Wettbewerb Dokumentarfilmpreis

Documentary Film Prize
Foto (Ausschnitt): Goethe-Institut/Bettina Siegwart

Dokumentarfilme erzählen reale Geschichten, porträtieren Persönlichkeiten, stellen Fragen zu gesellschaftlichen Umbrüchen. Einmal im Jahr vergibt das Goethe-Institut einen Dokumentarfilmpreis und schickt den prämierten Film auf Reisen um die Welt.

Seit 2003 ehrt das Goethe-Institut einmal jährlich eine herausragende filmische Arbeit mit dem Dokumentarfilmpreis. Auswahl und Preisverleihung finden im Rahmen von DOK Leipzig statt, das zu den wichtigsten internationalen Dokumentarfilmfestivals gehört. Mit dem Preis würdigt das Goethe-Institut einen abendfüllenden deutschen Dokumentarfilm aus dem Internationalen Wettbewerb, dem Deutschen Wettbewerb sowie dem Wettbewerb für Junges Kino.

Der Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts 2014 geht an Maurizius Staerkle-Drux für seinen Film „Die Böhms – Architektur einer Familie". "Der Film erzählt vielschichtig von der Liebe, der Leidenschaft für Architektur und vier Generationen deutscher Geschichte. Dem jungen Regisseur Maurizius Staerkle-Drux gelingt damit ein berührendes Portrait des 94-jährigen Architekten Gottfried Böhm und seiner Familie. Durch sensible Beobachtungen, intime Interviews und beeindruckende filmische Erkundungen eines außergewöhnlichen architektonischen Erbes schafft der Film einen bleibenden Eindruck der Gebäude und der Menschen", heißt es in der Jurybegründung.

Ein Film geht um die Welt

Die Auszeichnung mit dem Dokumentarfilmpreis umfasst ein Preisgeld von 2.000 Euro. Das Goethe-Institut erwirbt außerdem die Lizenzen des Films, so dass er weltweit an allen Instituten und filmischen Partnerinstitutionen gezeigt werden kann. Zudem übernimmt das Goethe-Institut die Untertitelung in acht Sprachen; so wird der Film einem Publikum in aller Welt zugänglich. Neben primär cineastischen Kriterien sollte der Film einen Deutschlandbezug in Verbindung mit einer interkulturellen oder globalen Perspektive aufweisen, so dass er weltweit eingesetzt und einen Beitrag zu den gesellschaftspolitischen Diskursen in den Gastländern leisten kann.

Die Jury

Die Leitung der Jury hat ein Dokumentarfilmer beziehungsweise ein Dokumentarfilmexperte inne. Voraussetzung ist, dass er selbst nicht am laufenden Wettbewerb teilnimmt.

In der Jury sind außerdem Filmexperten des Goethe-Instituts vertreten. Denn entscheidend für die Auswahl ist neben filmästhetischen Aspekten, dass der Film in allen Weltregionen einsetzbar ist sowie einen Beitrag zu den gesellschaftspolitischen Diskursen in den zahlreichen Gastländern des Goethe-Instituts leisten kann. 2013 ging der Dokumentarfilmpreis an „Land in Sicht“ von Judith Keil und Antje Kruska. Die beiden Regisseurinnen haben in diesem Jahr den Jury-Vorsitz übernommen. Die Goethe-Juroren für den Dokumentarfilmpreis 2014 sind Joachim Bernauer (Bereichsleiter Film, Fernsehen, Hörfunk), Sharmistha Sarker (Goethe-Institut Kolkata) und Francois Venter (Goethe-Institut Johannesburg).

Die Jury Die Jury | Foto: DOK Leipzig 2014

Die Dokumentarfilmförderung des Goethe-Instituts

Das Goethe-Institut ist Botschafter des deutschen Films weltweit. Über 150 Goethe-Institute in mehr als 90 Ländern zeigen die neuesten Entwicklungen der deutschen Filmkunst. Aufgrund seiner besonderen Filmästhetik und seiner Vielseitigkeit war der deutsche Dokumentarfilm im Repertoire des Goethe-Instituts schon immer eine feste Größe. Seine künstlerische Qualität wird inzwischen weit über die deutschen Grenzen hinaus gewürdigt. Gerade in Zeiten, in denen der Dokumentarfilm verstärkt um Aufmerksamkeit kämpft, ist die Förderung des Dokumentarfilms für das Goethe-Institut eine vordringliche Aufgabe: Derzeit sind mehr als die Hälfte aller Filme des Goethe-Instituts dokumentarisch.