
Das
wichtigste am Internet sind die Inhalte. Clemens Fantur, 23, sorgt
in seinem Beruf dafür, dass man sie finden kann.
Bezeichnungen
gibt es massenhaft. Doch worin unterscheidet sich der Kommunikations-
vom Informationsdesigner, der Multimedia- vom Screendesigner,
der Web-Master vom Webdesigner? Auch Clemens Fantur kann diese
Frage nicht sofort beantworten. "Als Webdesigner bin ich
ebenso Screendesigner", versucht er zu erklären, aber dann
fällt ihm ein, dass "das mit den Bezeichnungen einfach überhaupt
nicht funktioniert". Denn all diese Berufe
beschäftigen sich mit Internet und Multimedia. Es gibt oftmals
keine standardisierten Ausbildungen und auch keine festen Berufsbilder.
Und es ist fast unmöglich, den Screendesigner vom Web-Master abzugrenzen
oder vom Webdesigner - es gibt einfach zu viele Überschneidungen.
Aber weil Clemens seine Arbeit ja irgendwie beschreiben muss,
nennt er sich Webdesigner. Seine Aufgabe ist die Entwicklung von
Internetseiten. Die technischen Möglichkeiten hierzu sind mittlerweile
so umfangreich geworden, dass sich ein Mensch allein gar nicht
mehr mit allem auskennen kann. Wo früher ein einzelner Programmierer
ausgereicht hat, braucht man heute mehrere Spezialisten mit eigenen
Fachgebieten wie 3D-Animation, Videoschnitt, Grafikdesign, Java-Script
oder Flash.
Und ähnlich einem Regisseur führt der Webdesigner dann die einzelnen
Elemente zusammen. Dabei hat Clemens selbst ein Spezialgebiet:
Bildbearbeitung. Er hätte sich wahrscheinlich gar nicht für diese
Dinge interessiert, wenn seine Musik nicht wäre. Der gebürtige
Innsbrucker ist Gründer der österreichischen HipHop-Formation
Total
Chaos. "Wir haben Flyer gebraucht und Kassettenhüllen",
erzählt er, und obwohl er anfangs davon überhaupt keine Ahnung
hatte, "habe ich mich halt an den Computer gesetzt und sie
gemacht". Mit der Zeit konzentrierte er sich immer mehr auf
das Internet, das ihn sehr fasziniert: "Ich wollte nicht
nur dumm herumsurfen, mir ging es von Anfang an um inhaltliche
Dinge. Je nachdem, wie ich eine Seite programmiere, kann ich den
Besucher lenken, ihn zu Inhalten führen." Das ist ein wichtiger
Teil der Arbeit eines Webdesigners: sich Konzepte zu überlegen,
wie Seiten am besten aussehen, dafür zu sorgen, dass die Besucher
sich gut zurechtfinden und schnell an Informationen kommen.
Das
ist nicht immer einfach. Nahezu jede Firma oder Institution will
derzeit ins Internet, aber nur wenige haben eine genaue Vorstellung
davon, wie man sich im Internet gut präsentiert. "Die wissen
meist gar nicht, was sie wollen und wie es aussehen soll",
meint Clemens, "die hören nur ,Internet' und wollen auch
rein." Oft muss er dann erst einmal erklären, was das Internet
eigentlich ist und wie es funktioniert. Ein weiteres Spezialgebiet
von Clemens, denn er unterrichtet am Münchner SAE
Technology College, einer Schule für Ton- und Multimediatechnik,
die er selbst auch besucht hat. Multimedia-Design, Grafikdesign
und Bildbearbeitung mit "Photoshop"
sowie CD-Rom-Produktion bringt Clemens seinen Schülern bei. Einige
der Kurs-Teilnehmer sind schon über vierzig. Dass der Lehrer erst
23 Jahre alt ist, stört dort niemanden und ist auch typisch für
diesen Beruf. "Wir Jüngeren bleiben
einfach ständig am
Ball, die Entwicklung geht rasend schnell voran", sagt
Clemens. Fast schon monatlich erscheinen neue Programme auf dem
Markt, zum Teil mit radikalen Neuerungen. Praktischerweise bekommt
die Schule sofort jede neue Software, so dass Clemens immer auf
dem aktuellsten Stand ist.
Als HipHop-Musiker erfüllt Clemens Fantur so gar nicht das Bild
vom typischen Computer-Nerd,
dessen Lebensinhalt einzig und allein aus Nullen und Einsen besteht.
Trotzdem hält er sehr viel von diesen
"weltfremden, aber superkreativen Typen". Man brauche
Leute, die sich stundenlang mit einer Programmierzeile auseinandersetzen
können, "die sind so abgedreht,
dass oft ganz frische Sachen dabei rauskommen". Er selbst
ist fast jedes Wochenende auf Tour mit seiner Band, die natürlich
auch von seinem Können profitiert. Momentan arbeitet er an der
Total-Chaos-Homepage.
"Ich versuche, die Musik immer mehr mit dem Internet zu verbinden",
erzählt er, "wir werden Samples zur Verfügung stellen, die
die Leute dann zu Hause remixen und wieder auf unsere Homepage
stellen können." Und vielleicht wird diese Technik bald schon
Bestandteil seines Unterrichts am SAE-College sein.
Text:
Matthias Supé
Heft Nr. 46 - 15.11.99
Foto: David Steets
Text
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FACHSCHULEN UND UNIVERSITÄTEN:
Fachhochschule
Augsburg (www.fh-augsburg.de/gestaltung),
Studiengang:
Multimedia; Studienrichtungen: Mediendesign und Medieninformatik.
Technische
Universität Ilmenau (www.tu-ilmenau.de),
Studiengang: Medientechnologie; Studienrichtungen: Audiovisuelle
Technik, Multimedia, Medienproduktion.
Hochschule
Wismar, Fachhochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung
(www.hs-wismar.de),
Studiengang neu ab WS 99/00: Kommunikationsdesign und Medien.
Fachhochschule
für Technik und Wirtschaft Berlin (www.fhtw-berlin.de),
Studiengang neu ab 1999: Internationaler Studiengang Medieninformatik.
Filmakademie
Baden-Württemberg GmbH (www.filmakademie.de),
Studiengang: Projektstudium Film und Fernsehen.
Schwerpunkt: Virtual Design.
Fachhochschule
Hannover (www.fh-hannover.de),
Studiengang: Grafik-Design-Informatik.
Fachhochschule
Darmstadt (www.fh-darmstadt.de),
Studiengang: Informatik. Schwerpunkt: Grafische Datenverarbeitung.
Fachhochschule
Furtwangen (www.fh-furtwangen.de),
Studiengang: Medieninformatik.
Fachhochschule
Wedel, Gemeinnützige Schulgesellschaft mbH. Staatlich anerkannte
Fachhochschule (www.fh-wedel.de),
Studiengang: Medieninformatik
Technische
Fachhochschule Berlin (www.tfh-berlin.de),
Studiengang: Medieninformatik; Studienschwerpunkte: Medien und
Software
Technische
Universität Chemnitz-Zwickau,
Studiengang: Grafische Technik/Printmedien im Nebenfach.
PRIVATE
SCHULEN:
SAE
Technology College, München, Hamburg, Berlin, Stuttgart und Frankfurt
(www.sae.edu)
MacroMedia,
München (www.macromedia-fachhochschule.de)
Mediadesign
Akademie, München (www.mediadesign.de)
Mehr
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Web-Design siehe: www.aim-mia.de |