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Schulgeschichten
[große Pause]
Teil 1

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| dazugehören
"Hey, warst du gestern noch im Babylon?"
- "Klar, war echt cool. Der Alex hat vielleicht einen Schmarrn
gemacht. Hat doch glatt..."
Mehr kann ich nicht verstehen. Die Erzählerin senkt die Stimme,
fängt zu flüstern an. Ich weiß nicht, ob unabsichtlich, oder weil
ich störe. Aber ich höre nichts mehr. Der Pausenlärm übertönt, was
Alex nun im Babylon vollbracht hat. Nachfragen, das will ich nicht.
Vielleicht ist die Geschichte ja nicht für meine Ohren bestimmt.
Ich gehe weiter. Stelle mich zu ein paar anderen Schülerinnen meines
Jahrgangs. Es geht um die letzte Geschichtsklausur. Wie selten gemein
der Lehrer doch ist. Und überhaupt, so ungerecht bewertet. Ja, nur
ein bisschen schleimen
muss man, um zweistellige Punktzahlen einzufahren. Ich habe 12 Punkte.
Ich bin ein Schleimer, für die anderen. Die Konversation bricht
ab. Zwei gehen zum Kaffeeautomaten, der Rest wechselt auf einen
ruhigeren Platz. Ich bleibe allein zurück. Tue so, als würde ich
mir den Vertretungsplan ansehen. Nicht zum ersten Mal in dieser
großen Pause. Dann gehe ich langsam weiter. Ich hasse die Schule.
Und noch mehr hasse ich diese große Pause. Dreißig Minuten lang.
Allein in der Masse von über tausend Schülern. Der Unterricht ist
ein Paradies dagegen. Da muss man nicht dazugehören. In der Pause
schon.
Ohne Name |
| im theater
10.30 Uhr: Große Pause. Das ist der eigentliche Grund, warum ich
die Schule schätze. Alles ist nicht so unbarmherzig wahr und echt
wie das wirkliche Leben draußen. Der Unterricht ist eine Inszenierung,
wir sitzen im Zuschauerraum und es gibt eine Pause. Man promeniert
im Foyer. Man unterhält sich über die Aufführung. Und achtet dabei
darauf, selber nicht aus der Rolle zu fallen. Denn auch die Schüler
spielen hier. Sich selbst. Oder was sie als sich selbst verkaufen
wollen.
Katharina Bosch, 16, Trostberg |
was ist freundschaft?
In der Raucherecke
rottet
sich mein Freundeskreis zu einem rauchenden Kral
zusammen. Da heute Montag ist, zünde ich mir auch eine Kippe an.
Wenn Mittwoch wäre, würde ich es deswegen machen. Ich suche mir
immer einen besonderen Grund. Heute, wir sprechen über ein Thema,
das mich nicht interessiert, betrachte ich meine Freunde. Ich weiß
nicht, ob es wirkliche Freunde sind, jedenfalls sind es die Leute,
mit denen ich meine Freizeit verbringe. Die Leute, die ich zu einer
Party einlade und bei denen ich eingeladen werde. Wenn das die Definition
von Freundschaft ist, dann sind es meine Freunde, auch wenn ich
sie nach dem Abitur wahrscheinlich nie mehr wieder sehen werde.
Während des Gesprächs wird mir folgendes klar: ICH HASSE DIE SCHULE.
Aber es gibt bestimmt nur wenige, auf die das nicht zutrifft.
Tobias Soffner,
18, Moringen |
försch und sein dackel
Herr Försch herrscht über den Schulhof mit strengem Regiment. Er ist
der Inbegriff eines Hausmeisters: Klein, jedoch mit großer
Wampe,
pausbäckig
und in grünen Cordhosen macht er den Kleinen Angst. Es kann schon
einmal passieren, dass man von Herrn Försch zum Schneeschippen verdonnert
wird, wenn man beim Wurf mit dem Wunder- und kostbaren weißen Rohstoff
von ihm erwischt wird. Sein Hund, der vermutlich Waldi heißt,
weil er ein deutscher Teckel, also Dackel ist, wird manches Mal
auf dem Schulhof Gassi
geführt. Das freut besonders diejenigen Schüler, die beim Spielen
auf dem Schulhof auch die spärlich vorhandenen Grünstreifen benutzen.
Johannes Curtius, 18, Darmstadt |
Text
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