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Digitale Bibliotheken in Bosnien und Herzegowina
Eine Bibliothek ohne Bibliothekar*in ist wertlos

Die COVID-19-Pandemie hat vieles verändert: die Art und Weise, wie wir die Welt – einschließlich Reisen und Alltagsleben – sehen, aber auch die Rolle der Bibliotheken im Leben der Menschen. Schon immer waren Bibliotheken für jede Gemeinschaft äußerst wichtig, denn sie sind Zentren der Information, Kultur und Bildung, und dank ihnen haben wir stets Zugang zu relevanten, aktuellen und überprüften Daten. Dabei sind die wichtigsten Personen die Bibliothekar*innen.

Von Ejla Ćurovac

Die COVID-19-Pandemie hat vieles verändert: die Art und Weise, wie wir die Welt – einschließlich Reisen und Alltagsleben – sehen, aber auch die Rolle der Bibliotheken im Leben der Menschen. Schon immer waren Bibliotheken für jede Gemeinschaft äußerst wichtig, denn sie sind Zentren der Information, Kultur und Bildung, und dank ihnen haben wir stets Zugang zu relevanten, aktuellen und überprüften Daten. Dabei sind die wichtigsten Personen die Bibliothekar*innen. Sie müssen ein wandelndes Lexikon sein und Kenntnisse in verschiedenen Bereichen der menschlichen Kreativität und des menschlichen Wissens haben. Darüber hinaus müssen sie bereit sein, dieses Wissen mit anderen zu teilen. Eine Bibliothek kann ohne Gebäude und sogar ohne Bücher existieren, aber ohne Bibliothekar*innen ist sie wertlos. Dies hat sich auch in diesem Fall gezeigt. Die Bibliotheksgebäude wurden geschlossen, und so schien es, als würden die Bibliotheken ihre Dienste nicht mehr anbieten, aber das war nicht der Fall. Eine große Zahl von Bibliothekar*innen auf der ganzen Welt wandte sich an soziale Netzwerke und Medien, um ihre Kommunikation mit der Öffentlichkeit fortzusetzen. So reagierten wir weiterhin auf Anfragen von Benutzer*innen und kommunizierten mit ihnen, und die Dienstleistungen wurden bald in die Online-Umgebung übertragen. Die Bücher wurden digitalisiert und den Benutzer*innen, die sie benötigen, zur Verfügung gestellt, wobei der direkte Kontakt zwischen Bibliothekar*innen und Bibliotheksbenutzer*innen vermieden wurde.

Eine Bibliothek kann ohne Gebäude und sogar ohne Bücher existieren, aber ohne Bibliothekar*innen ist sie wertlos.

Ejla Ćurovac

In Bosnien und Herzegowina waren die Bibliotheken auch während der Pandemie in Betrieb. Auch wenn es nicht offensichtlich war, wurde hinter den Kulissen gearbeitet. Viele Kinder konnten die erforderliche Literatur nicht lesen, weil die Bibliotheken nicht zugänglich waren, aber einige Schulbibliothekar*innen beschlossen, eine spezielle Gruppe auf Facebook einzurichten, wo sie digitale Versionen von Büchern für Lehrer*innen anboten, die diese dann an ihre Schüler*innen weitergaben. Die Gruppe hat sich im Laufe der Zeit vergrößert, da viele Mitglieder Bücher hinzugefügt haben, und jetzt ist die Online-Schulbibliothek beträchtlich gewachsen und ist für die Schüler*innen sehr nützlich.

Eine große Anzahl von Bibliotheken begann, per E-Mail, Facebook und Instagram zu arbeiten, und nun kommunizieren sie erfolgreich mit ihren Benutzer*innen. Selbst jetzt, wo die meisten Bibliotheken wieder geöffnet sind, werden diese Online-Dienste weitergeführt, weil so mehr Nutzer*innen erreicht werden. Viele Institutionen und Bibliotheken organisierten Online-Veranstaltungen, darunter Kurse für Kinder, Workshops und Gespräche mit Schriftsteller*innen. Dies zeigt, wie wichtig die Bibliothekar*innen sind, die in der Lage waren, das gesamte Programm zu entwerfen und ihren Benutzer*innen anzubieten. Zahlreiche Bibliothekar*innen arbeiteten in ihren Gemeinden und setzten sich dafür ein, dass alle Zugang zu Büchern, Informationen und der notwendigen Technologie für den Zugriff auf digitale Inhalte erhielten. Sie organisierten die Sammlung alter IT-Ausrüstung und gaben sie an Schüler*innen ab, die sonst keine Möglichkeit hatten, dem Online-Unterricht zu folgen. Diese Bibliothekar*innen zeigten, wie wichtig Aktivismus ist und wie sehr Bibliothekar*innen zum hervorragenden Funktionieren des Bildungssystems beitragen können.

