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HANDWERK LEGEN Anke
Opp und Malte Duis sind Bereitschaftspolizisten in Hamburg. Wenn
sie Streife gehen, schauen die Leute sie komisch an - mit einer
Mischung aus Geringschätzung, Respekt, Argwohn und Hass. Wie kommt
man damit klar?

Teil
1
Die
Leute sind ängstlicher geworden, seit das mit dem Bomben-Schmeißen,
Flugzeuge-Entführen, Häuser-Anzünden, U-Bahnen-Sprengen,
Frauen-in-S-Bahnen-Vergewaltigen und Drogen-an-Kinder-Verkaufen
so schlimm geworden ist. Deshalb schreien alle nach der
Polizei, die soll sich gefälligst darum kümmern.
Anke Opp und Malte Duis sind zwei, nach denen geschrien wird:
zwei von rund 800 Hamburger Bereitschaftspolizisten, vom
3.
Zuge der 3. Hundertschaft.
Die Bereitschaftspolizei gibt es seit 1951. Sie dient der inneren
Sicherheit und wird von der Polizei eingesetzt, wo immer sie
gebraucht wird: Bei Demonstrationen, Fußballspielen oder
auf Streife.
Anke ist 27 Jahre alt, Malte 24.
Bei
der Polizei ist es üblich, dass Berufsanfänger erst
mal zwei bis drei Jahre in den Bereitschaftsdienst
gehen.
"Polizeitrainingslager", sagt Anke und setzt ihre
Mütze auf. Sie trägt eine dunkelgrüne Hose mit vielen Taschen,
einen hellbraunen Kunstfaserpullover und eine kugelsichere Weste.
In ihrem Gürtel stecken Handschellen, Pfefferspray, ein Leatherman
und
eine geladene Pistole. Malte trägt das Gleiche und zusätzlich
noch eine große, schwere Taschenlampe. Wenn sie mal alles anlegen,
was sie haben, mit Helm und Schild und so, lasten auf jedem
Körper über 20 Kilo.
Die beiden ziehen
ihre Jacken an, draußen regnet es. Es ist 12 Uhr mittags,
Dienstantritt zur Spätschicht, bis 22 Uhr. Der Dienst heißt
heute "Drogenbekämpfung", im Hamburger
Stadtteil St. Georg, das ist nah am Hauptbahnhof
und eine Gegend, die auch bei Tageslicht eher finster wirkt.
Hier wird
gedealt,
gespritzt, Crack geraucht, und wer in diesen Straßen seinen
Körper verkauft, ist eigentlich zu jung, zu alt oder zu
krank für so einen Job. Der Job, den Anke und Malte hier machen
müssen, geht erst mal so: Mützen und Uniformen zeigen,
hallo, seht ihr uns, wir sind's, und wir sehen euch. Hört
auf mit dem Dealen, hört auf mit allem, was sonst noch
verboten ist, sonst müssen wir euch aufgreifen, Personalien
aufnehmen, Platzverweise erteilen. Aber wenn ihr wollt, könnt
ihr uns auch ansprechen, egal, was es gibt. Das ist das Grundgerüst
ihrer Arbeit: schaulaufen,
zeigen, wer und wo sie sind, anders geht es gar nicht, und sie
sind ja unübersehbar, so ganz in Grün.
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