Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)
 © Jeannette Ehlers

16. - 18.Oktober: Glasgow
LOOKING at / with / for / after ONE ANOTHER

Die Videoinstallationen BLACK IS A BEAUTIFUL WORD. I&I (2019) und THE GAZE (seit 2017) der dänisch-trinidadischen Künstlerin Jeannette Ehlers sind der Ausgangspunkt für die Europaküche in Schottland. Eine Veranstaltungsreihe in Glasgow und Huntly kombiniert Kochen, Rezepte und intellektuelle Auseinandersetzung mit Jeannette Ehlers' Kunst, um verschiedene Formen und Ebenen des Austauschs zu schaffen, sowohl lokal als auch online.

Seien Sie dabei, wenn sich Paul Gilroy, A.L. Kennedy, Karen Alexander, Lizzie Collingham und die Soul Food Sisters online mit Jeannette Ehlers und Priya Basil treffen, um über Kunst, Gastfreundschaft, Europa, Machtverhältnisse und Möglichkeiten des Zusammenseins in der Gegenwart zu diskutieren.


Sie sind herzlich eingeladen, sich Jeannette Ehlers' Videoinstallationen anzusehen, die Teil des Gesprächs sein werden:


Black is a beautiful word. I & I

Jaennette Ehlers

Credits: Black is a beautiful word. I & I, 2019. HD video, 04.47 min.
Poem & voice over: Lesley- Ann Brown, 2019
Cast:Allison Mungo, Jeannette Ehlers, Julienne Doko, Lesley- Ann Brown, Mai Takawira,
Nina Cramer, Trine Drechsler, Aaiun Nin  


Die Videoinstallation BLACK IS A BEAUTIFUL WORD. I & I besteht aus einem Archivfoto sowie einer großen, neu produzierten Videoprojektion, die ein schwebendes Porträt von 8 schwarzen Frauen zeigt, begleitet von einem poetischen Voice Over von Lesley-Ann Brown. Auf dem Archivfoto begegnen wir Sarah. Sarah ist in einem weißen Ballkleid auf der Veranda eines Hauses in St. Croix sitzend zu sehen. In ihren Augen spürt man deutlich, dass sie nicht dazugehört, weder als Dienstmädchen im ehemaligen Dänisch-Westindien, noch als Modell zum Vergnügen des Hausbesitzers, dem dänischen Apotheker und Amateurfotografen Alfred Paludan-Müller. Der Blick steht im Zentrum, und so wirft das Werk Fragen auf über Betrachter und Betrachtete, über Macht und Widerstand sowie über den schwarzen weiblichen Körper und dessen Existenz, über Zeit und Ort hinweg.

 


The Gaze

© Jaennette Ehlers

Credits: The Gaze, HD video, 07.35 min, 2018. Supported by The Danish Arts Council

Die Live-Performance und Videoarbeit THE GAZE bringt mit einer Gruppe von schwarzen Performer*innen eine intensive Szene hervor, in der der Blick im Mittelpunkt steht. Der konfrontative Stil der Szene versucht auf poetische Weise, die Prägung des Kolonialismus in der heutigen Zeit freizulegen, indem er über Menschlichkeit und Machtstrukturen reflektiert und den "weißen Blick" herausfordert.


Jeannette Ehlers

Jeannette Ehlers © Roar Studio Milano Jeannette Ehlers ist eine dänisch-trinidadische Künstlerin mit Sitz in Kopenhagen. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich häufig mit Themen und Fragen rund um Erinnerung, Rasse, Kolonialismus und Kolonialität. Sie ist bekannt für das öffentliche Kunstprojekts I Am Queen Mary, einer monumentalen öffentlichen Skulptur, die sie 2018 zusammen mit La Vaughn Belle gestaltete. Es ist die erste öffentliche Skulptur einer schwarzen Frau in Dänemark, die Widerstandsbewegungen und Mary Thomas, der Anführerin der Arbeiterrevolte "Fireburn" von 1878 auf St. Croix, einer ehemaligen dänischen Kolonie, Tribut zollt. Experimenteller Charakter kennzeichnet im Allgemeinen das Werk von Jeannette Ehlers. Anhand dieser wandelbaren Voraussetzungen werden Bedeutung und Identität auf raffinierte und unmittelbare Weise erforscht. Ihre Stücke kreisen um große Fragen und schwierige Themen, wie etwa die Rolle Dänemarks in der Sklaverei - Teil des dänischen Kulturerbes, das in der allgemeinen Geschichtsschreibung oft übersehen wird.

Karen Alexander

Karen Alexander Karen Alexander ist unabhängige Kuratorin, Beraterin und Forscherin für Film und Bewegtbild. Sie war als Beraterin/Kuratorin für eine Vielzahl von Kunstinstitutionen und Galerien tätig, darunter Film London, das Independent Cinema Office, Watershed Bristol, Tate, Birkbeck, Iniva und die Serpentine Gallery. Karen verfügt über langjährige Führungs- und Managementerfahrung am British Film Institute und am Royal College of Art. Ihre spezifischen Fachgebiete sind Film- und Videokunst britischer Künstler*innen, feministische und postkoloniale Repräsentationspolitik und schwarze Ästhetik. Zu ihren kuratorischen Projekten gehören DreamTime: We All Have Stories, Nuit Blanche Toronto 2018 und A Passion for Remembering: The Film of Maureen Blackwood, Cinema Rediscovered 2019. 2015 kuratiert: Spinning From History's Filthy Mind die erste britische Einzelausstellung der dänisch/trinidadischen Künstlerin Jeannette Ehlers. Derzeit ist Karen Lehrbeauftragte für Bildende Kunst an der Central St. Martins, UAL, London.

