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Digitale Werkzeuge und die Reaktion der Nutzer*innen
Digitalisierung hilft Bibliotheken, ihre Grenzen zu erweitern

Während der Krise in 2020 hatten Bibliotheken die Chance, für viele Dienstleistungsnutzer*innen zu einem Einstiegspunkt in die digitale Welt zu werden. Dank rechtzeitig eingeführten digitalen Technologien könnten Bibliotheken eine bedeutende Rolle im Leben der modernen Gesellschaft spielen.

Von Daria Klenova

Für öffentliche Bibliotheken hätte der kürzliche Lockdown katastrophale Folgen haben können, wenn sie sich nicht dazu entschlossen hätten, besonders erfinderisch zu werden. Trotz der unvorhersehbaren Veränderungen erkannten die Bibliothekar*innen, dass der Lockdown und andere Einschränkungen auch eine Chance sein könnten. Solange ihre Räumlichkeiten geschlossen waren, war es den Bibliotheken nicht möglich, ihre gesamte Dienstleistungspalette anzubieten. Nach dem anfänglichen Schock begannen sie mit der Umsetzung von Maßnahmen, die es ihnen ermöglichen sollten, ihre Hauptaufgabe – also Menschen jenseits der Bibliotheksmauern zu erreichen – auch weiterhin zu erfüllen.

Dies führte zu einem bedeutenden Anstieg der E-Book-Ausleihe und der Besuche auf den Netzwerkseiten der Bibliotheken sowie zu einem enormen Anstieg der YouTube-Anmeldungen. Alle öffentlichen Bibliotheksveranstaltungen für Gruppen wie Schulen und Universitäten, junge Eltern und Geschäftsleute verlegten sich online. Dadurch wurde es auch möglich, das Publikum für Bibliotheksaktivitäten zu erweitern. Verbesserte digitale Technologien ermöglichten den Bibliotheksbenutzer*innen, an einer Vielzahl von Buchclubs, Kochkursen und Bastel-Workshops teilzunehmen. Sobald das Angebot an Online-Aktivitäten zunahm, hatten darüber hinaus Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen Bibliotheken nicht persönlich aufsuchen konnten, viel mehr Möglichkeiten, am Gemeinschaftsleben teilzunehmen.

Die Nutzer*innen gewöhnen sich daran, dass die Bibliothek stärker digitalisiert ist, und nicht alle finden den Weg zurück zu den materiellen Dienstleistungen.

Im Laufe des Jahres 2020 ist deutlich geworden, dass die Bibliotheken in Sachen Digitalisierung vor neuen Herausforderungen stehen. Die erste Herausforderung betraf die Unmöglichkeit, Bibliotheksressourcen materiell zu verteilen. Weitere Herausforderungen entstanden, als die Bibliotheken ihre Dienste wesentlich umgestalteten, um ihnen so einen Mehrwert zu verleihen und die Bedürfnisse der Nutzer*innen zu befriedigen und, in einigen Fällen, zu formen.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung entscheiden sich immer weniger Dienstleistungsnutzer*innen für materielle Dienstleistungen wie Buchausleihe oder Veranstaltungsbesuche und bevorzugen stattdessen Dienstleistungen, auf die sie online zugreifen können. Die Nutzer*innen gewöhnen sich daran, dass die Bibliothek stärker digitalisiert ist, und nicht alle finden den Weg zurück zu den materiellen Dienstleistungen. Erfreulich ist, dass einige Menschen ihre Präsenz in der Bibliothek erhöht haben, indem sie sowohl digitale Ressourcen als auch räumliche Bibliothekseinrichtungen nutzen. Die Tendenz, dass Leute materielle Dienstleistungen durch digitale ersetzen, darf jedoch nicht ignoriert werden.

Nach der Wiedereröffnung hörten die Bibliotheken nicht mit dem Ausbau der Kapazität ihrer digitalen Dienste auf. Der digitale Teil ihrer Arbeit ist zu einem fortlaufenden Prozess geworden.

