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Martina Wildner
Die Geschichten hinter den Geschichten

Martina Wildner bei der Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 2014 mit dem „Momo“-Pokal.
Martina Wildner bei der Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 2014 mit dem „Momo“-Pokal. | Foto (Detail): © picture alliance/dpa/Arne Dedert

Seit Jahren ist Martina Wildner als Autorin von Kinder- und Jugendromanen erfolgreich, die Verfilmung ihres preisgekrönten Romans „Das schaurige Haus“ schaffte es 2021 auf Platz fünf der weltweiten Film-Netflix-Charts. Dabei war ihr Weg als Schriftstellerin nicht von Anfang an vorgezeichnet.
 

Von Romy König

Martina Wildner hat einiges ausprobiert. In Praktika erprobte sie die Bildhauerei, an der Universität Erlangen belegte sie einige Semester lang das Studienfach der Islamwissenschaften, ging zudem für mehrere Monate ins syrische Damaskus. Sie war 23 Jahre alt, als es dann doch Grafikdesign sein sollte, genauer: der Schwerpunkt Illustration. Ihr Studium an der FH Nürnberg schloss sie 1996 mit dem Diplom ab.

Direkt im Anschluss machte sie sich als Illustratorin selbstständig – und als Schriftstellerin. Denn sie habe bald gemerkt, dass sie die Texte, die sie illustrierte, auch selber schreiben wollte. Irgendwann, so erzählte sie dem Literaturportal „Bücher leben!“, seien die Texte „länger geworden“ und hätten sie sich unabhängig von einer Illustration entwickelt.

Heute blickt die Autorin nicht nur auf mehr als ein Dutzend veröffentlichter Kinder- und Jugendbücher zurück, sondern auch auf eine Reihe von Auszeichnungen. Ihr Roman Jede Menge Sternschnuppen erhielt 2003 den Peter-Härtling-Preis, das Buch Königin des Sprungturms 2014 den Deutschen Jugendliteraturpreis.

Gruseln im Allgäu

In Martina Wildners „Allgäu-Grusel-Trilogie“ geht es um Kinder, die befürchten, zu einem Baum zu mutieren, um unheimliche Häuser und furchteinflößende Seen. In Martina Wildners „Allgäu-Grusel-Trilogie“ geht es um Kinder, die befürchten, zu einem Baum zu mutieren, um unheimliche Häuser und furchteinflößende Seen. | Foto: © Beltz Verlag Seit 2012 widmet sie sich vermehrt Schauergeschichten: In ihrer, wie sie es auf ihrer Website nennt, Allgäu-Grusel-Trilogie geht es um Kinder, die befürchten, zu einem Baum zu mutieren, um unheimliche Häuser und furchteinflößende Seen. Ihr Roman Das schaurige Haus aus dieser Reihe schaffte es 2012 nicht nur auf die Nominierungsliste des Deutschen Jugendliteraturpreises, sondern wurde darüber hinaus auch verfilmt. Die Romanadaption belegte 2021 Platz fünf der weltweiten Film-Netflix-Charts.

Klarheit und Tiefgründigkeit

Was es bedeutet, nicht dazu zu gehören: „Der Himmel über dem Platz“ erzählt die Geschichte eines Mädchens, das unbedingt in einer Jungenmannschaft Profi-Fußball spielen möchte. Was es bedeutet, nicht dazu zu gehören: „Der Himmel über dem Platz“ erzählt die Geschichte eines Mädchens, das unbedingt in einer Jungenmannschaft Profi-Fußball spielen möchte. | Foto: © Beltz Verlag Doch Martina Wildner ist in der Zwischenzeit schon weitergezogen. In ihrem neuesten Buch Der Himmel über dem Platz, erschienen im Februar 2021, greift sie Geschlechterstereotype auf und erzählt die Geschichte eines Mädchens, das unbedingt in einer Jungenmannschaft Profi-Fußball spielen möchte. Es gehe hier vor allem darum, wie es sich anfühle, „nicht Teil einer Gemeinschaft zu sein“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) dazu. Die Zeitung lobt das Buch als „tiefgründig“ und „poetisch klar“, dargestellt aus Sicht einer Ich-Erzählerin, die tatsächlich „denkt, spricht und die vor allem zweifelt, wie Dreizehnjährige das tun“. Bei Martina Wildner seien es der FAZ zufolge stets die Geschichten hinter der eigentlichen Geschichte, die „ihr Schreiben besonders machen“.

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