Lizzie Collingham

Lizzie Collingham Lizzie Collingham ist eine Historikerin und verbindet Minutien des täglichen Lebens mit dem breiten Spektrum historischer Prozesse. Sie ist die Autorin von Imperial Bodies: The physical experience of the Raj; Curry: a story of cooks and conquerors; The Taste of War: World War II and the Battle for Food and The Hungry Empire: how Britain's Quest for Food Shaped the Modern World. Sie lehrte Geschichte an der Universität Warwick und war Forschungsstipendiatin am Jesus College in Cambridge. Heute ist sie als unabhängige Schriftstellerin tätig. Sie wurde beauftragt, "Around the First Table" zu schreiben, den "Küchenband" für ein Projekt, mit dem der Palast des indischen Präsidenten (ehemals das Haus des Vizekönigs, Neu-Delhi) einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte. Sie ist Associate Fellow der Geschichtsfakultät der Universität Warwick und hat gerade The Biscuit: the History of a Very British Indulgence veröffentlicht. Sie arbeitet in einem Gartenschuppen in der Nähe von Cambridge.

A.L.Kennedy

  © Robin Niedojadlo A.L.Kennedy wurde in Dundee geboren. Sie lebte fast 30 Jahre lang in Glasgow und hält sich jetzt in North Essex auf. Sie hat eine Vielzahl britischer und internationaler Buchpreise gewonnen, darunter einen Lannan-Preis, den Costa-Preis, den Heinrich-Heine-Preis, den Somerset-Maugham-Preis und den John-Llewellyn-Rees-Preis. Zweimal wurde sie in die Liste der Granta Best of Young British Novelists aufgenommen. Sie hat 9 Romane, 6 Kurzgeschichtensammlungen, 3 Sachbücher und 3 Kinderbücher geschrieben. Sie ist Fellow der Royal Society of Arts, Fellow der Royal Society of Literature und Mitglied der Akademie der Kunst. Sie schreibt auch für Bühne, Kino und Fernsehen und hat ein umfangreiches Werk für den Rundfunk geschaffen, darunter Dokumentarfilme, Monologe, Dramen und Essays. Gelegentlich tritt sie auch als Stand-Up-Comedian auf.

Paul Gilroy

Paul Gilroy, Gründer und Direktor des Sarah Parker Remond Centre for the Study of Racism & Racialisation, wird als einer der führenden Theoretiker von Rasse und Rassismus beschrieben, der heute arbeitet und lehrt. Er ist Autor mehrerer einflussreicher Bücher wie There Ain’t No Black in the Union Jack (1987), The Black Atlantic: Modernity and Double Consciousness (1993), Against Race (2000), und Postcolonial Melancholia (2005). Paul Gilroy ist eine einzigartige Stimme, die die Zentralität und Hartnäckigkeit des rassistischen Denkens und der Repräsentationspraktiken in der modernen Welt anspricht und hat das Denkansätze über Disziplinen hinweg verändert. Er hat zu Denkansätzen über die Afro-Moderne, ästhetische Praktiken, diasporische Poetik und Praktiken, Klang- und Bildwelten beigetragen und diese geprägt. Gilroy wurde 2019 mit dem Holberg-Preis ausgezeichnet. Mit Ansätzen aus der Philosophie, Soziologie, Musikwissenschaft, Literatur, Geschichte und kritischer Theorie hat er der humanistischen Tradition neues Leben eingehaucht und sie um wissenschaftliche und politische Diskurse über Rasse und antirassistische Polemik erweitert.

Soul Food Sisters

 Die Soul Food Sisters sind ein weibliches, multikulturelles, non-profit Kochkollektiv. Die 2013 gegründete Gruppe besteht aus Chefköchinnen mit einer sozialen Mission, deren Kernbotschaft lautet: Teilen ist gut für die Seele. Viele Hindernisse, mit denen Migrant*innen konfrontiert sind, haben sie oft selbst erfahren. Dieses intime Verständnis ermöglicht es den Soul Food Sisters, ein unterstützendes, kooperatives Netzwerk aufzubauen. Durch ihr gemeinsames Schaffen und Teilen ist es das Ziel der Soul Food Sisters, Talente in der Küche (und außerhalb der Küche) zu entwickeln, soziale Isolation zu beenden, Vertrauen aufzubauen, die Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern und Migrantinnen stark zu machen.

Priya Basil

 Priya Basil ist Schriftstellerin und Aktivistin. Ihr jüngstes Buch ist Be My Guest. Darin verbindet sie Geschichten über die indisch-kenianischen Traditionen ihrer Familie, ihr britisches Erbe und das Leben in Deutschland zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Gastfreundschaft in Europa. Ihre Essays sind unter anderem in Lettre International, Die Zeit und The Guardian veröffentlicht worden. Sie ist Mitbegründerin der Organisation "Authors for Peace" und Mitbegründerin und Herausgeberin der literarisch-politischen Zeitschrift Rhinozeros. Sie sitzt im Beirat des Europäischen Zentrums für Verfassungs- und Menschenrechte und ist Initiatorin einer laufenden Kampagne für einen europäischen Feiertag auf dem gesamten Kontinent. Sie ist die Kuratorin des Projekts Europaküche, das sie mit dem Goethe-Institut konzipiert hat.

Top