Produktdesign Hamburg Suche nach neuen Formen der Gesellschaft

Ulrike Brandi Licht | Elbphilharmonie Plaza West, Hamburg
Ulrike Brandi Licht | Elbphilharmonie Plaza West, Hamburg | Foto: Oliver Heissner

Alle Themen können Gegenstand von Design werden. Während die Hochschule für bildende Künste in Hamburg dabei ist, einen neuen Designertypus zu erfinden, setzen etablierte Hamburger Designer ihren ganz eigenen Weg fort.

Betritt man die Hochschule für bildende Künste (HFBK) am Hamburger Lerchenfeld, wird rasch ein Spannungsverhältnis deutlich: Das repräsentative denkmalgeschütze Hauptgebäude von Fritz Schumacher stammt aus dem Jahr 1911. Doch was hier unter Design verstanden und gelehrt wird, entspricht erst kürzlich veränderten Regeln. Wie andere künstlerische Bildungsorte in Deutschland wandelte sich die HFBK zu Beginn der Siebzigerjahre von einer Werkkunstschule zu einer künstlerisch-wissenschaftlichen Hochschule. Die Fachbereiche Kunst, Architektur und Design arbeiteten mit einem ganzheitlichen Anspruch.

Einflussreiche Gestalter wie Dieter Rams und Peter Raacke lehrten als Professoren an der HFBK Industriedesign. Sie bereiteten Generationen von Studentinnen und Studenten auf den Beruf als Industrie- und Produktdesigner und auf die Zusammenarbeit mit Herstellern aus der Industrie vor. Erfolgreiche Absolventen aus der Zeit bis zum Millennium zählen heute zu den prägenden Persönlichkeiten der Hamburger Designszene.

Gesellschaft gestalten

1767 als Hamburger Gewerbeschule gegründet, definiert sich die HFBK Hamburg heute als Kunsthochschule. 2008 wurde aus dem ehemaligen Fachbereich Design ein Studienschwerpunkt innerhalb des interdisziplinären Studiengangs „Bildende Kunst“ mit Bachelor- und Master-Abschluss. Der Umstellung voraus ging die bereits 2006 erfolgte Ausgliederung der Architekturausbildung in die Hafencity Universität. Nun orientiert sich der Designansatz der Hochschule an künstlerischen Strategien, er zielt ab auf politische Eingriffe und Veränderungen der Gesellschaft mit Mitteln der Gestaltung. Dementsprechend haben Entwicklungen, Produkte und Dienstleistungen, die an der HFBK entstehen, nichts mehr mit einer praxisorientierten Industriedesign-Ausbildung aus Zeiten des Diploms zu tun, was durchaus auch auf Kritik stößt. Noch fehlt die Erfahrung mit der neuen Generation von Absolventen und ihrer künftigen Rolle.

HFBK | Charlotte Diekmann, Daniel Pietschmann | Gartenhaus am Holstenkamp | Studienprojekt 2013 – 14 HFBK | Charlotte Diekmann, Daniel Pietschmann | Gartenhaus am Holstenkamp | Studienprojekt 2013 – 14 | Charlotte Diekmann, Daniel Pietschmann Das Fächerangebot soll zu einer übergreifenden künstlerischen und wissenschaftlichen Qualifizierung führen. Die Studentinnen und Studenten arbeiten in Studios mit den Lehrenden zusammen. Ziel des Studiums ist nicht mehr in erster Linie die Befähigung, Gegenstände entwerfen zu können, sondern weitergehende Fragestellungen aufzuwerfen und innovative Lösungen zu erarbeiten. Selbstbestimmte künstlerische Auseinandersetzungen sowie projektbezogene und experimentelle Arbeitsweisen stehen dabei im Mittelpunkt. Die Hochschule versteht sich als aktiver Teil der kulturellen Öffentlichkeit, mit vielfältigen Kooperationen, wie etwa mit dem Museum für Kunst und Gewerbe. Sie wirkt auf aktuelle Entwicklungen im In- und Ausland ein und initiiert Debatten. Dem Schwerpunkt Design gehören derzeit sechs Professorinnen und Professoren an: Friedrich von Borries (Designtheorie), Jesko Fezer (Experimentelles Design), Glen Oliver Löw (Produktdesign), Julia Lohmann (Grundlagen des Design), Marjetica Potrč (Social Design) und Ralph Sommer (Konzeptdesign).

