Schnelleinstieg:

Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

Bibliothek der TH Wildau
Ausgezeichnet innovativ

Hochschulbibliothek der TH Wildau
Hochschulbibliothek der TH Wildau | Foto (Ausschnitt): © TH Wildau

Die Bibliothek der Technischen Hochschule Wildau entwickelt Zukunftstechnologien für ihre Nutzer. Jetzt wurde sie für ihre Innovationsfreude als „Bibliothek des Jahres 2012“ ausgezeichnet.

Wildau, Bahnhofstraße, Halle 10: Dort, wo zu Beginn des 20. Jahrhunderts Lokomotiven demontiert und verladen wurden, befindet sich heute eine ausgezeichnete Bibliothek, die nicht nur in das brandenburgische Städtchen hinein-, sondern auch in die weite Welt hinauswirkt.

2007 ist die Bibliothek der Technischen Hochschule Wildau auf das denkmalgeschützte Werksgelände gezogen – in einen roten Backsteinbau mit modernen Glas- und Stahlkonstruktionen. Dort erstreckt sich die Bibliothek auf drei Etagen, die galerieartig rund um eine zentrale Agora angeordnet sind.

In diesem beeindruckenden und einladenden Ambiente fühlen sich die Nutzer ebenso wohl wie das engagierte Team der Einrichtung, die zur Bibliothek des Jahres 2012 gekürt wurde. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis wird jährlich vom Deutschen Bibliotheksverband sowie der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius verliehen.

Ein stolzes Traumteam

„Wir freuen uns enorm über diese Auszeichnung! Und wir wissen: Unser Erfolg steht und fällt mit unserem Team“, erklärt Dr. Frank Seeliger, der Leiter der Fachhochschulbibliothek. Das siebenköpfige Kernteam, das sich knapp fünf Vollzeitstellen teilt, wird durch Projektmitarbeiter, Auszubildende, studentische Hilfskräfte und Praktikanten ergänzt: laut Seeliger „eine sehr heterogene Gruppe mit flachen Hierarchien und einem extrem guten, sportlichen Teamgeist“.

Vor allem mit ihrer Innovationskraft, ihrer Kreativität und Experimentierfreudigkeit haben die Wildauer die Jury des Bibliothekspreises überzeugt. Tatsächlich gelingt es der Bibliothek immer wieder, Projektstellen zu schaffen, um zukunftsweisende Serviceleistungen zu entwickeln. „Die konstruktive Zusammenarbeit mit den Studierenden und Mitarbeitern der Technischen Hochschule ist dabei für uns wirklich ein Segen“, schwärmt Seeliger.

In Wildau würden neue IT-Lösungen für die spezifischen Anforderungen von Bibliotheken entwickelt. „Wir nutzen die hier an der Hochschule vorhandene Fachkompetenz und können – frei von kommerziellen Interessen – neue Ansätze entwickeln, um unsere Angebote auszubauen oder zu optimieren. Uns ist dabei wichtig, dass unsere Innovationen auch von anderen Bibliotheken angenommen werden und in deren Arbeitsalltag einfließen.“

Zählende Regale, intelligente Dummies

So wurde etwa ein intelligentes, bewegliches Zeitschriftenregal entwickelt, das eine Nutzungsstatistik liefert. Entnimmt ein Nutzer eine Zeitschrift mehr als zehn Sekunden lang, wird das als Ausleihe gezählt. „Damit bekommen wir auch bei Präsenzbeständen genaue Informationen darüber, welche unserer Abos nachgefragt sind“, sagt Seeliger.

Sind alle Exemplare eines Buchs in der Lehrbuchsammlung ausgeliehen, kommen die Wildauer Studierenden mit dem einfachen Scan des Dummies im Regal mit ihrem Smartphone weiter. Über QR-Codes, die mehr Informationen aufnehmen als herkömmliche Barcodes, können die Nutzer direkt das E-Book zum gesuchten Titel herunterladen.

AutoID- und RFID-Fachkompetenz

Ganz besonders im Bereich RFID-Technologie wird die Fachkompetenz der Bibliothek weit über die Grenzen der deutschen Bibliothekslandschaft hinaus geschätzt. Ein Mitarbeiter der Bibliothek hat 2011 die Special Interest Group zu RFID im Weltverband der Bibliotheken (IFLA) ins Leben gerufen.

Immer wieder stellen die Wildauer auf Konferenzen im In- und Ausland Lösungen vor, die in Zusammenarbeit mit den Studiengängen Logistik, Wirtschaftsinformatik und Telematik entstanden sind. Mittlerweile gibt es an der Hochschule ein eigenes Kompetenzzentrum zu AutoID/RFID. Dort finden zahlreiche Workshops statt; 2012 gab es bereits zum fünften Mal ein zweitägiges internationales RFID-Symposium. „Wir verstehen uns als eine Art Beratungsinstanz für RFID”, erläutert Seeliger. „Diese Aktivitäten würden wir gern noch ausbauen.“

Wirkung in der Gemeinde

Nicht nur für die Hochschule, sondern auch für die 10.000-Einwohner-Gemeinde Wildau spielt die Bibliothek eine zentrale Rolle. Alle Bürger dürfen die Bibliothek kostenlos nutzen. „Rund 1.200 unserer insgesamt 5.000 angemeldeten Nutzer sind keine Hochschulangehörigen“, sagt Frank Seeliger. Daneben finden in der attraktiven Halle 10 zahlreiche öffentliche Veranstaltungen statt, darunter Ausstellungen, Lesungen, Konzerte oder Workshops.

Auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen ist gut: Die Bibliothek bietet besondere Führungen für unterschiedliche Klassenstufen an und nimmt regelmäßig Schülerpraktikanten auf. Und mit der Wildauer Gemeindebibliothek gibt es eine sehr enge Kooperation. So hat die Fachhochschulbibliothek ihren Kolleginnen und Kollegen zu einem modernen Bibliotheksmanagementprogramm verholfen.

Heute ist die Gemeindebücherei eine der ersten in Deutschland, die ihren Online-Katalog über ein Open-Source-Programm anbietet. Das Team der „Bibliothek des Jahres 2012“ schaut eben immer über den eigenen Tellerrand hinaus und versucht, mit ihren Ideen auch andere Bibliotheken mitzuziehen.

Top