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Zielsetzungen


 •  Woher stammen die Texte?
 •  Was sind die Kriterien für die Textauswahl?
 •  Aufgaben und Übungsgeschehen
 •  Authentische Texte?
 •  Doppelte Offenheit
 •  Lese- und Medienkompetenz
 •  
Audiovisuelles Material
 •  Angebot für Lehrende


Woher stammen die Texte?

Als Textbasis dienen Artikel aus dem in der Süddeutschen Zeitung als Wochenbeilage erscheinenden Jugendmagazin jetzt mit einer Leserschaft von 270.000 Personen zwischen 14 und 29 Jahren. Aus der elektronischen Version des Jugendmagazins, die im World Wide Web unter dem Namen "jetzt.de" erscheint, werden entsprechend der Zielgruppe (jugendliche Deutschlernende von Mittel- bis Oberstufe) Artikel ausgewählt, didaktisiert und hier auf dem zentralen Rechner des Goethe-Instituts in München gespeichert.

Der erste augenfällige Vorteil einer solchen Textdatenbank ist die Verfügbarkeit außerhalb des zielsprachigen Raums. Bisher war der Zugriff auf aktuelle Texte für Lernende und Lehrende gleichermaßen schwierig.

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Was sind die Kriterien für die Textauswahl?

Die Texte spiegeln ein möglichst differenziertes Bild der deutschen Realität wider, ermöglichen jedoch auch Reflexionen über die Ausgangskultur der Lernenden. Themen werden entsprechend der Zielgruppe ausgewählt (Neue Medien, Erwachsenwerden, Schule und Ausbildung, Pop- und Jugendkultur, Umwelt, Liebe usw.).

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Aufgaben und Übungsgeschehen

Hyperlinks in den Artikeln öffnen weitere Bildschirmseiten, die Vokabelhilfen, Wortfelder, Erklärungen und offene, freisetzende oder bindende Aufgaben beinhalten. Die Vokabelhilfen und kulturspezifischen Erklärungen erläutern schwer erschliessbare Ausdrücke und Wendungen. Die offenen und freisetzenden Aufgaben bedienen sich teilweise der vorhandenen Infrastruktur des World Wide Web, stellen somit also real world tasks dar, die via Bildschirm ein Entdecken der Zielsprache und der Zielsprachenkultur ermöglichen.

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Authentische Texte?

Wichtig ist nicht nur die Frage der authentischen Texte, denn die finden sich überall im Internet, sondern vielmehr die Entwicklung von authentischen Aufgaben. Die Aufgaben in 'JETZT Deutsch lernen' sind plausibel: Lernende müssen sprachlich etwas realisieren, das nur mit dem und durch das Medium Internet geleistet werden kann. Mit Hilfe der angebotenen Texte sollen die Lernenden Lust bekommen, mehr zu lesen und auf Entdeckungsreise durch die Kultur und die Welt der Zielsprache zu gehen. Schließlich sollen die Lerner auch in die Lage versetzt werden, das WWW als Medium zur selbstständigen Recherche, z.B. für projektorientierte Arbeitsformen, zu nutzen.

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Doppelte Offenheit

Die online-Lernumgebung besteht aus linear verknüpften Texten (wie in dem alten Medienverbundsystem und den Lehrwerksystemen), ist jedoch zugleich auch assoziativ, d. h. hypertextuell strukturiert. Im Gegensatz zu den alten Medienverbünden der Vergangenheit ist die Lernumgebung in doppelter Weise offen:

1. Indem sich die Lernenden zunächst auf eine vorgeschlagene Kette von Aufgaben begeben und dabei einen Text aus dem Jugendmagazin aufschlüsseln, sollen sie die Fähigkeit erwerben und gleichzeitig motiviert werden, eigenständig Texte aus diesem Jugendmagazin aufzusuchen, die nicht didaktisiert sind. Vom angeleiteten soll eine Brücke zum selbstständigen Lesen geschlagen werden.

2. Die zweite Dimension von Offenheit bezieht sich auf die Um- und Ausstiege ins WWW, welche die vorstrukturierte Lernumwelt den Lernenden bietet.

Die vorgeschlagenen Pfade zur Recherche und Exploration können jederzeit zurück zum Ausgangsmaterial führen, sie können aber auch zu weiteren, das Internet mit seinen Möglichkeiten nutzenden Ausflügen führen. Auch in diesem Fall gehen wir davon aus, dass Lerner eine größere Selbständigkeit bei der Suche nach für ihr Lernen relevanten Materialien entwickeln können.

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Lese- und Medienkompetenz

Neben die Bereitstellung interessanter Lernmaterialien und Recherchemöglichkeiten tritt als Ziel eine durch selbstständiges Handeln weiterentwickelte Lese- und Medienkompetenz.

Ob eine solche Kompetenzerweiterung tatsächlich stattfindet und ob damit der Entwicklung von Lernerautonomie Vorschub geleistet wird, hängt unseres Erachtens entscheidend mit dem Kontext zusammen, in dem die Lernenden den Textangeboten begegnen bzw. sich in den halb offenen Lernumwelten bewegen.

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Audiovisuelles Material


Ergänzt werden die Zeitungstexte durch audiovisuelle Materialien, durch ebenfalls authentische Texte, die vom "JETZT Deutsch lernen"-Team nur für diese Lernumgebung produziert worden sind.
Diese Texte und die audiovisuellen Materialien sind für Selbstlerner dadurch zugänglich gemacht, dass zu allen Texten eine minimale Aufbereitung durch Wortschatzhilfen und zusätzliche landeskundliche Verweise erfolgt.