Weltentwerfen

„Früher entwarfen Designer Gegenstände“, sagt Friedrich von Borries, „heute wird praktisch alles gestaltet: das Klima, Prozesse, Flüchtlingslager. Deshalb darf Design nicht nur nach ästhetischen, funktionalen und ökonomischen Gesichtspunkten bewertet werden.“ Stattdessen plädiert er für ein entwerfendes Design, das sich der Logik des Kapitalismus entzieht und neue Formen des Zusammenlebens ermöglicht.

HFBK | Magazin der HFBK-Bibliothek nach der Neugestaltung, 2016 HFBK | Magazin der HFBK-Bibliothek nach der Neugestaltung, 2016 | Foto: Michael Pfisterer Von Borries veröffentlichte kürzlich seine „politische Designtheorie“ unter dem Titel Weltentwerfen.
Auch Jesko Fezer, Professor für Experimentelles Design an der HFBK, setzt diesen Ansatz mit seiner „Öffentlichen Gestaltungsberatung“ theoretisch und praktisch um. Die kostenlose Beratung, die Wohnprobleme in von Gentrifizierung betroffenen Stadtteilen lösen und individuelle Lebenssituationen verbessern soll, wird von Studierenden sowie professionellen Designern betrieben. Nach dem Erforschen des eigentlichen Problems entwickeln und realisieren die Projektteilnehmer kostengünstige Lösungen zusammen mit Auftraggebern, die sich kein professionelles Design leisten können. So erarbeitete ein Team Konzepte mit unterschiedlichen Trennelementen für eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern, die sich mehr Privatsphäre in ihrer zu kleinen Wohnung wünschte, ein anderes unterstütze ein Gegenplanungsprojekt von Bewohnern der mittlerweile abgerissenen Esso-Häuser im Hamburger Stadtteil St. Pauli. „Alle Themen und Probleme können zum Gegenstand von Design-Prozessen werden“, betont Fezer. Und so heißt auch ein Buch, dass die Ergebnisse der Designberatung zwischen 2011 und 2016 dokumentiert.

design for human nature

  • design for human nature | JET, Zweiter Prototyp des neuen Tankstellenkonzepts design for human nature | JET, Zweiter Prototyp des neuen Tankstellenkonzepts
    design for human nature | JET, Zweiter Prototyp des neuen Tankstellenkonzepts
  • design for human nature | Astra, Entwicklung des Herzankers als Wahrzeichen design for human nature
    design for human nature | Astra, Entwicklung des Herzankers als Wahrzeichen
  • design for human nature | „Soziale Achse“ zwischen Studios und Projekträumen design for human nature
    design for human nature | „Soziale Achse“ zwischen Studios und Projekträumen
  • design for human nature | Großer Saal mit Basketballkorb design for human nature
    design for human nature | Großer Saal mit Basketballkorb
  • design for human nature | Großer Saal Kontorhaus design for human nature
    design for human nature | Großer Saal Kontorhaus
  • design for human nature | Nivea Men | Cremedose als Umsetzung des Markenzeichnens design for human nature
    design for human nature | Nivea Men | Cremedose als Umsetzung des Markenzeichnens
  • design for human nature | Tourismus-Initiative Schleswig Holstein, Schlafstrandkorb design for human nature
    design for human nature | Tourismus-Initiative Schleswig Holstein, Schlafstrandkorb
Im ehemaligen Kontorhaus des Hamburger Großmarkts für Obst und Gemüse aus den 1960er-Jahren haben sich André Feldmann und Arne Schultchen einen Ort mit maßgeschneiderten Projekt- und Studioräumen geschaffen. Der einstige Auktionstrakt bietet dem 25-köpfigen Team um die Gründer von „design for human nature“ viel Platz. Die Möbel haben die Designer, die Gestaltungslösungen von der Niveadose bis zur Tankstellenarchitektur entwickeln, selbst entworfen und gebaut: Schreibtische, Sofas und Leuchten beziehen sich auf Formen aus der Entstehungszeit des Gebäudes. Im früheren Auktionssaal können sie mehrere Meter hohe Architekturmodelle im Maßstab 1:1 konstruieren. „Die Räume würde außer uns niemand so nutzen,“ sagt Arne Schultchen, der gemeinsamen mit André Feldmann studiert hat. Im Vergleich zur Zeit an der HFBK habe sich gar nicht so viel verändert. „Auch dort hatten wir ein großes Studio fast ganz für uns“, so Schultchen. „Wie hier im großen Saal konnten wir einen Tennisball gegen die hohen Wände werfen, während wir über Ideen gesprochen und nachgedacht haben. Den offenen Raum buchstäblich zu füllen, mit neuen Möglichkeiten und Ideen, hat uns schon immer gefallen. Die HFBK war genau das!“

