Erinnerungskultur Kunst gegen das Vergessen

Schindlers Liste
Schindlers Liste | Foto (Zuschnitt): © picture alliance / United Archives

Zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus, Terror, Teilung und Wiedervereinigung: ​Künstler beschäftigen sich mit der deutschen Zeitgeschichte und halten die Erinnerung lebendig. Wir stellen einige der Werke vor.

Von den zwei Weltkriegen über die deutsche Teilung – das 20. Jahrhundert hat für Deutschland einschneidende Veränderungen gebracht und teils tiefe Wunden in der Gesellschaft hinterlassen. Doch aus dem Untergang des Regimes der Nationalsozialisten nach dem zweiten Weltkrieg und der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1989 ist auch die heutige Bundesrepublik Deutschland hervorgegangen. Die Landesgrenzen, Gesetze und Grundwerte der Gesellschaft sind von diesen Ereignissen geprägt. Wie erinnern wir uns an Ereignisse, die so bedeutsam sind, dass sie nicht in Vergessenheit geraten dürfen? Filme, Bücher und Denkmäler halten das Gedenken in Deutschland wach, sind aber nicht immer ganz unumstritten. Wir stellen beispielhaft einige Werke vor, die einen besonderen Einfluss auf die öffentliche Diskussion hatten und von denen einige im Schulunterricht besprochen werden.
 

  • <b>„Die Brücke“</b> <br>Der Heldentod fürs Vaterland? Bernhard Wickis Antikriegsfilm <i>Die Brücke</i> zeigte bereits im Jahr 1959, dass das Sterben im Krieg ganz und gar nichts Heldenhaftes hatte. Kurz vor Kriegsende werden in einer deutschen Kleinstadt sieben 16-jährige Jungen zum Militär eingezogen und zum Schutz einer ohnehin zur Sprengung vorgesehen Brücke abkommandiert. Den Kampf überlebt nur einer von ihnen. Wickis Werk gilt als erster deutscher Antikriegsfilm und konterkarierte die Heimatfilmwelle der 1950er-Jahre. Der Film erhielt zahlreiche Preise, unter anderem den Golden Globe sowie eine Oscarnominierung für den besten ausländischen Film. Bis heute wird er im Schulunterricht gezeigt, um die Verblendung kriegsverherrlichender Indoktrination zu verdeutlichen. Foto (Zuschnitt): © picture-alliance / dpa
    „Die Brücke“
    Der Heldentod fürs Vaterland? Bernhard Wickis Antikriegsfilm Die Brücke zeigte bereits im Jahr 1959, dass das Sterben im Krieg ganz und gar nichts Heldenhaftes hatte. Kurz vor Kriegsende werden in einer deutschen Kleinstadt sieben 16-jährige Jungen zum Militär eingezogen und zum Schutz einer ohnehin zur Sprengung vorgesehen Brücke abkommandiert. Den Kampf überlebt nur einer von ihnen. Wickis Werk gilt als erster deutscher Antikriegsfilm und konterkarierte die Heimatfilmwelle der 1950er-Jahre. Der Film erhielt zahlreiche Preise, unter anderem den Golden Globe sowie eine Oscarnominierung für den besten ausländischen Film. Bis heute wird er im Schulunterricht gezeigt, um die Verblendung kriegsverherrlichender Indoktrination zu verdeutlichen.
  • <b>Stolpersteine</b> <br>Eine kleine Gedenktafel vor jedem Haus, in dem einst Verfolgte oder Deportierte wohnten: Seit 1992 verlegt der Künstler Gunter Demnig nun schon die <i>Stolpersteine</i>, mit einer Messingplatte versehene Pflastersteine, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken. Beginnend mit „Hier lebte“ steht auf jedem Stein der Name, Todestag und -ort einer Person, die von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Eingelassen werden die Steine in die Gehwege vor ihrer jeweils letzten Wohnstätte. Als kleine Kunstaktion gestartet, sind die <i>Stolpersteine</i> mittlerweile das größte dezentrale Mahnmal Europas: Es gibt sie in 21 europäischen Ländern. Foto (Zuschnitt): © picture alliance / Arco Images GmbH
    Stolpersteine
    Eine kleine Gedenktafel vor jedem Haus, in dem einst Verfolgte oder Deportierte wohnten: Seit 1992 verlegt der Künstler Gunter Demnig nun schon die Stolpersteine, mit einer Messingplatte versehene Pflastersteine, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken. Beginnend mit „Hier lebte“ steht auf jedem Stein der Name, Todestag und -ort einer Person, die von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Eingelassen werden die Steine in die Gehwege vor ihrer jeweils letzten Wohnstätte. Als kleine Kunstaktion gestartet, sind die Stolpersteine mittlerweile das größte dezentrale Mahnmal Europas: Es gibt sie in 21 europäischen Ländern.
