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Moritz Wurfbaum,
14, brauchte dringend 200 Mark: Nicht für Turnschuhe oder um ein
Mädchen einzuladen, sondern weil er eine Schulaufgabe sehr ernst
genommen hatte. Zusammen mit Ferdinand Haindl, 13, Christian Oswald,
14 und Manuel Schröter, 14, aus der 8b des
Wittelsbacher-Gymnasiums in München
baute Moritz ein Flugzeug für ein Projekt im Kunstunterricht. Die
Aufgabe war: Baue eine Flugmaschine im Kontext der Renaissance.
Moritz und seine Freunde waren froh, dass sie endlich mal kein Bild
malen mussten. Mehr als zwei Wochen arbeiteten sie in jeder freien
Minuten an dem Flieger. Moritz, der Chefkonstrukteur, sagte, wie
es gemacht werden sollte. Sein Zimmer und die Küche der Eltern wurden
zur Werkstatt umfunktioniert, dort wurde gesägt, verstrebt, genagelt.
"Alles lief so weit ganz gut", sagt Moritz. "Aber
dann wollte ich die Flügel mit Spannlack überziehen. Beim
ersten Auftragen hat sich nichts getan, beim dritten Mal machte
es Knack, und der Heckflügel riss. Ich war am Ende." Schließlich
ging es um eine gute Note und darum, dass das Flugzeug gut aussieht
und fliegt. Eine schlechte Note wird es wohl nicht geben für
die jungen Konstrukteure, denn das fertige Flugzeug erinnert tatsächlich
an die Modelle von Leonardo
da Vinci, den Alleskönner der Renaissance. Die Arbeit
hat das Taschengeld mehrerer Monate geschluckt. Deshalb wurden die
vier auch kaufmännisch tätig: Um die Ausgaben wieder reinzuholen,
suchten sie nach einem Sponsor. Den haben sie gefunden - die Dresdner
Bank und jetzt werden ihr Logo auf den Flügeln platzieren.
Damit ist das Projekt für die Jungs abgeschlossen. In den nächsten
Wochen hängt das Modellflugzeug in der Aula ihres Gymnasiums.
Besuchszeiten: Jeweils in den großen Pausen.
DARIUSCH HOSSEINI
AUF
DEM SPRUNG
483000
Jugendliche suchen in Deutschland einen Job. Das Projekt "Jump"
soll helfen. Die Bundesregierung
stellt zwei Milliarden Mark bereit, damit Jugendliche in Fortbildungszentren
alles Wichtige lernen, um eine Lehrstelle zu bekommen. Nicole-Valerie
Höllenreiner, 21, aus München will davon profitieren.
Was bedeutet "Jump" für dich?
Das ist die Chance, einiges nachzuholen. In der Schule wollte ich
nur cool sein, bloß nichts lernen. Mit 16 hatte ich die Schule
fertig, aber keinen qualifizierten Abschluss. In zwei Jahren habe
ich dann 66 Bewerbungen geschrieben. Porzellanmalerin wollte ich
werden, Schaufenstergestalterin, Comiczeichnerin. Am Ende habe ich
mich sogar als Friseurin beworben.
Was
ist aus den Bewerbungen geworden?
Zweimal hatte ich den Ausbildungsvertrag schon vor mir liegen, aber
dann hieß es: Wir schicken ihnen den Vertrag besser zu. Der
kam aber nie. Bei der nächsten Bewerbung war ich natürlich
noch unsicherer.
Und
durch "Jump" wird jetzt alles besser?
Hier lerne ich jeden Tag dazu. Zum Beispiel eine Bewerbung am Computer
zu schreiben. Es gibt mir auch Sicherheit, dass sich die Betreuer
jede Bewerbung genau anschauen.
Wie
wird es jetzt weitergehen?
Vor einer Woche habe ich meine Bewerbung für die Kinderpflegerinnen-Schule
abgeschickt. Dort kann man Erzieherin werden, später dann Sozialpädagogin.
Aber das ist eine lange Treppe, und noch stehe ich vor der ersten
Stufe.
RENÉ HOFMANN
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