BFGF Design Studios

  • Christian Schüten | Egoring, 2004 Foto: Olaf Tamm
    Christian Schüten | Egoring, 2004
  • BFGF Design Studios | OFF Club Tim Mälzer | Interior Design, 2015 BFGF Design Studios
    BFGF Design Studios | OFF Club Tim Mälzer | Interior Design, 2015
  • BFGF Design Studios | Agentur Mutter | Interior Design, 2009 BFGF Design Studios
    BFGF Design Studios | Agentur Mutter | Interior Design, 2009
  • BFGF Design Studios | cidade para todos | Deutscher Beitrag zur 8. Architekturbiennale São Paulo, 2009 BFGF Design Studios
    BFGF Design Studios | cidade para todos | Deutscher Beitrag zur 8. Architekturbiennale São Paulo, 2009
  • BFGF Design Studios | designxport | Ausstellung Marseille, 2012 BFGF Design Studios
    BFGF Design Studios | designxport | Ausstellung Marseille, 2012
  • Christian Schüten | Egoring, 2004 Foto: Olaf Tamm
    Christian Schüten | Egoring, 2004
  • BFGF Design Studios | OFF Club Tim Mälzer | Interior Design, 2015 BFGF Design Studios
    BFGF Design Studios | OFF Club Tim Mälzer | Interior Design, 2015
  • Büro für Gestaltungsfragen | Bar, Lounge und Tresenfront, 1994 Büro für Gestaltungsfragen
    Büro für Gestaltungsfragen | Bar, Lounge und Tresenfront, 1994
Christian Schüten, Gerrit Kuhn, Sebastian Mends-Cole und Eric Pfromm lernten sich an der HFBK Hamburg kennen. „Unsere Denkweise ist stark geprägt durch diese Zeit“, sagt Schüten. Die heutigen Geschäftsführer der BFGF Design Studios arbeiteten damals in einem selbstverwalteten Studio der Hochschule mit eigener Werkstatt. Schon während des Studiums, noch mit Peter Unzeitig als Büro für Gestaltungsfragen, entstanden erste Designentwürfe für Hamburger Agenturen und Bars. „An der HFBK wurden wir zum Forschen auf eigene Faust angehalten. Genau dieses Forschen finde ich noch heute wichtig.“

Einen größtmöglichen Grad an künstlerischer Freiheit beizubehalten, haben sich die Gründer der BFGF Design Studios vorgenommen. In den Räumen der Agentur Mutter färbten sie etwa den Stuck an der Decke anthrazit, um die alten Strukturen zu betonen. „Wer technisch glattes Design haben möchte, fragt ein anderes Designbüro“, so Schüten. Von BFGF entwickelte Produkte und Interieurs zeichnen sich durch einen verantwortungsbewussten Umgang mit Gesundheit, Materialien und natürlichen Ressourcen aus. Die Gestaltung von Räumlichkeiten beginnt mit einer genauen Betrachtung der architektonischen Gegebenheiten.