Einige Bibliotheken, darunter das Bosniakische Institut, richteten ihren Aktivismus auf die Schaffung von Grundvoraussetzungen für ein normales Leben während der Pandemie aus und verteilten fünftausend Schutzmasken an die Landesküche. Die Nationalbibliothek von Bosnien und Herzegowina bemühte sich intensiv um die Digitalisierung einer großen Anzahl alter Zeitschriften sowie neuerer Ausgaben, die sie dann ihren Benutzer*innen anbot. Zudem veröffentlichte sie das Handbuch für öffentliche Bibliotheken in Bosnien und Herzegowina, welches die Bedeutung von Bibliotheken in diesem Umfeld verdeutlicht. Zwei äußerst wichtige Institutionen für Bibliothekar*innen in Bosnien und Herzegowina, die Vereinigung der Bibliothekar*innen der Föderation BiH und die Vereinigung der Bibliothekar*innen, Archivar*innen und Museolog*innen (BAM), organisierten die Feierlichkeiten zum Internationalen Tag und der Nacht des Buches und des Urheberrechts. Die Organisator*innen und alle Teilnehmer*innen haben ihren Inhalt an die neue Situation und das neue Online-Umfeld angepasst, und alle Dienstleistungen und Aktivitäten werden online angeboten. Das Thema lautete “Mit einem Buch um die Welt” und sollte zum Lesen anregen und die Konversation über Schlüsselthemen des Weltgeschehens fördern, wobei speziell darauf hingewiesen wurde, dass jetzt der richtige Zeitpunkt zum Lesen sei. In einer Zeit, in der der größte Teil der Welt geschlossen ist und die Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, sollte die Macht von Büchern mehr denn je genutzt werden, um die Isolation zu bekämpfen, die Verbindungen zwischen den Menschen zu stärken, unseren Horizont zu erweitern und unseren Geist und unsere Kreativität anzuregen.

Während die Bibliothek zwei Monate lang für die Öffentlichkeit geschlossen war, arbeiteten die Mitarbeiter*innen der Bibliothek Gazi Husrev-bey jeden Tag, und die Bibliothekar*innen gestalteten Inhalte. Sie boten ihren Nutzer*innen während des Lockdowns eine Menge neuer Inhalte an, darunter Online-Ausstellungen und eine große Anzahl digitaler Dokumente, auf die jederzeit kostenlos zugegriffen werden konnte. Dies zeigte die Bedeutung der Online-Bibliothek, die vor zwei Jahren eingerichtet wurde, besonders in dieser Situation. Die Benutzer*innen konnten auf die von ihnen benötigten Inhalte zugreifen, und wenn sie besondere Wünsche hatten, konnten sie sich über soziale Netzwerke oder E-Mail an Bibliothekar*innen wenden. Die Bibliotheksmitarbeiter*innen versuchten während dieser Zeit, die Bedeutung des Konservierungs- und Restaurierungsprozesses aufzuzeigen und auch, wie die Materialien am besten vor äußeren Einflüssen geschützt werden können. Gleichzeitig versuchten sie, diejenigen Bibliotheksmitarbeiter*innen und Benutzer*innen zu schützen, die mit Bibliotheksmaterialien in Berührung kamen. Während dieser Zeit wurde auch die Webseite der Bibliothek aktualisiert, um sie so klar und benutzerfreundlich wie möglich zu gestalten.

Auch viele andere Institutionen in Bosnien und Herzegowina haben ihre Dienste an die neue Situation angepasst. Mehr als jemals zuvor wollten Bibliothekar*innen in Zusammenarbeit miteinander die Benutzer*innen zum Lesen ermutigen und ihnen in einer Zeit, in der alle Grenzen geschlossen waren, das Reisen durch die Welt der Bücher und der Fantasie ermöglichen.

 

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