Theater- und Dramatikerpreise And the Winner is ...

Theaterpreis DER FAUST (Trophäe)
Foto (Ausschnitt): © Natalie Bothur/Deutscher Bühnenverein

Preise sind, wo kein zentraler, so doch ein stets willkommener, weil schmückender Teil des Theaterlebens, verlängern sie doch den flüchtigen Augenblick des Applauses, belohnen die Mühen im Verborgenen, machen sich darüber hinaus gut in der Vita und erfreuen auch noch all diejenigen, die zur Verleihungsfeier mit Champagner und Häppchen eingeladen sind. „Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze“, dichtete schon Friedrich Schiller im Prolog zu „Wallenstein“ – da darf wenigstens die Mitwelt sich nicht lumpen und es nicht an Ehrungen fehlen lassen, wenn auch in manchem Fällen nicht eindeutig zu klären ist, ob tatsächlich der Preis die Preisträger ehrt oder eher umgekehrt.
 

Allgemeine Einzelpreise

Nach dem Vorbild der amerikanischen Oscars wurde 2006 der undotierte Deutsche Theaterpreis DER FAUST aus der Taufe gehoben. Seine Paten beziehungsweise Kooperationspartner sind der Deutsche Bühnenverein, die Kulturstiftung der Länder, das Bundesland des jeweils wechselnden Verleihungsortes sowie die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste. Vorschlagsrecht haben die Theater. Daraufhin nominiert eine Jury in acht Kategorien jeweils drei Kandidaten, über die dann die Mitglieder der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste abstimmen. Des Weiteren vergibt die Jury einen Preis für ein Lebenswerk sowie fallweise einen Sonderpreis für besondere Leistungen.

DER FAUST
Seit 1996 wird der mit 10.000 Euro dotierte 3sat-Preis – gestiftet von den 3sat-Partnern ZDF, ORF, SF und ARD – für eine besonders herausragende künstlerische Leistung im Rahmen des Berliner Theatertreffens verliehen. Eine vierköpfige Jury nominiert jeweils einen persönlichen Kandidaten aus dem Kreis der zum Theatertreffen eingeladenen Ensembles. Der Preisträger wird seit 2009 in einer einstündigen, öffentlichen und live im Fernsehen übertragenen Debatte ermittelt.

3sat-Preis
Der Theaterpreis Berlin der Stiftung Preußische Seehandlung wird seit 1988 jährlich während des Berliner Theatertreffens verliehen. Er ist mit 20.000 Euro dotiert und würdigt herausragende Verdienste um das deutschsprachige Theater. Die Liste der durchwegs illustren Preisträger reicht von George Tabori (1988) über Luc Bondy (1998) und Josef Bierbichler (2008) bis Margit Bendokat (2010).

Theaterpreis Berlin
Auf Vorschlag Hans Lietzaus (1991) und später Kurt Hübners (1992 bis 2006) als Alleinjuroren wird jährlich anlässlich der Vergabe des Gertrud-Eysoldt-Rings der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis für Regie in Bensheim vergeben. Seit 2007 fungiert Klaus Völker als Juror. Unter den Preisträgern sind zahlreiche inzwischen etablierte Regiepersönlichkeiten wie Martin Kusej, Elmar Goerden, Monika Gintersdorfer und Tina Lanik.

Förderpreis für Regie
Der Joana-Maria-Gorvin-Preis wird seit 1995 alle fünf Jahre von der Sektion Darstellende Kunst der Akademie der Künste (Berlin) vergeben. Er wurde von Maximilian B. Bauer zur Erinnerung an seine Frau, die Schauspielerin Joana Maria Gorvin, gestiftet und ist mit 25.000 Euro dotiert. Der Preis soll die überragende Leistung einer Frau im Theaterleben des deutschen Sprachraums würdigen und wurde bisher an Pina Bausch (1995), Anny Schlemm (2000), Anja Silja (2005) und 2010 an Jutta Lampe verliehen.

