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Leif Randt
Ganz nah am Heute

An seinen Büchern komme kein Millenial vorbei, heißt es von Seiten einiger Literaturkritiker*innen: Der Schriftsteller Leif Randt versteht es wie kaum ein anderer, die Gegenwart zu porträtieren.
An seinen Büchern komme kein Millenial vorbei, heißt es von Seiten einiger Literaturkritiker*innen: Der Schriftsteller Leif Randt versteht es wie kaum ein anderer, die Gegenwart zu porträtieren. | Foto (Detail): © picture alliance / Erwin Elsner

Ob utopische Weltenzeichnungen oder Portraits Berliner Millennials – die Romane des Schriftstellers Leif Randt leuchten die Gegenwart aus. Etwaige popkulturelle Bezüge entstünden jedoch mehr aus Intuition denn mit Absicht, sagt der Autor. 

Von Romy König

Hat dieser Autor das Potenzial, eine neue Jugendbewegung loszutreten? Die Wochenzeitung Die Zeit jedenfalls könnte sich das, nach Lektüre und Besprechung des jüngsten Romans von Leif Randt, gut vorstellen: Tatsächlich hat der Schriftsteller mit Allegro Pastell ein Werk geschrieben, das die Gegenwart kaum besser einfangen könnte. Leif beschreibt darin die Liebes- und Fernbeziehung einer jungen Schriftstellerin in Berlin mit einem Webdesigner in Hessen – ihr hippes Lifestyle-Leben mit Partys, Jogging, Sex und Drogen, Restaurantbesuchen und Dauerkommunikation über das Handy. 
 
Als „Near-Past-Prosa-Stück“ bezeichnete Randt seinen vierten Roman unlängst auf der Veranstaltung Frankfurter Premieren: Auf „einfache und realistische Weise“ habe er vor allem von der Kommunikation der Figuren untereinander erzählen wollen. 2020 erschienen und im gleichen Jahr nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse, rückt der Roman den Autor laut Kritiker*innenmeinung ein wenig in die Nähe von Vertreter*innen der Popliteratur wie eines Christian Kracht (Faserland) oder Rainald Goetz. 

Utopien und Wortschöpfungen

Randt lebt teils in der deutschen Hauptstadt, teils in Maintal, einer kleinen Stadt in der Nähe seines Geburtsorts Frankfurt am Main. Hier, etwas abseits der Bankenstadt, hat er auch wesentliche Teile seines aktuellen Romans angesiedelt. Debütiert hatte der 1983 geborene Autor 2009 mit seinem in London spielenden Roman Leuchtspielhaus, der literarische Durchbruch gelang ihm zwei Jahre später mit seinem Zweitling Schimmernder Dunst über CobyCounty (2011). Wie auch in seinem folgenden Buch Planet Magnon (2015) entwirft er darin eine Art Gesellschaftsutopie. Sprachlich fallen seine Wortschöpfungen und die Binnenversalien auf, also mit Großbuchstaben verknüpfte Wortteile (wie etwa „CobyCounty“ oder auch „BakeryExpress“). Randt betreibt zudem die Onlineplattform Tegelmedia.net, die er gemeinsam mit seinem Schriftstellerkollegen Jakob Nolte regelmäßig auch mit Beiträgen anderer Autoren bestückt. 

Mehr Intuition denn Theorie

Randt hat fünf Jahre lang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim studiert – eine „praxisbezogene Ausbildung“, wie er selbst sagte. Es sei hier, fern jeder Akademisierung, darum gegangen, Texte anzuschauen und selbst zu verfassen. Etwaige Bezüge zu Theorien wie zu Konsumforschung oder der Kultur der Dinge, wie sie Literaturwissenschaftler*innen gern in seinen Werken finden, seien so auch ohne Absicht und meist rein intuitiv entstanden. Doch überraschen ihn die Interpretationen auch nicht: „Weil wir in der gleichen Zeit leben, entstehen nun einmal ähnliche Beobachtungen“, so der Schriftsteller. 

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