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Digitale Bibliotheken im Vereinigten Königreich
Die Bibliothek bleibt 'digital geöffnet'

Rachael Culley gewährt uns einen Blick hinter die Kulissen der Social-Media-Strategie der British Library. Sie erzählt von den wichtigsten Erkenntnissen des Produzierens von Inhalten während des Lockdowns.

Von Rachael Culley

Die British Library nutzt eine Reihe digitaler Kanäle, um mit ihrer riesigen Gemeinde zu kommunizieren, namentlich unsere Webplattformen bl.uk und blogs.bl.uk; E-Mail; podcasts und soziale Netzwerke, in erster Linie Facebook, Twitter und Instagram, aber auch YouTube und Soundcloud. Die British Library ist gleichzeitig Forschungsbibliothek und kulturelle Institution/Museum. Wir sind nicht nur die Nationalbibliothek Großbritanniens, offen für Forschung, Inspiration und Vergnügen für alle; wir haben auch ein umfangreiches kulturelles Angebot an Ausstellungen und Veranstaltungen. Nebst einer vielfältigen Gemeinde, die wir physisch bedienen, können wir dank unserem Online-Angebot an digitalisierten Sammlungsstücken, Online-Ausstellungen und Ressourcen für den elektronischen Zugriff Benutzer*innen nicht nur außerhalb Londons, sondern weltweit bedienen.

Die wichtigsten Social-Media-Kanäle der Bibliothek konzentrieren sich auf die Bereitstellung von Inhalten, die die vielen Elemente der British Library widerspiegeln, und sie sollen dem gesamten Spektrum des Publikums dienen, das unsere Dienste nutzt. Alle geposteten Inhalte sollten unseren Benutzer*innen etwas Wertvolles bieten und aufgrund von Dateneinsicht erstellt worden sein – d.h. wir müssen nicht nur verstehen, was unsere Benutzer*innen sehen wollen, sondern auch wann und in welchem Format. Die sozialen Netzwerkinhalte der Bibliothek ergänzen unsere Inhaltsstrategie für digitales Engagement und entsprechen den Pfeilern Menschen (zur Vorstellung der Mitarbeiter*innen, die an unseren Standorten Boston Spa und St. Pancras arbeiten), Räume (zur Hervorhebung unserer Gebäude) und Sammlungen (unsere Bestände an Büchern, Zeitschriften, Manuskripten, Karten, Briefmarken, Musik, Patenten, Fotos, Zeitungen, Tonaufnahmen und vieles mehr, die in unseren Lesesälen und online verfügbar sind).
Alle digitalen Inhalte (die über soziale Medien oder E-Mail von der Bibliothek verbreitet werden) sollten auch einen oder mehrere Zwecke unserer Strategie Lebendiges Wissen (Living Knowledge) widerspiegeln. Lebendiges Wissen ist die Strategie der Bibliothek für die Jahre 2015–2023. In ihr soll das stetige Wachstum der Sammlung der British Library, unser Beitrag zur wissensbasierten Wirtschaft und die Verpflichtung unserer Mitarbeiter*innen, unser geistiges Erbe für alle zugänglich zu machen, erörtert werden.

Im Frühjahr 2020, während des Lockdowns als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie, konnte ich meine Erfahrungen als Kuratorin und Social Media Managerin der British Library nutzen, um über die Bedeutung der digitalen Dienste nachzudenken, die die British Library anbietet. Durch die hybride Arbeit in beiden Rollen konnte ich mich in meiner Position als nordamerikanische Kuratorin auf die Bedeutung digitaler Forschungsmaterialien wie E-Ressourcen, Online-Ausstellungen, digitalisierte Objekte über Plattformen wie Google Books und die Erstellung von Blog-Inhalten als Einstiegspunkt in die Sammlung konzentrieren. In der anderen Hälfte meiner Funktion, als Social Media Managerin für die Markenkonten, war es meine Aufgabe, teamübergreifend die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die British Library digital “geöffnet” bleiben konnte, während unsere eigentlichen Türen leider geschlossen waren. Zu den digitalen Angeboten gehörten die Erstellung von Animationen und Soundclips unter Verwendung digitalisierter Sammlungsstücke und Aufnahmen des Tonarchivs; #CuratorsOnCamera-Videos, um Einblicke in die Sammlungen zu gewähren, während die Objekte nicht physisch konsultiert werden konnten; und die Hervorhebung der Arbeit – um nur einige Bereiche zu nennen – unseres Webarchivs, der Teams Heritage Made Digital und Cultural Events (die ihre Arbeit als Reaktion auf die Beschränkungen durch die Pandemie von Veranstaltungen in Gebäuden auf Online-Veranstaltungen verlagerten). Wir haben festgestellt, dass bewegte Bilder für die erfolgreiche Bereitstellung von sozialen Inhalten von entscheidender Bedeutung sind, und wenn man sich die sozialen Feeds anderer Bibliotheken ansieht, scheint es klar, dass Video zum vorherrschenden Inhaltsformat geworden ist, welches Organisationen nun mit Mitteln ausstatten sollten. Inhaltsproduktionsteams müssen Video den Vorrang einräumen, um Bibliotheksinhalte in unserem digitalen Zeitalter so leicht verdaulich und zugänglich wie möglich zu machen. 

