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IHREN JOB
BEHERRSCHT SIE BLIND
Nuria del Saz,
24, aus Sevilla wollte schon immer anderen die Welt erklären. Mit zwölf
gründete sie ihren eigenen Radiosender, später studierte sie Journalistik.
Seit Herbst letzten Jahres ist sie Nachrichtensprecherin bei dem spanischem
Fernsehsender Canal 2. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, doch Nuria ist
seit ihrem 13. Lebensjahr blind.
Du bist die erste blinde Nachrichtensprecherin Europas. Wie bist du
das geworden?
Ich habe in einer Talkshow von meinem Studium erzählt. Der Chef des Senders
wurde auf mich aufmerksam und lud mich zum Casting ein. Na ja, und seit
4. November bin ich auf Sendung.
Ist es für dich als Blinde schwer, für ein visuelles Medium zu arbeiten?
Nein. Am Anfang hatte ich schon Angst, dass ich vergesse, wo die Kamera
steht, oder dass ich es nicht durchhalte, bewusst meine Augen auf einen
bestimmten Punkt zu richten. Aber inzwischen denke ich, dass ich nur einen
Job mache, und das ist schließlich das Normalste der Welt.
Nicht sehr normal war dein eigener Radiosender, den du mit zwölf Jahren
gegründet hast.
Den hat mir mein Großvater eingerichtet. Das war natürlich nicht legal.
Ich war jeden Tag nach der Schule zwei Stunden auf Sendung. Aber irgendwann
kam das Fernmeldeamt und drehte mir den Saft ab.
Du bist mit 13 Jahren erblindet. Wie hat sich dein Verhältnis zum
Fernsehen seitdem verändert?
Eigentlich gar nicht. Ich sehe immer noch gerne fern. Hell und Dunkel,
das kann ich ja noch unterscheiden. Die Nachrichten verpasse ich nie.
Und im Gegensatz zu früher wähle ich heute das Fernsehprogramm kritischer
aus. Ich schalte nicht mehr jeden Mist ein.
STEFANIE GÖTTLER
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