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GENIEßENSWERT

Hier stellen euch junge Menschen aus Deutschland ihre Lieblingsrezepte vor:

Vegetarischer Brotaufstrich
Nickis Spezial-Gurken-Salat
Feldsalat
Latte Caldo (Getränk)
"Vaheiadde"
"Xaver schmeiß in Pott"
Grießpudding

 

Vegetarischer Brotaufstrich:
 

  • 2 große Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2x50 g Butter
  • 1 Würfel Hefe
  • 0,25 l Brühe
  • 100 g Dinkelvollkornmehl
  • 2 Teel. Weinessig
  • 1El Majoran
  • 2 Teel. Thymian
  • 1 Msp. Zimt
  • 1 Msp. gemahlene Nelken
  • 1 Msp. Muskatnuss
  • 1 Teel. Galgant
  • 1 Teel. Bertram
  • 1 Teel. Quendel
  • 2 Prisen schwarzer Pfeffer
  • etwas flüssige Maggi- Würze
Zubereitung:

Zwiebeln und Knoblauch fein hacken und in 50 g Butter hellgelb andünsten. Hefe darüberbröckeln und verrühren, bis sie sich vollständig aufgelöst hat. Mit Brühe und Mehl aufkochen, mit 50 G. Butter vermischen und abkühlen lassen. Die kalte Masse mit Essig und Gewürzen abschmecken und gut vermischen. Im Kühlschrank ca. 14 Tage haltbar

Julia Steger und Teresa Heiduk (Cham)



Nickis Spezial-Gurken-Salat:

Aus vier Eßlöffeln Balsamico-Essig, einer Knoblauchzehe (zerdrückt), Kräutersalz, Pfeffer und etwas Zucker eine Marinade rühren. 100 Gramm bulgarischen Schafskäse mit einer Gabel zerdrücken und in das Dressing rühren. Eine große Salatgurke hobeln und eine halbe Stunde in der Soße marinieren. Zwei Tomaten kleinwürfeln und mit gehacktem, frischem Schnittlauch untermischen, abschmecken und noch mindestens 20 Minuten ziehen lassen. Fertig!

Gisela Harlander, München



Feldsalat:

Rezepte hätte ich ganz viele, aber eins ist ein ganz besonderes, weil es einfach geht, aber alle sind immer sehr beeindruckt sind, wenn ich diesen Salat serviere. Man kauft 150 bis 200 Gramm Feldsalat, wäscht und trocknet ihn. Dann öffnet man eine Dose Himbeeren, schüttet sie (ohne den Saft) in eine Schüssel, zerquetscht sie mit einer Gabel, gibt ein paar Spritzer Olivenöl dazu und zwei drei kräftige priesen Pfeffer. Umrühren, das Dressing mit dem Feldsalat mischen und das Ganze 20 Minuten ziehen lassen. Dazu passen dünn geschnittenen Grapefruitscheiben. und ein mit Pistazien und Thymian bestreuter Ziegenkäse, den man bei 200 Grad fünf Minuten im Backofen erwärmt hat.

Partick Tippelt, 21, Bochum



Lavinia Brancaccio, Neu-Ulm



Mein absoluter Favorit in Sachen kulinarischer Genuss ist, nein: sind...

"Vaheiadde"

Weil sich Verheiratete als Bezeichnung für eine Suppe auf Hochdeutsch recht bescheuert anhören würde, habe ich mein Lieblingsessen gleich in badischer Mundart bezeichnet. Andere wünschen sich zum Geburtstag vielleicht ein Mehr-Gänge-Menü, mir reicht eine Suppe mit diesem Namen. Die Zubereitung dauert keine 30 Minuten. Man nehme Kartoffeln, schäle sie und schneide sie in längliche, mindestens daumendicke Schnitzchen.
Während die Kartoffeln kochen, rühre man aus Mehl, Eiern, Salz und vielleicht etwas Milch einen Spätzleteig zusammen. Spätzle sind übrigens ebenso wie Maultauschen und Schupfnudeln (Bubespitzle heißen sie auf schwäbisch) eine ebenso badische wie schwäbische Spezialität. Nachdem man Gemüse- oder Fleischbrühe zu den gekochten Kartoffeln ins Wasser gegeben hat, fülle man die Brühe mit den separat gekochten (möglichst geschabten) Spätzlen auf. Eine Ladung gut gerostete Zwiebeln dazu - fertig ist die Heirat von Kartoffeln und Spätzlen.

Ich liebe diese Suppe nicht nur, weil sie super schmeckt und pappsatt macht, sondern weil sie mich an meine Großmutter erinnert. Sie wohnte im gleichen Ort, in Friedrichstal (Baden) und fuhr früher mindestens ein Mal im Monat mit zwei großen Töpfen Vaheiadde im Fahrradkorb vor. Das war der beste Essen-auf-Rädern-Service, den man sich vorstellen kann.