 

Wir haben festgestellt, dass bewegte Bilder für die erfolgreiche Bereitstellung von sozialen Inhalten von entscheidender Bedeutung sind, und wenn man sich die sozialen Feeds anderer Bibliotheken ansieht, scheint es klar, dass Video zum vorherrschenden Inhaltsformat geworden ist, welches Organisationen nun mit Mitteln ausstatten sollten. Inhaltsproduktionsteams müssen Video den Vorrang einräumen, um Bibliotheksinhalte in unserem digitalen Zeitalter so leicht verdaulich und zugänglich wie möglich zu machen.

Rachael Culley

Für die Bibliothek und ihre Präsenz in den sozialen Netzwerken ist es von größter Bedeutung, dass sie nicht London- oder UK-zentriert sind. Die Sammlungen sind international, und wir sind deshalb bestrebt, sie so vielen Nutzer*innen wie möglich zugänglich zu machen. Ein wichtiges Ziel der Social-Media-Kanäle der British Library ist es, Nutzer*innen auf der ganzen Welt Zugang zu den Sammlungen der Bibliothek zu ermöglichen und uns selbst die Möglichkeit zu geben, mit der breiteren Bibliotheksgemeinde zu interagieren und an Gesprächen teilzunehmen. Auch wenn der internationale Aspekt des Nord-, Mittel- und Süd-Amerika-Teams, in dem ich eine kuratorische Funktion innehabe, selbstverständlich ist, bemühen wir uns doch darum zu vermitteln, was Forscher*innen auf der ganzen Welt zur Verfügung steht und die Ressourcen und Sammlungen hervorzuheben, die unserer Online-Gemeinde von anderen Institutionen über Veranstaltungen, Twitter und Blogs zur Verfügung gestellt wird.
Bibliotheken waren und sind Orte der Inspiration, der Zuflucht und der Bildung, und zwar auf allen Ebenen, von kleinen Gemeinde- und mobilen Zentren bis hin zu nationalen Gebäuden. Ob es ein Elternteil ist, der sein Kleinkind zu einer Märchenstunde mitnimmt, Schüler*innen, die eine Ausstellung für ein Schulprojekt erleben, Student*innen in ihrer Universitätsbibliothek oder Forscher*innen, die ihre Familiengeschichte konsultieren – was alle Bibliotheken verbindet, ist die beständige und vorrangige Tatsache, dass sie für jede*n frei zugängliche Räume zur Verfügung stellen und dass sie den Zauber besitzen, einen überall hinzuführen – in irgendeine Zeit und an irgendeinen Ort der Geschichte.
Als die Pandemie in Großbritannien zuschlug und diese Orte des Trostes tragischerweise nicht mehr zur Verfügung standen, wurde die Notwendigkeit mehr denn je betont, den Benutzer*innen weiterhin eine Online-Alternative anbieten zu können, und ich denke, die digitalen Angebote der Bibliotheken in diesem Land sind in einem starken und inspirierenden Zustand (trotz anhaltender Drohungen von Finanzkürzungen für diese integralen Dienste). Von Live-Streaming-Veranstaltungen mit Autor*innen bis hin zu Online-Workshops für angehende Unternehmer*innen, von den von Bibliotheksmitarbeiter*innen verwalteten Chat-Diensten, die per Fernzugriff bei Forschungsanfragen helfen, bis hin zur Sicherung des Zugangs zu E-Ressourcen, die mit Primärmaterialien vollgepackt sind: Das digitale Angebot von Bibliotheken ist riesig und vielfältig, und ich bin gespannt, was die nächsten Jahre bringen werden, wenn wir aus den Erfahrungen des COVID-19-Lockdowns und den nachfolgenden, länger anhaltenden Auswirkungen lernen, denn öffentliche Gebäude, wie wir sie kennen, müssen sich weiterentwickeln und ihre Gemeinden auf neue Art und Weise erreichen und versorgen.
 

 

Von Live-Streaming-Veranstaltungen mit Autor*innen bis hin zu Online-Workshops für angehende Unternehmer*innen, von den von Bibliotheksmitarbeiter*innen verwalteten Chat-Diensten, die per Fernzugriff bei Forschungsanfragen helfen, bis hin zur Sicherung des Zugangs zu E-Ressourcen, die mit Primärmaterialien vollgepackt sind: Das digitale Angebot von Bibliotheken ist riesig und vielfältig, und ich bin gespannt, was die nächsten Jahre bringen werden, wenn wir aus den Erfahrungen des COVID-19-Lockdowns und den nachfolgenden, länger anhaltenden Auswirkungen lernen, denn öffentliche Gebäude, wie wir sie kennen, müssen sich weiterentwickeln und ihre Gemeinden auf neue Art und Weise erreichen und versorgen.

Rachael Culley

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