Joana-Maria-Gorvin-Preis
Der Grillparzer-Ring ist eine 1964 vom österreichischen Unterrichtsministerium gestiftete Ehrung für Intendanten, Regisseure, Schauspieler, Bühnen- und Kostümbildner sowie Dramaturgen, Übersetzer und Wissenschaftler, die sich in besonderer Weise um das Werk Franz Grillparzers verdient gemacht haben. (Nicht zu verwechseln mit dem Grillparzer-Preis, der zwischen 1875 und 1971 alle drei Jahre für ein deutsches dramatisches Werk vergeben und dann eingestellt wurde.)
Der O.E.-Hasse-Preis zur Förderung des Schauspieler-Nachwuchses wird seit 1981 von der O.E.-Hasse-Stiftung ausgelobt, die von der Berliner Akademie der Künste betreut wird. Sie erfüllt damit das Vermächtnis des Film- und Theaterschauspielers O.E. Hasse. Seit 2003 wird der Preis in Höhe von 5.000 bis 10.000 Euro, teilweise auch als Stipendium, abwechselnd an Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin, und der Münchner Otto-Falckenberg-Schule vergeben.

O.E.-Hasse-Preis
Der Fritz-Kortner-Preis war ein von der Zeitschrift „Theater heute“ verliehener und von ihrem Mitbegründer und Verleger Erhard Friedrich gestifteter Theaterpreis, der nach dem Schauspieler und Regisseur Fritz Kortner (1892–1970) benannt war und von 1987 bis 2000 an deutschsprachige Theaterkünstler verliehen wurde, „deren Wagemut, Wahrhaftigkeit und ästhetische Neugier zeigen, dass Kortners Beispiel fortwirkt.“ Seit dem Jahr 2000 wurde er nicht mehr vergeben. Stattdessen setzte die Erhard-Friedrich-Stiftung das weiterhin zur Verfügung stehende Geld für die Förderung von jungen Künstlern sowie zur Unterstützung von Projekten der Theaterausbildung und -forschung ein.

Fritz-Kortner-Preis
Alle drei Jahre verleiht die Landeshauptstadt München – alternierend mit dem Tanzpreis und dem Musikpreis – den mit 10.000 Euro dotierten Münchner Theaterpreis für das herausragende Gesamtwerk von Theaterkünstlerinnen und -künstlern, deren Schaffen mit dem Theaterleben Münchens eng verknüpft ist. Vorschlagsrecht hat eine vom Stadtrat berufene Jury aus Fachleuten und Stadträten. Ausgezeichnet wurden bisher unter anderen Jörg Hube, Alexeij Sagerer, Elisabeth Schweeger, George Froscher, Jennifer Minetti sowie Tilmann Broszat und Gottfried Hattinger.

Münchner Theaterpreis
Im Jahr 2000 beschloss die Stadt Wien, drei weniger beachtete Theaterauszeichnungen, die Kainz-Medaille, den Nestroy-Ring für die Wiener Satire und den Karl-Skraup-Preis für Ensemblemitglieder des Wiener Volkstheaters in neuer Form zusammenzufassen. Nach dem Vorbild des Pariser Theaterpreises „Moliere“ rief der Verein Wiener Theaterpreis in Zusammenarbeit mit dem Stadtrat für Kultur den Nestroy-Theaterpreis ins Leben. Er wird seither jährlich in acht Kategorien für herausragende Leistungen an österreichischen Bühnen verliehen. Für die Kategorie „Beste Aufführung“ können Inszenierungen aus dem gesamten deutschen Sprachraum nominiert werden.

Nestroy-Theaterpreis
In Erinnerung an die große deutsche Theaterreformerin aus dem 18. Jahrhundert vergibt die Stadt Leipzig seit 1998 alle zwei Jahre den mit 6.000 Euro dotierten Caroline-Neuber-Preis an weibliche Theaterschaffende aus dem deutschsprachigen Raum, die mit hervorragenden Leistungen Maßstäbe gesetzt haben. Ausgezeichnet wurden bisher Jutta Hoffmann, Inge Keller, Konstanze Lauterbach, Nele Hertling, Karin Henkel und Ann-Elisabeth Wolff. 2010 geht der Preis an Sasha Waltz.