Die Ziele der digitalen Hilfsmittel in Bibliotheken lassen sich auf drei Arten klassifizieren: Erleichterung des Zugangs und der Nutzung der Dienste; Unterstützung der Nutzer*innen beim Erlernen neuer Fähigkeiten; Inspiration und Information der Kundschaft.

Der Zugang zur Bibliothek über eine weithin verfügbare App kann ihr Ansehen als ein attraktiver und zugänglicher Ort für Besucher*innen positiv beeinflussen. Unter der großen Vielfalt von Apps, die von Unternehmen und Bibliotheken verwendet werden, bevorzugen die Nutzer*innen diejenigen, die leicht verfügbar sind und ihnen Multitasking ermöglichen. So können sich Bibliotheken der Google Street View anschließen, welche einen virtuellen Rundgang durch die Bibliothek bietet, bei dem die Nutzer*innen das Layout der Bibliothek sehen können.

Auch die Entwicklung von Bookmark-Apps für Bibliotheken hat gute Ergebnisse gezeigt. Eine Bookmark-App oder ein so genannter ‚digitalisierter Bibliothekar‘ hilft den Nutzer*innen, die gesuchte Literatur zu finden, oder ermöglicht es ihnen, ihre Ausleihaktivitäten auf interessante und interaktive Weise zu verfolgen. Für Nutzer*innen, die vielleicht Mühe hätten, Bücher in der Bibliothek zu finden, können diese Apps nützlich sein.

Bibliotheken können auch tiefer in die digitale Welt eintauchen, indem sie durch Crowdsourcing gespeiste Webseiten wie Wikipedia ersetzen. Dies kann dazu beitragen, bessere und genauere Inhalte für ähnliche Online-Ressourcen zu schaffen.

Bibliothekar*innen müssen den Zusammenhang zwischen digitalen und traditionellen Haltungen zu Bibliotheksbüchern verstehen. Projekte wie Fingerlink, die es Leser*innen ermöglichen, digitale Werkzeuge für die Arbeit mit gedruckten Büchern zu nutzen, können diejenigen zufriedenstellen, die sich ihrer digitalen Vorlieben noch nicht sicher sind.

Die Ziele der digitalen Hilfsmittel in Bibliotheken lassen sich auf drei Arten klassifizieren: Erleichterung des Zugangs und der Nutzung der Dienste; Unterstützung der Nutzer*innen beim Erlernen neuer Fähigkeiten; Inspiration und Information der Kundschaft. Konkret können diese Ziele erreicht werden, indem man Bibliotheksnutzer*innen die Möglichkeit bietet, einige der fortschrittlichsten Technologien kennen zu lernen. Jede Bibliothek kann mit 3D-Design und Drucken beginnen, um ein Fablab für ihre Nutzer*innen einzurichten.

Dies war nur ein kleiner Einblick in einige Maßnahmen, die Bibliothekar*innen auf der ganzen Welt ergriffen haben, um Informationen über digitale Dienste bereitzustellen. Sie zeigen, wie dies ihre tägliche Arbeit verbessert. Es ist erfreulich, dass Bibliotheken improvisieren und auch jeden Tag von immer neuen digitalen Akteuren aus aller Welt lernen. Für Bibliotheken als Institutionen ging es schon immer darum, Fähigkeiten, Kultur und Wissen zu teilen. Die Pandemie des Jahres 2020 war ein Auslöser für Bibliotheken, ihre Grenzen zu erweitern, noch kundenorientierter zu werden und neue Wege zu lernen, wie sie mit den Nutzer*innen in Kontakt treten und ihnen Dienste anbieten können, die ihr Leben bereichern. Um der Nachfrage der Kundschaft weiterhin gerecht zu werden, müssen Bibliotheken sich auch dem künftigen digitalen Fortschritt anpassen.

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