Viele Grüße aus Leipzig,

Thomas Hornung

Ich bin übrigens 23 Jahre alt, ausgebildeter Verlagskaufmann und studiere hier seit einem Semester Diplom-Journalistik und Politik (Magister).



Rezept: "Xaver schmeiß in Pott"

"Xaver schmeiß in Pott" ist der kreative Umgang mit dem Inhalt vom Kühlschrank. Das Interessante daran ist, dass es jedes Mal anders schmeckt. Das Lieblingsgericht unserer WG entwickelt sich immer weiter. Der letzte Xaver war ein Eintopf (nach einer Schneeballschlacht ist der besonders angesagt). Damit ihr auch einmal mit Xaver Bekanntschaft machen könnt, werde ich ihn hier beschreiben:

1 Zwiebel, 1 Stange Porree in einem großen Topf anbraten, (Fleisch nach Wahl hinzugeben), mit Salz und Pfeffer würzen und weiter braten. Karotten, Kartoffeln, putzen und in kleine Würfel schneiden; Champignons putzen und halbieren, alles hinzugeben und mit Brühe ablöschen, bis das Gemüse gar ist, weiter köcheln lassen.. Dann Pfirsiche (Dose) hinzugeben.

Die Mengen sind eigentlich egal. Es hängt davon ab, wie viele Esser das sind und was der Kühlschrank hergibt. Am besten schmeckt Xaver, wenn er direkt aus dem Topf mit Löffeln gegessen wird. Dann hat das richtig was von Lagerfeuer-Romanik. 

Amélie Freytag, 24, Kiel



Rezept: "Grießpudding"

Zubereitung:
In sämtlichen Standart Kochbüchern meiner Mami heißt der Grießpudding meistens Grießbrei (so ein Schwachsinn) und werden völlig falsche Informationen geliefert:

  1. "Man soll das Eigelb erst reintun, wenn der Grieß schon aufgequollen ist." Bäh, das gibt eklige gelbe Fäden im schönen stratiatella-farbenen Grießpudding; ich empfehle: weglassen.
  2. Die Kochbücher geben
    a) viel zu wenig Grieß an. Dann wird es kein Pudding, sondern ein dünner Brei. Ich empfehle 50%-75% mehr Grieß reintun. Außerdem bewirkt eine Steigerung des Grießpuddinggehalts einen proportionalen Anstieg des Plopp-Blubber Effektes, das heißt, die Blassen werden größer, ploppen lauter und spritzen weiter. 

    b) viel zu wenig Vanille an. Vanille ist für den Pudding-Geschmack wichtig. Deshalb entweder nur Vanille Zucker verwenden (NICHT den billig Supermarkt Vanillin Zucker, eklig, oder die doppelte Vanille Dosis reinhauen.

    c) viel zu viel Zucker an. Grießpudding ist zwar geil, aber zu viel Zucker zerstört den Grießvanille-Geschmack. Also, die Zuckermenge ruhig um ein Viertel oder Drittel verringern.Mensch kann ja immer noch nachzuckern.
  3. Der Eierschnee kommt meistens zu kurz. Ok, für einen Liter Milch vier Eiweiß, aber eher mehr. Am besten etwas Salz reintun (Den Trick hat mir meine Omi verraten, dadurch wird das Eiweiß steifer). Eierschnee (NIEMALS einrühren, sondern immer unterheben) erhöht die Stabilität des Puddings, gibt ihm mehr Vollumen, er geht leichter runter und wird lockerer. Außerdem kann man ihn dann leichter werfen oder mit Löffeln schleudern (Er pappt nicht mehr so leicht, weil das Eiweiß und das Fett die Stärke binden (hab noch kein Chemie, sorry, ich kann euch das chemisch nicht erklären, ist aber so)).

Soviel zur Zubereitung. Bleibt noch zu sagen, das man, wenn man noch keinen Wasserbadtopf (Kaufen, Leute, kaufen) hat, immer kräftig rühren muss. Sonst brennt er nämlich an. Jup. Das ist der Punkt. Aber auch beim Verzehr wird einiges falsch gemacht! Mensch muss den Pudding warm essen, nicht kalt, so wie es falsch in Mamis Kochbuch steht. Am besten mit etwas Sahne.

Warum ich Grießpudding so lebenswert finde?
Er ist ein Genuss, wenn man den Grießpudding mit allen Sinnen spürt: 
Spürt, wie er warm und sanft die Speiseröhre runter rutscht. Sieht die wogende, weiße Masse, wie sie bei jeder Vibration ihre Form verändert. Riecht, den Duft nach Vanille, der von ihm verströmt. Spürt, sein Kribbeln auf dem Finger, wenn man den letzten Rest aus dem Topf streicht? Es gibt kein passendes Verb dafür, ihr müsst es selbst erleben. Hört, wie der Eierschnee leise knistert. Und natürlich der Geschmack, dieses unvergessliche Aroma, aus Zucker, Vanille, Grieß. Kombiniert mit der Milchbasis. Einfach göttlich. Wirklich extrem genießenswert.

 Philip, 16

 

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