aber Frank gibt nicht auf und deswegen wird er am Dienstag
an alle Eltern, die zu dem Fest gekommen sind, einen Fragebogen austeilen. "Da können die dann erklären, warum
sie nicht mit dem Zug in den Schwarzwald gefahren sind." Frank
hofft, dass möglichst viele ehrlich antworten werden. Den Fragebogen
wollen er und ein paar andere aus dem Arbeitskreis in den Pfingstferien
auswerten und schon jetzt mit der Planung für das nächste Jahr
beginnen. "Wenn die Eltern Gründe angeben, die wir ändern können,
kann ja eigentlich nichts mehr
schief
gehen. Dann ist auch
meine Woche gerettet."
ANNA FURMANIAK
(bei jetzt.de
veröffentlicht am 20.05.1997)
Text
als RTF-Datei zum Herunterladen