| Vor
einigen Wochen habe ich zum ersten Mal eine Anfängergruppe
DaF chatten lassen, und es hat mir und den Schülern
sehr gefallen. Vor dem Chat hatte ich Kontakt
mit der Chat-Tutorin, Frau Komma, aufgenommen.
Ich habe Themenvorschläge gemacht (Themen,
die im Unterricht behandelt wurden) und Frau Komma
hat mir empfohlen, die Schüler zu zweit an
einen Computer zu setzen. Das war eine gute Idee.
Die Schüler trauten sich mehr zu und die
Kommunikation in dem Chatraum blieb relativ übersichtlich.
Das Tempo war gerade richtig: Es gab viel zu lesen,
aber nicht zu viel, und die Schüler hatten
auch zum Schreiben genug Zeit. Sie fanden es auch
sehr spannend, als zwei 'Fremde' in den Chatraum
kamen. Eine sogar aus Chile. Was mir beim Chat
auffällt, ist die überhöhte Konzentration
der Schüler; sie sind sehr motiviert, alles
zu verstehen und sich verständlich zu machen.
Es macht Spaß, zu sehen, wie sie die Redemittel
der Chat-Tutorin aufgreifen und selbst benutzen.
Übrigens gibt es im üblichen Unterricht
wenige Situationen, in denen ich so oft gefragt
werde: "Wie sagt man ... auf Deutsch?"
Auf jeden Fall kann man sagen, dass Chatten Anfängern
im Deutschunterricht eine gute Gelegenheit bietet,
die Kommunikation mit Deutschsprachigen mal auszuprobieren.
Vor zwei Jahren haben meine fortgeschrittenen
Schüler auch gechattet. Das war im Rahmen
einer Webrecherche, wo sie der Frage nachgehen
sollten, ob man mit Chatten oder E-mailen seine
Fremdsprachenkenntnisse verbessern könne.
Die Schüler haben da auch in Chatboxen gechattet,
in denen nur Deutschsprachige gechatteten. Das
war auch eine spannende Erfahrung - aber nur,
weil es unter den Schülern richtige Chatprofis
gab. Sie haben den anderen Schülern empfohlen,
sich gleich als Holländer, oder besser noch
als Amsterdamer zu 'outen'. Da gab es sofort jede
Menge Gesprächsstoff, und eine grosse Bereitschaft
bei den Deutschsprachigen, bei Sprachproblemen
zu helfen. Den weniger geübten Chattern gefiel
es in Ihrer Chatbox besser, weil das Tempo langsamer
war und weil sie das Gefühl hatten, dass
mehr auf sie eingegangen wurde.
Ch.
Beckers aus den Niederlanden
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