Gegenwarten reformieren Christian Stückl im Interview

Christian Stückl im Interview mit Simone Lenz
© Goethe-Institut

Den Thesenreigen der Gestalter, Erfinder und Denker eröffnet Christian Stückl, neben vielen anderen Verpflichtungen Leiter der Oberammergauer Passionsspiele und Intendant am Münchner Volkstheater. Simone Lenz traf ihn zum Interview.

Teil 1 zu Religionsfragen

Gemeinsam oder getrennt? Rebellion oder Reformation? Protestantismus oder Katholizismus? Religion und Nationalismus? Staat versus Glaubensfreiheit?

Eigentlich brauchen wir eine ganz starke Reform von innen heraus.
Glaubensfreiheit kann nicht zu Allem führen.
Der Staat selbst muß sich aus Glaubensfragen heraushalten
  (Christian Stückl) 

Teil 2 zu Aufführungsfragen

Bewahren oder verändern? Djihad Academy oder Der Sturm? Aesthetik oder Inhalt? Inszeniert oder exponiert? Keine Angst vor Veränderung!
 

Christian Stückl

Das vierte Mal in Folge ist Christian Stückl designierter Festspielleiter der Oberammergauer Passionsspiele (2020). Bereits als 27-jähriger machte er sich einen Namen als „konservativer Rebell“, indem er die 400-jährige Aufführungstradition erfolgreich von antisemitischen und patriarchalischen Zügen befreite.

Als Regisseur hat er zunächst an den Münchner Kammerspielen gewirkt. Den „Jedermann“ der Salzburger Festspiele hat Stückl über eine Dekade geprägt und verjüngt. Neben vielen anderen Verpflichtungen, unter anderem am Wiener Burgtheater, sei hier nur die äußerst erfolgreiche Inszenierung von Pfitzners „Palestrina“ 2008/2009 an der Bayrischen Staatsoper in München genannt. 2015 brachte er im Oberammergauer Passionstheater die erste Oper in Eigenproduktion heraus und etablierte dort auch das Heimatsound-Festival.

Am Münchner Volkstheater veranstaltet er seit 2005 das Festival junger Regisseure. In seiner jüngsten Neuinszenierung von Shakespeares „Der Sturm“ forscht er nach Antworten auf die drängenden Fragen einer von Gewalt und Flucht geprägten Gegenwart.