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Angebot für Lehrende

Neben der Selbstlernkomponente bieten die Angebote für Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, 'JETZT Deutsch lernen' im Klassenverband einzusetzen: entweder online im Computerraum der Schule und Hochschule oder als ausgedruckte Texte zur Verwendung im Klassenraum. Wer die Artikel im Unterricht benutzen will, findet Vorschläge für den Einsatz im Unterricht und für die Projektarbeit. Einen Überblick über die vollständig ausgearbeiteten Vorschläge für Projekte finden Sie auf der Projektseite.

Die Texte sind jedoch auf keinen Fall "durchdidaktisiert". Außerdem werden Linksammlungen zu den einzelnen Themengebieten angeboten, die Hintergrundinformationen für die Beschäftigung mit den Texten bieten.

Es besteht weiterhin die Möglichkeit, zusätzliche Didaktisierungsvorschläge zu 'jetzt.de'-Texten einzuschicken und zur Diskussion zu stellen. Dieser Austausch von Materialien und Ideen trägt dazu bei, dass auf regionale und individuelle Bedürfnisse (Methodik, Inhalte) in den Zielsprachenkulturen Rücksicht genommen werden kann. Materialien können im Klassenzimmer evaluiert werden und durch die unkomplizierte Rückmeldefunktion über E-Mail immer verändert und ergänzt werden.

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Literatur zum Projekt:

Biechele, M.; Ulrich, S.; Rösler, D.; Würffel, N. (2003): Übungen und Aufgaben im Internet. Klett Edition Deutsch.

Legutke, M. K.; Müller-Hartmann, A.; Ulrich, S. (2000): Neue Kommunikationsformen im fremdsprachlichen Unterricht. In: Fritz, G & Jucker, A. (Hrsg.)Kommunikationsformen im Wandel der Zeit: Vom Heldenepos zum Hypertext. Tübingen: Niemeyer, 51-74.

Legutke, M. K. & Ulrich, S. (2000). Neue Medien im Deutschunterricht - zur Arbeit mit web-basierten Materialien. In: Handbuch für Spracharbeit. Teil 6: Fortbildung. München: Goethe-Institut, 5. Lieferung.

Legutke, M. K. (1999): Neue Medien und die Produktion komplexer Lernwelten: Gründe, warum es sich lohnt, neu über Lehrwerke nachzudenken. In: Bausch, R. et. al. Die Erforschung von Lehr- und Lernmaterialien im Kontext des Lehrens fremder Sprachen. 19. Frühjahrskonferenz zur Erforschung des Fremdsprachenunterrichts. Tübingen: Narr, 128-137.

Oláh, J. & Ulrich, S. (2001). Deutsch lernen mit dem WWW: „Eine neue Lernumwelt“. In: DUFU Deutschunterricht für Ungarn.

Oláh, J.; Ulrich, S. (2000): The World Wide Web in the German Language Classroom:"Learning German with jetzt online". In: Notos, ICLS Journal, Vol. II, Winter 2000: 17 - 26.

Platten, E. (erscheint 2006): WWW-Projekte im Spannungsfeld von Steuerung und Offenheit. In: Würffel, Nicola & Schneider, Susanne. Titel noch unbekannt (Thema: Kooperation und Steuerung beim Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien).

Platten, E. (2005): JETZT Deutsch lernen - Die kostenlose multimediale Lernumgebung des Goethe-Instituts für junge fortgeschrittene Deutschlernende - und für Sie! In: Fremdsprache Deutsch, Heft 33. Stuttgart: Klett.

Platten, E. (2003): Chat-Tutoren im Didaktischen Chat-Raum – Sprachliche Hilfen und Moderation. In: Legutke, M; Rösler, D. (Hg.): Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien. Beiträge des Giessener Forschungskolloquiums. Tübingen: Narr

Platten, E. (2001): Die Bedeutung von Chats für den Fremdsprachenunterricht. http://www.uni-giessen.de/%7Ega1040/chatfors/index.htm, 5.12.2002.

Rösler, D. (2004): E-Learning Fremdsprachen - eine kritische Einführung. Tübingen: Stauffenberg.

Rösler, D. (2003): Halboffene Lernumgebungen – Fremdsprachenlernen mit den neuen Medien im Kontext von Globalisierung, Individualisierung und Mehrsprachigkeitspostulaten. In: Clalüna, M. Schneider, G. (Eds.): Mehr Sprache – mehrsprachig – mit Deutsch. Didaktische und politische Perspektiven.

Rösler, D. (2002): Deutsch als Fremdsprache im Kontext der Globalisierung. Neue Chancen und Gefahren. In: Fu Jen Universität, Abteilung für Deutsch (Hg.): Globalisierung und Identität. Viertes internationales Germanistik-Symposium in Taiwan. Taipeh, 145-157.

Rösler, D. (2000a): Foreign-language learning with the new media: between the sanctuary of the classroom and the open terrain of natural language acquisition. In: German as a Foreign Language, http://www.gfl-journal.de/1-2000/roesler.html, 5.12.2000.

Rösler, D. (2000b): Verstehensorientierung in einem DaF-Curriculum in Germanistikstudiengängen für Studierende ohne Vorkenntnisse. In: DAAD (Hg.): Germanistentreffen Deutschland – Dokumentation der agungsbeiträge. Bonn 2000, 289-302.

Rösler, D.; Ulrich, S. (2003): Vorüberlegungen zu einer Übungs- und Aufgabentypologie für internetgestütztes Fremdsprachenlernen. In: Michael Legutke/Dietmar Rösler (Hg.): Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien. Beiträge des Giessener Forschungskolloquiums. Tübingen: Narr

Ulrich, S.; Legutke, M. K. (2000): Neue Medien in der Lehrerfortbildung: Erfahrungen mit der Internet-Lernumwelt "Deutsch lernen mit jetzt online". In: Fremdsprache Deutsch, Heft 21, 39-44.