  • <b>„Schindlers Liste“</b> <br>Steven Spielbergs Film über den Industriellen Oscar Schindler, der in der Zeit des Nationalsozialismus 1.200 Juden vor dem Tod in Vernichtungslagern bewahrte, löste 1994 eine neue Welle der Auseinandersetzung mit dem Holocaust aus. Die drastische Darstellung der Gewalt und Brutalität in den Konzentrationslagern ließ viele Menschen weinend und erschüttert aus dem Kino gehen. Für Spielberg war der Film eine Aufarbeitung seiner eigenen Familiengeschichte, denn viele seiner Angehörigen starben in deutschen Konzentrationslagern. Er nahm deshalb auch keine Bezahlung für die Filmproduktion an. Der an Originalschauplätzen gedrehte Film war für 12 Oscars nominiert und gewann sieben. Der echte Oskar Schindler starb 1974 in Armut; unterstützt wurde er bis zu seinem Tod von den Juden, die er gerettet hatte. Während Schindler 1965 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen bekam, erhielt Spielberg für die Verfilmung sogar das Große Verdienstkreuz mit Stern – eine um zwei Stufen höhere Auszeichnung. Foto (Zuschnitt): © picture alliance / United Archives
    „Schindlers Liste“
    Steven Spielbergs Film über den Industriellen Oscar Schindler, der in der Zeit des Nationalsozialismus 1.200 Juden vor dem Tod in Vernichtungslagern bewahrte, löste 1994 eine neue Welle der Auseinandersetzung mit dem Holocaust aus. Die drastische Darstellung der Gewalt und Brutalität in den Konzentrationslagern ließ viele Menschen weinend und erschüttert aus dem Kino gehen. Für Spielberg war der Film eine Aufarbeitung seiner eigenen Familiengeschichte, denn viele seiner Angehörigen starben in deutschen Konzentrationslagern. Er nahm deshalb auch keine Bezahlung für die Filmproduktion an. Der an Originalschauplätzen gedrehte Film war für 12 Oscars nominiert und gewann sieben. Der echte Oskar Schindler starb 1974 in Armut; unterstützt wurde er bis zu seinem Tod von den Juden, die er gerettet hatte. Während Schindler 1965 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen bekam, erhielt Spielberg für die Verfilmung sogar das Große Verdienstkreuz mit Stern – eine um zwei Stufen höhere Auszeichnung.
  • <b>Holocaust-Mahnmal Berlin</b> <br>2711 Beton-Stelen bilden seit 2005 auf einer Fläche von 19.000 Quadratmetern unweit des Brandenburger Tors in Berlin das <i>Denkmal für die ermordeten Juden Europas</i>, im Volksmund kurz <i>Holocaust-Mahnmal</i> genannt. Schon aufgrund seiner Größe sicherlich eines der beeindruckendsten Mahnmäler Europas, ist es jedoch auch eines der umstrittensten: Schriftsteller Martin Walser beschrieb das Werk des Künstlers Peter Eisenmann als „fußballfeldgroßen Alptraum“ und auch der Zentralrat der Juden distanzierte sich von dem Kunstwerk. In der Gesellschaft sorgten vor allem die hohen Kosten für Empörung. Dennoch zog das Mahnmal nach Schätzungen der zugehörigen Stiftung schon im ersten Jahr nach Eröffnung über 3,5 Millionen Besucher an. Die zugehörige Ausstellung gehörte 2012 zu den zehn meistfrequentierten Museen in Berlin; jährlich gibt es rund 2.000 Führungen und Bildungsveranstaltungen, von denen sich 70 Prozent an Jugendliche richten. Foto (Zuschnitt): © picture-alliance / ZB / Soeren Stache
    Holocaust-Mahnmal Berlin
    2711 Beton-Stelen bilden seit 2005 auf einer Fläche von 19.000 Quadratmetern unweit des Brandenburger Tors in Berlin das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, im Volksmund kurz Holocaust-Mahnmal genannt. Schon aufgrund seiner Größe sicherlich eines der beeindruckendsten Mahnmäler Europas, ist es jedoch auch eines der umstrittensten: Schriftsteller Martin Walser beschrieb das Werk des Künstlers Peter Eisenmann als „fußballfeldgroßen Alptraum“ und auch der Zentralrat der Juden distanzierte sich von dem Kunstwerk. In der Gesellschaft sorgten vor allem die hohen Kosten für Empörung. Dennoch zog das Mahnmal nach Schätzungen der zugehörigen Stiftung schon im ersten Jahr nach Eröffnung über 3,5 Millionen Besucher an. Die zugehörige Ausstellung gehörte 2012 zu den zehn meistfrequentierten Museen in Berlin; jährlich gibt es rund 2.000 Führungen und Bildungsveranstaltungen, von denen sich 70 Prozent an Jugendliche richten.