Caroline-Neuber-Preis
Noch vor dem ersten Engagement einen Preis bekommen, das ermöglicht der vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur gestiftete Max-Reinhardt-Preis, mit dem alle zwei Jahre besonders begabte Schauspielstudierende belohnt werden. Beim jährlich stattfindenden „Theatertreffen der deutschsprachigen Schauspielstudierenden“ werden alle zwei Jahre jeweils ein Solopreis sowie ein Ensemblepreis an eine ganze Klasse überreicht. Alternierend dazu vergibt die Vontobel-Stiftung Zürich zur Förderung des Ensemblegedankens ebenfalls alle zwei Jahre den mit 10.000 Euro dotierten Vontobel-Preis an ein Schauspielschul-Ensemble. Im Rahmen des Wettbewerbs zur Förderung des Schauspielnachwuchses werden im Namen des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung weitere Preise im Wert von insgesamt 20.000 Euro verliehen sowie der von der Schauspielerin Regine Lutz gestiftete Preis der Studierenden (1.000 Euro).

Max-Reinhardt-Preis
Der Hans-Reinhart-Ring ist die höchste Auszeichnung im Theaterleben der Schweiz. Gestiftet von dem Dichter, Übersetzer und Mäzen Hans Reinhart (1880–1963) wird er seit 1957 von der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur (SGTK) durch eine unabhängige Jury für „hervorragende Verdienste um das Theater in der Schweiz“ an einen Theaterkünstler aus unterschiedlichen künstlerischen Bereichen verliehen. Der Ring wird für jede Verleihung eigens hergestellt und geht in den Besitz des Preisträgers über.

Hans-Reinhart-Ring
Das deutsche Zentrum des Internationalen Theaterinstituts ITI nimmt den Welttheatertag am 27. März zum Anlass, herausragende Persönlichkeiten des Theaters zu ehren, deren Theaterarbeit in Deutschland in besonderer Weise international ausstrahlt. Bisherige Preisträger des seit 1985 vergebenen Preises zum Welttheatertag waren unter anderen Klaus Michael Grüber, George Tabori, die Mülheimer Theatertage, Pina Bausch, Tankred Dorst, William Forsythe, Volker Ludwig und das GRIPS-Theater, das Internationale Forum Junger Bühnenangehöriger und Manfred Linke, das Theater an der Ruhr, Frank Castorf, Nele Hertling, Kurt Hübner, Andrzej Wirth und Jürgen Gosch. Im Jahr 2010 geht der Preis zum Welttheatertag an Christoph Marthaler und Anna Viebrock.

Preis zum Welttheatertag

Bühnenbildpreise

Der Lions Club Offenbach Lederstadt vergibt seit 2006 zum dritten Mal den mit 5.000 Euro ausgestatteten Bühnenbildpreis „Offenbacher Löwe“ für Deutschland, Schweiz und Österreich. Die jeweils themengebundene Ausschreibung richtet sich an Bühnenbildstudierende im Hauptstudium, Bühnenbildassistenteninnen und -assistenten sowie Nachwuchs-Bühnenbildnerinnen und -Bühnenbildner.

Bühnenbildpreis „Offenbacher Löwe“
Die nach dem Maler und Bühnenbildner Hein Heckroth (1901–1970) benannte Gesellschaft vergibt zusammen mit der Stadt Gießen und dem Land Hessen alle zwei Jahre den Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis in Form eines Haupt- und eines Förderpreises. Das Preisgeld beträgt 5.000 beziehungsweise 2.500 Euro. Der jeweilige Hauptpreisträger bestimmt den Gewinner des Förderpreises und spricht eine Empfehlung für den nächsten Hauptpreisträger aus.

Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis

Gruppen- und Ensemble-Preise

Erstmals vergibt der Fonds Darstellende Künste im Jahr 2010 den George-Tabori-Preis für herausragende Ensembles freier Theater- und Tanzschaffender. Den mit 20.000 Euro dotierten Hauptpreis erhält die Dresdner Gruppe „norton.commander.productions“, den zweiten Preis in Höhe von 10.000 Euro das Hamburger Künstlerduo Monika Gintersdorfer und Knut Klassen.