grauwert

  • grauwert | Duscharmatur Hansgrohe grauwert | Hansgrohe
    grauwert | Duscharmatur Hansgrohe
  • grauwert | L. Michow & Sohn | Bewegungsparcours für Ältere grauwert | L. Michow & Sohn
    grauwert | L. Michow & Sohn | Bewegungsparcours für Ältere
  • grauwert | Ausstellung Handwerkskammer Koblenz | Design für Alle grauwert
    grauwert | Ausstellung Handwerkskammer Koblenz | Design für Alle
  • grauwert | Scandic Hotels | Workshop für Mitarbeiter mit (Alters-)Simulation grauwert
    grauwert | Scandic Hotels | Workshop für Mitarbeiter mit (Alters-)Simulation
  • grauwert | Sennheiser „CinemaConnect“ | Hör- und Audiounterstützung für Kino oder Theater grauwert
    grauwert | Sennheiser „CinemaConnect“ | Hör- und Audiounterstützung für Kino oder Theater
  • grauwert | Scandic Hotels | Workshop für Mitarbeiter mit (Alters-)Simulation grauwert
    grauwert | Scandic Hotels | Workshop für Mitarbeiter mit (Alters-)Simulation
  • grauwert | Kunsthalle Emden | Barrierefrei zugänglicher Erweiterungsbau grauwert
    grauwert | Kunsthalle Emden | Barrierefrei zugänglicher Erweiterungsbau
Das Hamburger Büro grauwert – Büro für Inklusion & demografiefeste Lösungen – entwickelt generationenübergreifende Lösungen, die von Menschen mit und ohne Behinderungen ebenso gut genutzt werden können wie von Senioren. Geschäftsführer Mathias Knigge beschäftigt sich schon seit seinem Studium, unter anderem auch an der HFBK, mit dem Gestaltungsansatz „Design für Alle“. Stereotype Bilder von Alter und Behinderung ärgern ihn, denn dadurch entstehen defizitorientierte Lösungen, die sich nur an wenige richten. „Für mich ist es wichtig zu zeigen, dass sich gutes Design mit Barrierefreiheit verbinden lässt – indem wir Mehrwerte schaffen, die für möglichst viele Nutzer attraktiv und komfortabel sind.“ Das Spektrum seiner Arbeit reicht von Analysen und Nutzertests über Produktkonzepte und Design bis hin zu Workshops und Fortbildungen. So organisierte grauwert etwa einen Workshop für die Scandic Hotelkette, bei dem Mitarbeiter die Einschränkungen alter und sehbehinderter Menschen simulieren konnten. Neue Erkenntnisse aus Studien und Forschungsarbeiten verbreitet Mathias Knigge auch in seinen Veröffentlichungen, Vorträgen, Ausstellungen, in Lehrveranstaltungen und innerhalb eines international agierenden Netzwerks.