  • <b>„Der Untergang“</b> <br>Wie menschlich darf man Hitler darstellen? Mit <i>Der Untergang</i> widmete sich 2004 erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs ein Film hauptsächlich der Figur Adolf Hitler und zeigte die letzten Tage im Führerbunker. Während der Film national wie international durchaus ein Kassenerfolg war, entbrannte in Deutschland insbesondere unter Historikern eine Diskussion, wie man Hitler im Film zeigen dürfe: Die einen waren überzeugt, dass es zur Entmystifizierung der Person beitrage, wenn Hitler auch Gefühle zeige. Andere sprachen sich vehement dagegen aus, so viel emotionale Nähe zuzulassen. Sowohl Produzent Bernd Eichinger als auch Hauptdarsteller Bruno Ganz erhielten den Bayerischen Filmpreis, <i>Der Untergang</i> erhielt zudem eine Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film. Foto (Zuschnitt): © picture-alliance / dpa /Constantin Film
    „Der Untergang“
    Wie menschlich darf man Hitler darstellen? Mit Der Untergang widmete sich 2004 erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs ein Film hauptsächlich der Figur Adolf Hitler und zeigte die letzten Tage im Führerbunker. Während der Film national wie international durchaus ein Kassenerfolg war, entbrannte in Deutschland insbesondere unter Historikern eine Diskussion, wie man Hitler im Film zeigen dürfe: Die einen waren überzeugt, dass es zur Entmystifizierung der Person beitrage, wenn Hitler auch Gefühle zeige. Andere sprachen sich vehement dagegen aus, so viel emotionale Nähe zuzulassen. Sowohl Produzent Bernd Eichinger als auch Hauptdarsteller Bruno Ganz erhielten den Bayerischen Filmpreis, Der Untergang erhielt zudem eine Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film.
  • <b>Die Romane von Günter Grass</b> <br>Zeitlebens beschäftigte sich der Schriftsteller Günter Grass mit den Auswirkungen des Nationalsozialismus; vor allem die Themen Flucht und Vertreibung kehren in seinen Werken immer wieder. Grass’ Debutroman <i>Die Blechtrommel</i> von 1959 gilt heute als Jahrhundertroman und als eines der bedeutendsten Stücke deutscher Nachkriegsliteratur – obwohl der Roman in der zeitgenössischen Presse weitgehend vernichtende Kritiken erntete. Auch die Person Grass selbst ist bis über seinen Tod hinaus nicht unumstritten. Insbesondere seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS, einer militärischen Einsatztruppe der Nationalsozialisten, die er erst 2006 publik machte, sorgte für erhebliche Diskussionen und die Frage, ob der Autor noch als moralische Instanz im Nachkriegsdeutschland tauge. Einige Politiker forderten gar, Grass möge den Literaturnobelpreis zurückgeben, der ihm 1999 für sein Lebenswerk verliehen wurde. Foto (Zuschnitt): © picture-alliance / ZB / Stefan Sauer
    Die Romane von Günter Grass
    Zeitlebens beschäftigte sich der Schriftsteller Günter Grass mit den Auswirkungen des Nationalsozialismus; vor allem die Themen Flucht und Vertreibung kehren in seinen Werken immer wieder. Grass’ Debutroman Die Blechtrommel von 1959 gilt heute als Jahrhundertroman und als eines der bedeutendsten Stücke deutscher Nachkriegsliteratur – obwohl der Roman in der zeitgenössischen Presse weitgehend vernichtende Kritiken erntete. Auch die Person Grass selbst ist bis über seinen Tod hinaus nicht unumstritten. Insbesondere seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS, einer militärischen Einsatztruppe der Nationalsozialisten, die er erst 2006 publik machte, sorgte für erhebliche Diskussionen und die Frage, ob der Autor noch als moralische Instanz im Nachkriegsdeutschland tauge. Einige Politiker forderten gar, Grass möge den Literaturnobelpreis zurückgeben, der ihm 1999 für sein Lebenswerk verliehen wurde.