George-Tabori-Preis
Die Kölner Tanz- und Theaterpreise zeichnen seit 1990 alljährlich die besten Inszenierungen der professionellen, nicht-städtischen Kölner Theater- und Tanzszene aus. Eine unabhängige Fachjury nominiert halbjährlich Produktionen, die ins Rennen um die Preise geschickt werden. Vergeben werden ein Theaterpreis (10.400 Euro), seit 2009 ein Tanztheaterpreis (5.200 Euro), ein Kinder- und Jugendtheaterpreis (5.200 Euro), ein Darstellerpreis (5.000 Euro), der Kölner Ehrentheaterpreis (2.600 Euro) sowie der Nachwuchsschauspielerpreis „puck“ (2.500 Euro).

Kölner Tanz- und Theaterpreise
Der Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater wurde 2007 erstmals von der Freien Volksbühne Köln e. V. anlässlich ihres 85. Geburtstags vergeben. Seither wird die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung jährlich an eine Kölner Theaterproduktion (städtisch oder frei) beziehungsweise an deren Autor oder ein Ensemblemitglied verliehen.

Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater
Das von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) seit 1988 in wechselnden Städten veranstaltete Festival „Politik im freien Theater“ vergibt zwei Preise: Der Preis der Bundeszentrale für politische Bildung ist mit einem Gastspielzuschuss von 15.000 Euro verbunden; der Preis des Goethe-Instituts in Höhe von 10.000 Euro geht ebenfalls als Zuschuss für eine internationale Tournee an eine deutsche Produktion.

Preis der Bundeszentrale für politische Bildung
Das Stuttgarter Kulturamt, das Theaterhaus Stuttgart und der Landesverband Freier Theater schreiben seit 2005 den Stuttgarter Theaterpreis aus. Er wird im jährlichen Wechsel an Sprech- und Tanztheater verliehen. Der Preis steht in der Nachfolge des Theaterpreises der Stuttgarter Zeitung, den diese 1988 gegründet und 2003 aufgegeben hatte. Die Gesamtsumme der vier Preise beträgt 15.000 Euro. Verliehen werden der mit 6.000 Euro dotierte Stuttgarter Theaterpreis sowie Sonderpreise für eine herausragende Leistung (4.000 Euro), die beste schauspielerische Leistung (2.000 Euro) sowie ein Publikumspreis (3.000 Euro).

Stuttgarter Theaterpreis

Kinder- und Jugendtheaterpreise

Bereits seit 1961 und zuletzt 2009 verleiht das Land Berlin alle zwei Jahre den mit 10.000 Euro dotierten Brüder-Grimm-Preis zur Förderung des Kinder- und Jugendtheaters. Gewürdigt werden deutschsprachige Stücke und Inszenierungen, die sich mit der Wirklichkeit der Kinder und Jugendlichen auseinandersetzen und auf ein tolerantes Miteinander hinwirken. Die Wahl trifft eine dreiköpfige Jury. Preisträger waren unter anderen dreimal Volker Ludwig und jeweils mehrfach das Gripstheater, das Theater Rote Grütze und das Theater in der Parkaue, Berlin, in dem auch die Verleihung stattfindet.

Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin
Als Auszeichnung für Autorinnen und Autoren, deren Werke als beispielhaft für die dramatische Literatur des Kinder- und Jugendtheaters gelten dürfen, vergibt das Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Frankfurt im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) alle zwei Jahre den Deutschen Kindertheaterpreis und den Deutschen Jugendtheaterpreis. Das Preisgeld in Höhe von jeweils 10.000 Euro wird vom BMFSFJ zur Verfügung gestellt. Vorschlagsrecht haben deutschsprachige Theaterverlage sowie professionelle Bühnen; es können auch fremdsprachige Stücke vorgeschlagen werden, die in deutscher Übersetzung vorliegen. Die Auswahl unter den vorgeschlagenen uraufgeführten Stücken trifft eine fünfköpfige Fachjury. Außerdem werden unter den vorgeschlagenen Kindertheaterautorinnen und Autoren drei Stipendien in Höhe von jeweils 3.000 Euro für die Erarbeitung eines neuen Stücks vergeben.

