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Das Aufmacherbild der Deutsch-Israelischen Literaturtage© Heinrich-Böll-Stiftung/Goethe-Institut

Deutsch-Israelische Literaturtage

Krisen gibt es allerlei, und es gibt sie zur Genüge. Sie alle stellen die Art unseres Zusammenlebens infrage und geändert hat sich nach den letzten Krisen wenig. Ganz im Gegenteil - stets zog es uns offenbar dorthin zurück, wie es vorher war.


Wohin soll die Reise gehen?

Krisen gehören zum Leben jedes Einzelnen, gehören in Familien, es gibt sie zwischen Ländern und weltweit. Ob Brexit, Finanz- oder Klimakrise, Menschen auf der Flucht oder die Covid-19-Pandemie - sie alle stellen die Art unseres Zusammenlebens infrage und lassen uns jedes Mal aufs Neue sagen, dass nichts mehr so sein kann wie zuvor.

„Alles auf Anfang?“ lautet das Motto der diesjährigen deutsch-israelischen Literaturtage, die am 1. und 4. September in Berlin stattfinden. Neun Autorinnen und Autoren diskutieren, wofür Krisen gut sind, ob sich durch sie wirklich etwas ändert, wie Krisen bewältigt werden können. Und ob nicht doch bald wieder alles ist wie zuvor.


Programm

Mittwoch, 1. September 2021, 20:00 Uhr
Deutsches Theater, Kammerspiele, Schumannstraße 13a, 10117 Berlin
Tickets über: www.deutschestheater.de

Begrüßung durch:
  • Dr. Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung
  • Prof. Dr. Carola Lentz, Präsidentin des Goethe-Instituts
Anschließende Lesung und Diskussion zum Thema "Was zu tun ist".
Ganz gleich, ob wir auf das Kleine, Flüchtige blicken oder auf das große Ganze. Wo liegen die Schlüsselmomente, die uns zu verstehen geben, was zu tun ist?
  • Etgar Keret und Terézia Mora
  • Morderation: Shelly Kupferberg
Donnerstag, 2. September 2021, 11:00 Uhr
Online // Link zum Stream über Literaturhaus Berlin
Anmeldung über: www.literaturhaus-berlin.de

Welche Faktoren bestimmen den deutsch-israelischen Literaturaustausch heute? Im Gespräch über die Literaturszenen beider Länder und die Situation der literarischen Übersetzungen geht es neben einer Bestandsaufnahme auch um einen Ausblick auf die Möglichkeiten neuer Netzwerke und um Entdeckungen, die die beiden Literaturen aktuell bereithalten. Noch nicht übersetzte Autoren und Autorinnen, neue Themen und Erzählweisen sowie die große Bandbreite im Literaturschaffen beider Länder sind das Thema dieses Austauschs. Die Veranstaltung richtet sich an ein verlegerisches Fachpublikum, Übersetzerinnen, Übersetzer und Literaturschaffende. 
Das Gespräch findet auf Englisch statt.
  • ​Yoav Reiss, Inhaber Verlag Persimmon Books
  • Kerstin Malka-Winter, Information & Bibliothek, Goethe-Institut Tel Aviv
  • Dr. Thomas Sparr, Editor at Large, Suhrkamp Verlag
  • Moderation: Shelly Kupferberg
Samstag, 4. September 2021, 16:00 Uhr  
Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin
Tickets über: www.literaturhaus-berlin.de

Krisen wie die Corona-Pandemie verschärfen die Ungleichheit und treffen Frauen meist viel härter. Doch auf lange Sicht können Krisen auch ein Katalysator für Veränderungen sein. 
  • Maayan Eitan und Lisa Krusche
  • Moderation: Natascha Freundel
Samstag, 4. September 2021, 18:00 Uhr
Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin
Tickets über: www.literaturhaus-berlin.de

Wie kann man eine Veränderung herbeiführen, wenn sich alles schon verloren anfühlt? Welche Kräfte können dann mobilisiert werden? 
  • Lizzie Doron und Antje Rávik Strubel 
  • Moderation: Shelly Kupferberg
Samstag, 4. September 2021, 20:00 Uhr 
Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin
Tickets über: www.literaturhaus-berlin.de

Ein Neubeginn gestaltet sich umso schwieriger dort, wo man sich nicht zugehörig fühlen kann. Wo fängt man an, wenn einem der richtige Ort dazu fehlt?
  • Odeh Bisharat und Dmitrij Kapitelman
  • Moderation: Natascha Freundel

Autor*innen

Etgar Keret

geboren 1967, gehört zu den bekanntesten israelischen Schriftstellern seiner Generation. Er schreibt Kurzgeschichten, Graphic Novels und Drehbücher. Seine Werke wurden in vierzig Sprachen übersetzt, vielfach ausgezeichnet und mehrfach verfilmt. Kerets neuester Band „Tu's nicht“ wurde mit dem National Jewish Book Award ausgezeichnet. Er lebt in Tel Aviv, wo er auch an der Universität unterrichtet. 

Terézia Mora

wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Ihr literarisches Debüt, der Erzählungsband „Seltsame Materie“, wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für ihr Gesamtwerk wurde ihr 2018 der Georg-Büchner-Preis zugesprochen. Darüber hinaus zählt Mora zu den renommiertesten Übersetzer:innen aus dem Ungarischen.