  • <b>„Der Baader-Meinhof Komplex“</b> <br>Der Film <i>Der Baader-Meinhof-Komplex</i> von 2008 zeigt unbeschönigt, wie sich aus den Studentenprotesten der 1968er-Bewegung die späteren Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF) radikalisierten. Die Auslöser – die niedergeknüppelten Proteste gegen den persischen Schah, bei denen der Student Benno Ohnesorg von einem Polizeibeamten erschossen wurde, der Anschlag auf Studentenführer Rudi Dutschke und die Fortführung des Vietnamkrieges – werden in dem Dokudrama ebenso drastisch dargestellt wie die späteren Gewalttaten der RAF-Terroristen. Die Dramaturgie folgt dem gleichnamigen Sachbuch des Journalisten Stefan Aust, der Ulrike Meinhof als Kollegin in der Redaktion der Zeitschrift <i>konkret</i> kennenlernte. Basierend auf Foto- und Filmmaterial aus der Zeit wurden die Schauplätze bis ins kleinste Detail nachgestellt. Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger sagte über das Werk, er habe es vor allem für eine jüngere Generation geschaffen, die die Ereignisse nicht miterlebt habe. <i>Der Baader-Meinhof-Komplex</i> wurde sowohl für den Golden Globe als auch für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert. Foto (Zuschnitt): © picture alliance / Everett Collection
    „Der Baader-Meinhof Komplex“
    Der Film Der Baader-Meinhof-Komplex von 2008 zeigt unbeschönigt, wie sich aus den Studentenprotesten der 1968er-Bewegung die späteren Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF) radikalisierten. Die Auslöser – die niedergeknüppelten Proteste gegen den persischen Schah, bei denen der Student Benno Ohnesorg von einem Polizeibeamten erschossen wurde, der Anschlag auf Studentenführer Rudi Dutschke und die Fortführung des Vietnamkrieges – werden in dem Dokudrama ebenso drastisch dargestellt wie die späteren Gewalttaten der RAF-Terroristen. Die Dramaturgie folgt dem gleichnamigen Sachbuch des Journalisten Stefan Aust, der Ulrike Meinhof als Kollegin in der Redaktion der Zeitschrift konkret kennenlernte. Basierend auf Foto- und Filmmaterial aus der Zeit wurden die Schauplätze bis ins kleinste Detail nachgestellt. Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger sagte über das Werk, er habe es vor allem für eine jüngere Generation geschaffen, die die Ereignisse nicht miterlebt habe. Der Baader-Meinhof-Komplex wurde sowohl für den Golden Globe als auch für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert.
