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Illustration: Nähe und Distanz Foto (Ausschnitt): © Nadine Shaabana

Nähe und Distanz

Feiern Hochzeitsgesellschaften in Indien ab sofort nur noch mit 10 statt mit 1000 Gästen? Ersetzt der Ellenbogencheck in Brasilien künftig den Wangenkuss zur Begrüßung? Verschiebt sich in Korea das Private in den öffentlichen Raum oder umgekehrt? Wird in Deutschland das Tragen von FFP2‑Masken beim Einkaufen und Bahnfahren zur alltäglichen Selbstverständlichkeit? Wie hält man in Mega-Cities wie Seoul, Delhi oder Sao Paulo Abstand, wenn auf zwölf Quadratmetern vier Generationen leben?

Wie nie zuvor hat ein Virus die Welt zur Distanz verpflichtet und Entfernungen neu geregelt. Aber was macht es mit uns, wenn kulturelle Praktiken der Nähe so fundamental in Frage gestellt werden? Welches Distanzverhalten hat die Corona-Pandemie in verschiedenen Gesellschaftssystemen wie erfordert? Inwieweit werden Veränderungen auch langfristig wirksam sein?
 
Diesen Fragen möchte das Goethe-Institut in Brasilien, Korea, Indien sowie in Deutschland nachgehen. Vor dem Hintergrund der COVID-19 Pandemie stoßen Autor*innen und Künstler*innen aus den vier Ländern einen wechselseitigen, kulturübergreifenden Austausch zur Frage Nähe und Distanz – Was kommt? Was bleibt? Was geht? an. Unterstützt werden sie dabei von vier Expert*innen: dem koreanischen Philosophie-Professor Kwang Sun Joo aus Busan, der Künstlerin Rosana Paulino aus São Paulo, Brasilien, dem Soziologen Jan Paul Heisig aus Berlin, Deustchland, sowie der indischen Autorin und Filmemacherin Paromita Vohra aus Mumbai.
 
Der Fokus liegt dabei auf der Zukunft, auf dem, was die Pandemie an Neuem bringt: Wie nah werden wir uns zukünftig sein können und sein wollen? Wie wichtig ist physische Nähe wirklich und welche anderen Formen von Nähe sind denkbar? Wie viel Distanz wird uns in postpandemischen Zeiten erwarten? Unsere Expert*innen, Autor*innen und Künstler*innen zeigen globale und lokale Perspektiven auf, analysieren gesellschaftliche Veränderungen, initiieren Debatten und ziehen Zukunftslinien. 
 
Denn Nähe und Distanz lässt sich als Denk- und Ordnungsschema auf nahezu alle Phänomene in Kultur und Gesellschaft anwenden. Die Relevanz ergibt sich aus der Pandemie-Erfahrung: Infektion setzt Nähe und Kontakt voraus, das Überleben des Kontakt- und Nähewesens verlangt neue Distanznahmen. Die Pandemie wirft somit ein erhellendes Licht auf kulturelle Nähe- und Distanzphänomene und stellt sie gleichzeitig auf die Probe.


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