Philip Waechter Jeden Tag ein Bild

Philip Waechter, Sohn des berühmten Zeichners und Karikaturisten Friedrich Karl (F.K.) Waechter, zählt schon heute zu den bekanntesten Autoren und Illustratoren für Kinderbücher.

 Der Autor und Illustrator Philip Waechter; Foto: © Moni Port Der Autor und Illustrator Philip Waechter | Foto: © Moni Port Den eigenen Vater bewundern für das, was er macht. Und sich zu denken, „so möchte ich später auch einmal leben“. Man kann sich kaum idealere Startbedingungen für einen Beruf vorstellen. Der Illustrator Philip Waechter hatte das Glück, seine spätere Profession von frühester Jugend an kennen und lieben zu lernen. Schon während sein Vater F.K. Waechter, unter anderem Layoutchef der Zeitschrift Pardon und Gründungsmitglied des Satiremagazins Titanic, in den Siebziger- und Achtzigerjahren zu einer Größe unter deutschen Illustratoren aufstieg, reifte im 1968 geborenen Philip Waechter der Wunsch, selbst einmal als Zeichner zu arbeiten.

Rein stilistisch gesehen bestritt der Sohn allerdings schnell ganz andere Wege als der Vater. Bereits in den ersten veröffentlichten Arbeiten Mitte der Neunzigerjahre, Philip Waechter studierte damals noch Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Mainz, wird der Versuch erkennbar, sich von der subtilen Federtechnik eines F.K. Waechter, mit seinen detailliert ausgearbeiteten Schattierungen und Schraffuren, zu lösen. Der Strich wirkt insgesamt klarer, der Farbeinsatz großflächiger.
 

Philip Waechter: „Findetti knackt die Nuss“ (1995) Jeden Tag ein Bild – Philip Waechter Philip Waechter: „Findetti knackt die Nuss“ (1995) | © Heinrich-Ellermann-Verlag

Schlicht gezeichnete individuelle Charaktere

Über die Jahre hinweg perfektioniert Waechter diesen ins Comichafte, Schlichte tendierenden Zeichenstil. Oftmals genügen ihm nun wenige Nuancen in der Linienführung, um einer Figur einen ganz individuellen Charakter zu verleihen.

Waechter selbst sieht sich von Künstlern wie Wolf Erlbruch oder Henning Wagenbreth inspiriert. Bisweilen erinnern die Gestaltung der Figuren, die Gestik und Mimik sowie die Bildkomposition aber auch stark an den französischen Grafiker Jean-Jacques Sempé, hierzulande vor allem bekannt durch die Illustrationen der Kinderbücher Der kleine Nick.

Neben Auftragsarbeiten für Autoren wie Kirsten Boie, Christine Nöstlinger oder Peter Härtling hat Waechter schon früh begonnen, eigene Geschichten zu entwickeln. Geschichten, die oft direkt aus dem Leben des Künstlers stammen. Seit dem Jahr 2000 zeichnet Waechter Tag für Tag kleine Bildtafeln, auf denen er den Alltag in einer Art visuellem Tagebuch reflektiert.

Philip Waechter ist Mitglied einer Ateliergemeinschaft in Frankfurt. In Zusammenarbeit mit seinen Kollegen entstehen dort seit 2009 Zeichenbücher für Kinder.