  • <b>„Das Leben der Anderen“</b> <br>Was muss geschehen, damit ein systemkonformer Staatsdiener seine Überzeugungen über Bord wirft? <i>Das Leben der Anderen</i> war 2006 der erste Spielfilm seit der deutschen Wiedervereinigung, der sich ganz ohne Klamauk und Ostalgie dem Thema Überwachung in der DDR annahm. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei Männer: Der in der DDR gefeierte Staatsschriftsteller Dreyman – als Künstler per se ein verdächtiges Subjekt – wird von Stasi-Hauptmann Wiesler überwacht und abgehört. Nach dem Suizid eines mit Berufsverbot belegten Freundes wird sich Dreyman zum Dissidenten. Wiesler, eigentlich zur Meldung verpflichtet, schützt Dreyman und wird dafür degradiert und zwangsversetzt. Liedermacher Wolf Biermann, selbst Opfer der DDR-Verfolgungsmaschinerie, lobte Regisseur von Donnersmark für das eindrückliche Sittenbild der DDR: „Er hat ja alles das nicht selber erlebt! Und trotzdem kann solch ein junger Mann mitreden! Dieser Westler kann offensichtlich sehr wohl urteilen und auch verurteilen, er kann nicht nur mitreden, sondern sogar aufklären.“ <i>Das Leben der Anderen</i> wurde unter anderem mit dem Oscar, dem César und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. Foto (Zuschnitt): © picture alliance / Mary Evans Picture Library
    „Das Leben der Anderen“
    Was muss geschehen, damit ein systemkonformer Staatsdiener seine Überzeugungen über Bord wirft? Das Leben der Anderen war 2006 der erste Spielfilm seit der deutschen Wiedervereinigung, der sich ganz ohne Klamauk und Ostalgie dem Thema Überwachung in der DDR annahm. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei Männer: Der in der DDR gefeierte Staatsschriftsteller Dreyman – als Künstler per se ein verdächtiges Subjekt – wird von Stasi-Hauptmann Wiesler überwacht und abgehört. Nach dem Suizid eines mit Berufsverbot belegten Freundes wird sich Dreyman zum Dissidenten. Wiesler, eigentlich zur Meldung verpflichtet, schützt Dreyman und wird dafür degradiert und zwangsversetzt. Liedermacher Wolf Biermann, selbst Opfer der DDR-Verfolgungsmaschinerie, lobte Regisseur von Donnersmark für das eindrückliche Sittenbild der DDR: „Er hat ja alles das nicht selber erlebt! Und trotzdem kann solch ein junger Mann mitreden! Dieser Westler kann offensichtlich sehr wohl urteilen und auch verurteilen, er kann nicht nur mitreden, sondern sogar aufklären.“ Das Leben der Anderen wurde unter anderem mit dem Oscar, dem César und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.
  • <b>„Good Bye, Lenin!“</b> <br>Was tun, wenn die eigene Mutter im Koma liegt, die deutsche Wiedervereinigung und damit das Ende der DDR verschlafen hat, und man sie vor der Realität schützen will? Ganz einfach – man schreibt Geschichte neu. In der Tragikkomödie <i>Good Bye, Lenin!</i> von 2003 versucht der Jugendliche Alex Kremer seine Mutter – ihres Zeichens stramme Sozialistin – vor einem erneuten Herzinfarkt zu schützen und inszeniert im nun so-gut-wie wiedervereinigten Deutschland eine DDR, die nicht nur weiterlebt, sondern zudem Scharen von Westdeutschen aufnehmen soll. Anders als andere Filme dieser Zeit verzichtet <i>Good Bye, Lenin!</i> darauf, sich über die DDR lustig zu machen. Regisseur Wolfgang Becker zeigt vielmehr, dass der Mauerfall für viele Menschen den schmerzlichen Verlust ihrer Heimat bedeutete und wie gravierend die rasanten Veränderungen während der Wendezeit für sie waren. <i>Good Bye, Lenin!</i> wurde der erfolgreichste deutsche Film 2003. Er wurde neunmal mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet und gewann als erster deutscher Film überhaupt den Europäischen Filmpreis, den Felix. Foto (Zuschnitt): © picture-alliance / Mary Evans Picture Library
    „Good Bye, Lenin!“
    Was tun, wenn die eigene Mutter im Koma liegt, die deutsche Wiedervereinigung und damit das Ende der DDR verschlafen hat, und man sie vor der Realität schützen will? Ganz einfach – man schreibt Geschichte neu. In der Tragikkomödie Good Bye, Lenin! von 2003 versucht der Jugendliche Alex Kremer seine Mutter – ihres Zeichens stramme Sozialistin – vor einem erneuten Herzinfarkt zu schützen und inszeniert im nun so-gut-wie wiedervereinigten Deutschland eine DDR, die nicht nur weiterlebt, sondern zudem Scharen von Westdeutschen aufnehmen soll. Anders als andere Filme dieser Zeit verzichtet Good Bye, Lenin! darauf, sich über die DDR lustig zu machen. Regisseur Wolfgang Becker zeigt vielmehr, dass der Mauerfall für viele Menschen den schmerzlichen Verlust ihrer Heimat bedeutete und wie gravierend die rasanten Veränderungen während der Wendezeit für sie waren. Good Bye, Lenin! wurde der erfolgreichste deutsche Film 2003. Er wurde neunmal mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet und gewann als erster deutscher Film überhaupt den Europäischen Filmpreis, den Felix.