Ulrike Brandi Licht

  • Ulrike Brandi Licht | Mercedes-Benz Museum, Stuttgart Ulrike Brandi Licht
    Ulrike Brandi Licht | Mercedes-Benz Museum, Stuttgart
  • Ulrike Brandi Licht | Elbphilharmonie Plaza West, Hamburg Foto: Oliver Heissner
    Ulrike Brandi Licht | Elbphilharmonie Plaza West, Hamburg
  • Ulrike Brandi Licht | Umbau Museum für Naturgeschichte, Paris Ulrike Brandi Licht
    Ulrike Brandi Licht | Umbau Museum für Naturgeschichte, Paris
  • Ulrike Brandi Licht | Bahnhof Rotterdam Centraal Ulrike Brandi Licht
    Ulrike Brandi Licht | Bahnhof Rotterdam Centraal
  • Ulrike Brandi, Porträt Ulrike Brandi
    Ulrike Brandi, Porträt
Schon während des Industrial Design Studiums an der HFBK entwickelte Ulrike Brandi erste Lichtplanungsprojekte. Schwerpunkte ihres Büros sind Kunstlicht- und Tageslichtplanungen, Masterplanungen für Licht sowie der Entwurf von Leuchten. „Am Beruf des Designers reizte mich immer, dass ich technisches und gestalterisches Können und Wissen in jedem Entwurf miteinander verzahnen kann,“ erklärt Brandi. „Von Dieter Rams habe ich gelernt, Entwürfe auf das Wesentliche zu reduzieren, mit Liebe – auch zum Detail – zu entwerfen, angemessene Lösungen zu finden und den Menschen Nutzen zu bringen.“ Darin sieht sie eine gesellschaftliche Verantwortung, die sich auf Design genauso wie auf Lichtplanung bezieht. Das natürliche Licht ist bei sämtlichen Projekten ihres Büros wichtig, auch für Kunstlichtplanungen bildet es den Ausgangspunkt. Ziel sei es, so Brandi, eine angenehme, dem Gebäude und seiner Funktion entsprechende Atmosphäre zu schaffen. Um Licht wie selbstverständlich zu integrieren, nutzt sie eine auf die Räumlichkeiten zugeschnittene, energieeffiziente und moderne Technik. „Licht hat so viele Facetten und Erscheinungen, dass ich seit meinem Studium jeden Tag immer weiter lerne.“

Christian Werner

  • Christian Werner | Ligne Roset | Möbelprogramm Prado Christian Werner | Ligne Roset |
    Christian Werner | Ligne Roset | Möbelprogramm Prado
  • Christian Werner | De Sede | Stuhlserie 279 Christian Werner | De Sede
    Christian Werner | De Sede | Stuhlserie 279
  • Christian Werner | Duravit | Badmöbelprogramm L-Cube Christian Werner | Duravit
    Christian Werner | Duravit | Badmöbelprogramm L-Cube
  • Christian Werner | Leolux | Polstermöbelprogramm Guadalupe Christian Werner | Leolux
    Christian Werner | Leolux | Polstermöbelprogramm Guadalupe
  • Christian Werner | Ligne Roset | Neuheiten imm cologne 2017: Tischleuchte Sitar, Containermöbel Everywhere, Tisch Zock Christian Werner | Ligne Roset
    Christian Werner | Ligne Roset | Neuheiten imm cologne 2017: Tischleuchte Sitar, Containermöbel Everywhere, Tisch Zock
  • Christian Werner | Thonet | Sofa 2002 Foto: Stephan Abry
    Christian Werner | Thonet | Sofa 2002
Der im Westteil Berlins geborene Christian Werner studierte während der 1980erJahre Industriedesign, zunächst in seiner Heimatstadt und anschließend an der HFBK Hamburg. Fünf Jahre arbeitete er angestellt, bevor er 1992 sein eigenes Büro in Hamburg gründete. Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Entwicklung von Möbeln für internationale Hersteller sowie Entwurf und Umsetzung innenarchitektonischer Konzepte für Ladengeschäfte, Messestände und Büroeinrichtungen. „An der HFBK habe ich sehr geschätzt, dass dort Malerei, Bildhauerei, Architektur, Film und Design unter einem Dach vereint waren und man neben der Konzentration auf die eigene Disziplin seinen Horizont erweitern konnte – vorzugsweise in der Mensa.“ Trockener Berliner Humor trifft bei ihm auf Hamburger Pragmatismus. Jede künstlerische Disziplin habe ihre eigenen Parameter, was er immer als willkommene und notwendige Orientierung empfand. „Daher sehe ich es eher kritisch, die Arbeitsweise der freien Künste auf das Studium des Designs übertragen zu wollen“, so Werner. „Die Ausbildung zum Industrial-Designer ist so hochspezifiziert und interdisziplinär wie das Berufsbild – oder sollte es zumindest sein.“