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Digitale Bibliotheken in Nigeria
Infrastruktur, Flexibilität, Nutzer*innenfreundlichkeit und Zugänglichkeit

Damilare Oyedele erzählt eine persönliche Geschichte der Wandlung des menschlichen Geistes durch Bibliotheken, und zeigt, wie digitale Ressourcen mehr Nutzer*innen erreichen können.

Von Damilare Oyedele

Ich bin in einer Vorstadtgemeinde in Ibadan im Südwesten Nigerias aufgewachsen, wo ich meine Kindergarten-, Primar- und Sekundarschulausbildung erhielt. Keine der Schulen, die ich besuchte, hatte eine Bibliothek. Dies verwehrte mir den Zugang zu Literatur und die Möglichkeit, Informationen selbstständig zu nutzen. Meine Leseentwicklung war gering, und ich konnte mich nicht fließend verständigen. Dies stellte mich vor zahlreiche Herausforderungen, darunter auch das zweimalige Nichtbestehen einer nationalen Prüfung aufgrund des fehlenden Zugangs zu Lesematerial.

Einer Bibliothek begegnete ich zum ersten Mal, als mir ein Studienplatz an einer höheren Lehranstalt für Bibliotheks- und Informationswissenschaft angeboten wurde. Schon bald machte ich es mir zur Gewohnheit, in einer Bibliothek zu studieren, und ich begann zu entdecken und erkunden, was sie zu bieten hatte. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich unabhängigen Zugang zu Informationen und anderen geistigen Kenntnissen. Allmählich wurde ich geschult im Umgang mit Wissen und Informationen für Studium und Forschung sowie deren praktische Umsetzung für die gesellschaftliche Entwicklung. Meine Geschichte zeigt, wie Bibliotheken den menschlichen Geist verändern. Im Laufe der Jahre hatte ich Zugang zu verschiedenen elektronischen Bibliotheksdatenbanken, von denen viele in den Bibliotheken, in denen ich studierte, nicht verfügbar sind.

Laut der Weltbibliothekskarte der Internationalen Vereinigung bibliothekarischer Verbände und Einrichtungen (IFLA) verfügt Nigeria über sechsundzwanzig nationale Bibliotheksfilialen, 815 wissenschaftliche und 290 öffentliche Bibliotheken, insgesamt also 1.131 Bibliotheken. Das bedeutet, dass in Nigeria auf 176.834 Menschen eine Bibliothek kommt. Die Karte der IFLA-Weltbibliothek zeigt auch, dass einundzwanzig der öffentlichen Bibliotheken über Internet-Dienste verfügen.

Es liegt auf der Hand, dass sich digitale Angebote in Bibliotheken nicht allein auf den Zugang zu Internetdiensten beschränken. Sie umfassen auch den Zugang zu elektronischen Ressourcen und Datenbanken sowie die Bereitstellung von IKT-Einrichtungen zur Förderung des gleichberechtigten Zugangs zu Informationen für alle. Derzeit gibt es keine Daten, die konkrete Informationen über das digitale Angebot von Bibliotheken in Nigeria liefern. Eine Reihe von akademischen Bibliotheken bietet jedoch E-Bibliotheksdienste, Internetzugang und die Bereitstellung von IKT-Einrichtungen an. Dasselbe gilt für einige öffentliche Bibliotheken. Die Erfassung der digitalen Angebote erfordert einen ganzheitlichen Datenerfassungsprozess, um genaue Informationen und Daten über die Bereitstellung digitaler Dienste in nigerianischen Bibliotheken zu erhalten.

Digitale Dienste, die von Bibliotheken angeboten werden, sind wichtig, müssen aber in Verbindung mit anderen Fragen betrachtet werden, wie z.B.: verfügbare Infrastruktur, Flexibilität, Benutzerfreundlichkeit, Kapazität der Bibliotheksmitarbeiter*innen, Zugänglichkeit für Bibliothekskundschaft (bezüglich technischem Know-how und Verfügbarkeit von Technologie), Regierungsmaßnahmen und andere aufkommende Fragen.

Damilare Emmanuel Oyedele

Die globale Pandemie hat gezeigt, dass Bibliotheken in Nigeria ihre Dienste online stellen müssen, um ihre Benutzer*innen zu erreichen. Viele von ihnen sind aufgrund von COVID-19 nicht mehr mit ihren Bibliotheken verbunden. Die laufenden Bemühungen von Organisationen der Zivilgesellschaft und anderen Entwicklungsagenturen konzentrieren sich auf die Unterstützung von Bibliotheken im Hinblick auf die Infrastrukturen, die sie benötigen, um die Nutzer*innen auch fernab zu erreichen; auf die Datenerfassung, um das Erbringen von Bibliotheksdiensten zu verstehen; auf Verbesserungsbereiche; und auf das Eintreten für die Entwicklung von Bibliotheken und ihre Unterstützung in Schulen und Gemeinden.

Digitale Dienste, die von Bibliotheken angeboten werden, sind wichtig, müssen aber in Verbindung mit anderen Fragen betrachtet werden, wie z.B.: verfügbare Infrastruktur, Flexibilität, Benutzerfreundlichkeit, Kapazität der Bibliotheksmitarbeiter*innen, Zugänglichkeit für Bibliothekskundschaft (bezüglich technischem Know-how und Verfügbarkeit von Technologie), Regierungsmaßnahmen und andere aufkommende Fragen.

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