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Schulgeschichten

[bewegt euch!]

 

spannend

Trotz aller Bio-Aufklärung und Sat1-Nachtprogramm stellen sich die meisten Jungs so an, als hätten sie noch nie ein Mädchen gesehen. Unsere Umkleidekabine ist von der Jungenkabine durch eine Trennwand abgeteilt, die nicht ganz bis zur Decke durchgezogen ist. Wenn sich die Jungen auf die Bänke und Zehenspitzen stellen, können sie einen Blick erhaschen - großer Ansporn zu gymnastischen Streckübungen selbst für die Unsportlichsten. Komisch, dabei behalten wir Mädchen ja beim Umziehen Unterwäsche an und in die Duschen können sie nicht sehen... Dabei drehen die sich nicht mal um, wenn wir im Freibad im Minibikini rumlaufen.

Annette Leyssner, Berlin

hochsprung bei scholly

Man steigt aus dem Bett, zieht sich an, sitzt 45 Minuten lang herum und zieht sich danach schon wieder aus, um eine halbe Stunde in der Turnhalle rumzuhüpfen. Rumhüpfen ist heute genau der richtige Ausdruck, wir machen nämlich Hochsprung. Beim Mattenaufbau werde ich fast erschlagen, weil die Jungs aus unserer Klasse Mattenweitwurf spielen und sich benehmen, als wären sie völlig zugesoffen. Scholly findet das nicht so gut und lässt uns nach einem Vortrag über Sportverletzungen alles wieder ab- und wieder aufbauen, diesmal vernünftig und unserem Alter entsprechend. Wenn die Hochsprunganlage steht, wird sich erst einmal warmgelaufen, immer im Kreis herum, wie die armen Zirkuspferde. Unsere Turnhalle ist auch noch so furchtbar klein, da lascht man sich die Füße schief. Nach ein paar Runden habe ich keine Puste mehr. Wir sind im Grunde allesamt noch ziemlich unmotiviert, klar, schließlich lagen wir alle fast gerade eben noch im Bett. Weil die Zeit jetzt nur noch so knapp ist, beschränken sich die Dehnungsübungen auf zwei Minuten, dann fangen wir mit dem Einspringen an. Zwei- bis dreimal soll jeder - heißt es. In Wirklichkeit springt jeder einmal, dann ist Schluss. Wir wissen, dass das so ist und Scholly weiß es auch.
Hochsprung soll ja auch in diesem Halbjahr so schnell wie möglich absolviert werden, damit wir uns wieder den lebensnotwendigen Dingen zuwenden können, wie etwa Fußball, Basketball, Basketball, Fußball und vielleicht auch noch ein paar Stunden Volleyball. Was Scholly auch noch sehr gerne unternimmt, sind Waldläufe. Die Klasse wird auf den drei Kilometer langen Trimm-dich-Pfad im Eichenwäldchen geschickt und Scholly fährt bis zum Wendepunkt mit dem Auto hinterher. Normalerweise versteckt er sich dann hinter einem Baum, um zu gucken, ob auch alle brav daher joggen. Ertappt er jemanden, der sich unbeobachtet fühlt und ein paar Schritte langsam geht, springt er hervor und ruft: "Halt! Hier ist die Kamera 3, du bist erwischt." Ungeheuer amüsant, ha ha.

Barbara Pastusiak, 15, Marsberg



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