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Schulgeschichten
[raus hier!]

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| die
beste zeit des lebens
Die
letzte Stunde ist vorbei und ich schlendere
mit einem Freund über den in knalligster Sonne liegenden Schulhof
und genieße das Leben. Wir haben uns für achtzig Pfennig Himbeerlimonade
mit Extra-Eis geholt und schlürfen es abwechselnd laut. Und lachen.
Und rauchen eine. Gewiss die letzte für heute. Mein Kumpel äfft
eine Lehrerin nach:
"Was steht hier? Ach, ich geb' mal lieber den Punkt, bevor
ich blöd frage." Ich mag ihn. Ich mag sie eigentlich fast alle.
Alle, die diese Zeit mit mir teilen, die mit mir lachen und sich
ärgern, die Würstchen essen und Himbeerlimonade trinken. Täuschen
Sie sich nicht, Schule ist die beste Zeit des Lebens. Bis auf den
Unterricht, versteht sich.
Klaus-Gregor
Eichhorn, 17, Chemnitz |
| 25 gründe, die schule doch
irgendwie zu mögen
01
abschreiben 02 die Zigarette nach der Klausur 03 so
tun, als ob man es versteht
04 in die Schule kommen und sehen, dass die letzten drei
Stunden ausfallen 05 über die Socken der Lehrer kichern 06
ihn sehen
07 wenn Klopapier da ist 08 die Vornamen von Lehrern
09 Polen-Austausch 10 barfuß durch die Schulflure
11 interessante Diskussionen im Unterricht 12 den
Streber sprachlos sehen 13 wenn der Lehrer aus "Romeo
and Juliet" vorliest 14 der süße Nachbar in Geschichte
15 Gerüchteküche
16 Lehrer, die wegen der Hitze Eis spendieren 17 einen
Tag blau machen und im Park picknicken 18 dass man als Schüler
noch nicht erwachsen ist 19 über das Privatleben von Lehrern
rätseln 20 attraktive Referendarinnen
21 den Lehrer verbessern
22 dass man immer etwas hat, worüber man stöhnen kann
23 wenn man im Sommer zum ersten Mal im Rock in die Schule
kommt 24 Wasserschlachten auf dem Schulhof 25 das
Gefühl: der letzte Tag vor den großen Ferien!
Zusammengestellt
von Shao-Lan Hertel, 17, Björn Denkewitz, 19, Friederike Knüpling,
18, Bonn |
die
flut
Zwanzig
Sekunden vor Anschlagen des Gongs, der das Ende des Schultages ankündigt,
sieht man eine kleine Schar aus einem Klassenzimmer huschen
und zum Treppenhaus eilen. Es sind Kollegiaten der 12. Klasse, die
das Pech hatten, die letzte Stunde im zweiten Stock verbringen zu
müssen. Zu ihrem Glück hatten sie einen Lehrer, der sie früher rausgelassen
hat. Doch da - einer strauchelt, die anderen haben die Treppe schon
erreicht. Der Arme, er hat ein Heft im Zimmer liegen lassen - Schweiß
erscheint auf seiner Stirn, als er sich umwendet und verzweifelt
zum Klassenzimmer zurückhastet, beinahe scheint es so, als würde
er es noch rechtzeitig zu den Treppen schaffen. Doch da ertönt dreimal
der Gong, ein Laut der Verzweiflung entflieht seinen Lippen, als
er versucht, sich mit einem Hechtsprung
auf die Treppe zu retten.
Das Schulhaus fängt an zu vibrieren, ein leises Summen, das schnell
zu einem lauten Dröhnen anschwillt, erzeugt von Hunderten von Schuhen,
die aus den Klassenzimmern stürmen. Der bedauernswerte Kollegiat
hat es nicht mehr geschafft - er wird von der Flut kleiner Unterstufler
mitgerissen, mit der Kraft der Verzweiflung versucht er sich am
Treppengeländer festzuhalten, aber gegen die Horde wildgewordener
Zehnjähriger kommt er nicht an: eine der kleinen Tragödien, die
so oder so ähnlich in jeder Schule passieren können.
Luise
Heine, Bonn |
Text
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