Maayan Eitan

hat Vergleichende Literaturwissenschaft in Israel und in den USA studiert. „Love“, ihr erster Roman, erschien 2020 in Israel und wurde ein Bestseller. Ihre Arbeiten werden regelmäßig in israelischen und US-amerikanischen Literaturzeitschriften veröffentlicht. Maayan Eitan lebt in Tel Aviv und arbeitet derzeit an ihrem zweiten Roman.

Lisa Krusche

wurde 1990 in Hildesheim geboren und studierte Kunstwissenschaften. Sie veröffentlichte in mehreren Zeitschriften und Anthologien. 2019 war sie Stadtschreiberin in Hall in Tirol und erhielt für ihren Text „Heul doch“ den Radio-Essay-Preis. Ein Jahr später wurde ihr der Deutschlandfunk-Preis zugesprochen. „Unsere anarchistischen Herzen" ist ihr erster Roman. Lisa Krusche lebt in Braunschweig.
 

Lizzie Doron

1953 in Tel Aviv geboren, lebte in einem Kibbuz, bevor sie Sprachwissenschaft studierte und Schriftstellerin wurde. 2007 wurde Doron mit dem Jeanette-Schocken-Preis ausgezeichnet und erhielt 2018 - zusammen mit Mirjam Pressler - den Friedenspreis der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung. Ein Jahr später war sie Friedrich Dürrenmatt Gastprofessorin für Weltliteratur an der Universität Bern. Lizzie Doron lebt in Tel Aviv und Berlin.

Odeh Bisharat

1958 geboren, war vier Jahre lang Generalsekretär der arabisch-israelischen Hadash-Partei. Heute schreibt er für die Tageszeitung Ha’aretz wie auch für mehrere arabische Webseiten. Bisharat hat bisher drei Romane auf Arabisch veröffentlicht, von denen „Die Straßen von Zatunia“ und „Donia“ ins Hebräische übersetzt wurden. Für seine Prosa erhielt er 2017 den Preis des israelischen Kulturministeriums. Er lebt im Norden Israels. 

Antje Rávik Strubel

geboren 1974 in Potsdam, absolvierte eine Buchhandelslehre und studierte Amerikanistik, Psychologie und Literaturwissenschaften in Berlin und New York. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Preis der Literaturhäuser 2019. Antje Rávik Strubel hat am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig gelehrt und Texte u.a. von Joan Didion, Virginia Woolf und Lena Andersson aus dem Englischen und Schwedischen übersetzt. 

Julia Fermentto-Tzaisler

wurde 1984 geboren und studierte jüdisch-amerikanische und jiddische Literatur. Ihre Arbeiten wurden in Israel, Deutschland, Polen, Großbritannien und in den Vereinigten Staaten veröffentlicht. Ihr Debütroman „Safari“ erschien 2011 in Israel und wurde ein Bestseller. Ihr zweiter Roman „By the Orange Orchard“ gewann den Ministry of Culture Award for Young Authors.

Dmitrij Kapitelman

1986 in Kiew geboren, kam im Alter von acht Jahren als jüdischer Kontingentflüchtling nach Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Heute arbeitet er als Journalist und Schriftsteller. Sein erster Roman „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“ erschien 2016 und gewann den Klaus-Michael Kühne-Preis.


Branchentreff

Kerstin Malka-Winter

studierte Bibliotheks- und Informationswissenschaft und Linguistik in Berlin und Tel Aviv. Seit 14 Jahren arbeitet sie für das Goethe-Institut Israel, wo sie sich schwerpunktmäßig mit Literaturarbeit und Übersetzungsförderung beschäftigt. Außerhalb ihrer Tätigkeit am Goethe-Institut arbeitet sie derzeit an ihrer ersten Übersetzung eines Romans aus dem Hebräischen ins Deutsche.

Yoav Reiss

war mehr als 25 Jahre lang als Programm- und Herstellungsleiter bei führenden israelischen Verlagen tätig. 2018 hat er seinen Traum vom eigenen Verlag verwirklicht: Persimmon Books veröffentlicht literarische Wiederentdeckungen, vor allem aus der ersten Hälfte des 20. und des späten 19. Jahrhunderts. Im Verlagsprogramm finden sich belletristische Werke, die gesellschaftliche und politische Fragen behandeln, die auch heute noch relevant sind. Literarische Texte, die sich mit LGBTQ-Autoren befassen oder von ihnen verfasst wurden, stehen dabei besonders im Fokus und sollen aufgrund ihrer gedanklichen Tiefe, Originalität und Qualität den anspruchsvolleren Leserinnen und Lesern in hebräischer Sprache zugänglich gemacht werden. 

Thomas Sparr

studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Hamburg, Marburg und Paris und war an der Hebräischen Universität in Jerusalem und am dortigen Leo Baeck Institut tätig. Später leitete er den Jüdischen Verlag und war Cheflektor des Siedler Verlags. Heute ist er Editor-at-Large für den Suhrkamp Verlag. Bei Berenberg erschien 2018 „Grunewald im Orient. Das deutsch-jüdische Jerusalem“, 2020 wurde „Todesfuge. Biographie eines Gedichts“ (DVA) veröffentlicht. Demnächst erscheint sein neues Buch „Hotel Budapest, Berlin ... Von Ungarn in Deutschland“ (Berenberg).


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