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Kreativität in der virtuellen Welt

Der WLIC 2021 zeigte uns, wie wir in einer Online-Umgebung miteinander in Kontakt treten, uns gegenseitig unterstützen und kreativ sein können. Informationsfachleute müssen einander in diesen schwierigen Zeiten zur Seite stehen, denn Zusammenarbeit ist der Schlüssel dazu, Alltagshürden zu überwinden und Lösungen für uns selbst, unsere Bibliotheken und unsere Benutzer*innen zu finden.

Von Ejla Ćurovac

Dank des „Emerging International Voices“-Projekts hatte ich die Möglichkeit, an der diesjährigen IFLA-Konferenz teilzunehmen. Angesichts der aktuellen Coronavirus-Situation und der Unmöglichkeit, das Event als Präsenzveranstaltung zu organisieren, fand die diesjährige Konferenz komplett online statt. Die IFLA organisierte das inklusivste und zugänglichste Event ihrer Geschichte und brachte Profis aus aller Welt zusammen, die über eine ganze Reihe von Themen sprachen, von neuen Praktiken im Bibliothekswesen bis hin zum Stand von Spezialbibliotheken in medizinischen Einrichtungen.

Am ersten Tag der Konferenz hatte ich zwei Präsentationen. Die erste davon befasste sich mit dem Thema „Design Sprint“ als Teil der „Library Futures“-Session. Zusammen mit Kolleg*innen aus dem „Emerging International Voices“-Projekt diskutierte und bewertete ich meine Erfahrungen mit den Workshops, in denen wir drei Prototypen für Bibliotheksbenutzer*innen ohne Internetzugang oder mit eingeschränkten digitalen Kompetenzen erstellt hatten.

Wir hatten drei Tage lang Workshops und arbeiteten dann unter Leitung unserer Kursleiterin Adele Cristea in drei Teams, in denen wir zur Lösung eines Problems drei Prototypen erstellten. Wir organisierten zudem Interviews mit echten Menschen, um einen besseren Einblick in die Problematik zu gewinnen. Diese Prototypen präsentierten wir auf der IFLA-Konferenz, was eine fantastische Erfahrung war. Unsere Arbeit und unsere Ideen bei einer Konferenz wie dieser vorstellen zu können, war etwas ganz Besonderes, das wir nie vergessen werden. Der gesamte Prozess der Arbeit an diesem Projekt war ein inspirierendes Erlebnis, insbesondere, da wir in der Lage sein werden, das Gelernte auch einzusetzen. Das Konzept von „Design Thinking“ ist etwas, von dem ich sofort beschloss, es in meiner Arbeit und meiner Bibliothek zu nutzen, weil ich der Meinung bin, dass es unseren Benutzer*innen den besten Service bietet. Wir müssen Empathie entwickeln und die Dinge aus der Perspektive der Bibliotheksbenutzer*innen sehen, um zu verstehen, was sie möchten und brauchen.

In der Session mit dem Titel „Africa-Europe Emerging Leaders“ präsentierte ich das Konzept von „grünen Bibliotheken“ und ihre Rolle in den kommenden zehn Jahren. Der Schlüssel zu allen Bemühungen, für die Zukunft der Bibliotheken zu planen, liegt in dem Versuch, zu verstehen, wie die Zukunft aussehen könnte und welche Trends sie prägen werden. Mit Vorträgen, die von lebenslangem Lernen bis hin zum Klimawandel und von der Rolle der Technologie bis zur Bedeutung öffentlicher Räume eine ganze Reihe von Themen abdeckten, präsentierten in dieser Session führende junge Köpfe aus der Welt des Bibliothekswesens und der Informationswissenschaft die Zukunft des Bibliothekswesens. Es war äußerst interessant, andere Sessions zu besuchen, die sich mit der Frage von grünen Bibliotheken und Nachhaltigkeit in Bibliotheken beschäftigten, weil das heutzutage ein so zentrales Thema ist. Ich bin der Meinung, grüne Bibliotheken werden insbesondere aufgrund der anhaltenden Herausforderungen für die menschliche Gesundheit sogar noch wichtiger werden. Sie werden zu einem neuen Konzept werden, das zusammen mit Open Access eine neue Phase in der Welt des Bibliothekswesens darstellen wird. Zur Rückkehr zur Natur gehört auch die Rückkehr zu den traditionellen Werten Freiheit und Offenheit, was für Bibliotheken heutzutage von großer Bedeutung ist. Während der Pandemie haben wir erlebt, wie wichtig die Rolle der Bibliotheken ist und wie viel sie zur Gesellschaft beizutragen haben. Bibliotheken müssen ihre Arbeit an den Benutzer*innen ausrichten, die ihre Dienste hier und jetzt benötigen, und deshalb müssen Bibliothekar*innen sich anpassen können, um diesen neuen Bedürfnissen gerecht zu werden. Offener Zugang zu Wissen in einer „grünen“ Umgebung ist etwas, auf das wir hinarbeiten sollten.

Auf der WLIC2021-Seite hatten alle Konferenzteilnehmer*innen ihr persönliches Profil, sodass wir mit Kolleg*innen aus anderen Ländern Informationen austauschen konnten und die Gelegenheit hatten, neue Menschen kennen zu lernen und unsere Ideen mit ihnen zu teilen. Das wunderbare Ergebnis davon ist, dass wir unsere Zusammenarbeit auch in Zukunft fortsetzen können.

Auf der diesjährigen Konferenz wurden viele großartige Ideen und Beispiele für Good Practice präsentiert, wobei diejenigen besonders wichtig waren, die uns zeigten, wie kreativ wir sein können, selbst wenn wir nicht in unseren Bibliotheksgebäuden arbeiten können. Neue Technologien haben es möglich gemacht, unseren Benutzer*innen von zuhause aus zu helfen und auch ohne Bibliothek Bibliothekar*innen zu sein, denn das Wissen, das wir in uns tragen, ist unschätzbar wertvoll, und unsere Ideen können für unsere Benutzer*innen sehr wertvoll sein. Eine Bibliothek ohne Bibliothekar*in ist lediglich ein Gebäude und Bücherdepot, während es mit einer guten Bibliothekarin zu einem magischen Ort wird, an dem man sich treffen, etwas lernen, sich unterhalten und neue Erfahrungen austauschen kann.

Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr in Dublin Live-Vorträge von Fachleuten und Kolleg*innen aus aller Welt besuchen können und dass unsere Zusammenarbeit und unsere Kameradschaft zu einer Menge neuer, kreativer und großartiger Ideen führen werden, die die Arbeit des Bibliothekswesens voranbringen werden.

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