Deutscher Kindertheaterpreis / Deutscher Jugendtheaterpreis
Im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst verleiht die Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendtheater Baden-Württemberg seit 1981 alle zwei Jahre den Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg. Eine Fachjury, bestehend aus Theater-, Presse- und Verlagsvertretern sowie einem Autor oder einer Autorin, wählt aus den eingesandten, noch nicht ur- beziehungsweise erstaufgeführten Stücken einen Haupt- und einen Förderpreis, die mit einem Preisgeld in Höhe von 7.500 bzw. 2.500 Euro ausgestattet sind. 2008 wurde außerdem erstmals ein Projekt-Stipendium in Höhe von 5.000 Euro ausgeschrieben, das die Zusammenarbeit eines Autors oder einer Autorin mit einem baden-württembergischen Theater ermöglichen soll.

Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg
Im Rahmen des niederländisch-deutschen Kinder- und Jugendtheaterfestivals Kaas & Kappes verleiht die Stadt Duisburg seit 1999 jährlich den Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis. Der zweisprachige Autorenwettbewerb wurde mittlerweile um die Länder Belgien, Österreich und die Schweiz erweitert. Eine vierköpfige Jury aus niederländischen und deutschen Theaterfachleuten wählt unter den eingesandten Manuskripten, die im Original in niederländischer oder deutscher Sprache geschrieben sein müssen, einen oder mehrere Gewinner, unten denen das von der Stadt Duisburg gestiftete Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro aufgeteilt wird. Die Preisträger und weitere von der Jury empfohlene Stücke werden außerdem in einem Stückepool im Internet vorgestellt.

Niederländisch-Deutscher Kinder- und Jugenddramatikerpreis

Literatur- und Dramatiker-Preise

Die Stadt Augsburg verleiht seit 1995 alle drei Jahre den mit 15.000 Euro dotierten Bertolt-Brecht-Preis an eine Persönlichkeit, „die sich in ihrem literarischen Schaffen durch die kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart auszeichnet“. Preisträger waren unter anderen Franz Xaver Kroetz, Urs Widmer, Dea Loher und Albert Ostermaier.

Bertolt-Brecht-Preis
Seit 1923 (mit einer Unterbrechung von 1933 bis 1945) wird in Darmstadt der Georg-Büchner-Peis als wichtigster deutscher Literaturpreis verliehen. Ursprünglich als universaler Künstlerpreis des Landes Hessen konzipiert, wurde er 1951 zum reinen Literaturpreis umgewandelt und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung zur Verfügung gestellt. In deren Namen entscheidet jährlich eine Jury über die Vergabe der derzeit mit 40.000 Euro dotierten Ehrung. Bedeutende Dramatiker unter den Preisträgern waren seither unter anderen Elfriede Jelinek, George Tabori, Tankred Dorst, Botho Strauß, Heiner Müller, Thomas Bernhard und Peter Handke.

Georg-Büchner-Peis
Gestiftet von der Bundeszentrale für politische Bildung wird im Rahmen des Stückemarktes beim Berliner Theatertreffen der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis für neue Dramatik sowie ein Werkauftrag für ein neues Stück in Höhe von 7.000 Euro an jeweils einen der zehn eingeladenen Autorinnen und Autoren verliehen.

Förderpreis für neue Dramatik
Der Kleist-Förderpreis für junge Dramatik ist fester Bestandteil der Kleist-Festtage, die jährlich im Oktober zu Ehren des in Frankfurt (Oder) geborenen Dichters und Dramatikers Heinrich von Kleist stattfinden. Der mit 7.500 Euro dotierte und mit einer Uraufführungsgarantie verbundene Preis wird seit 1996 von der Stadt Frankfurt (Oder) gemeinsam mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen, der Dramaturgischen Gesellschaft und der Frankfurter Messe- und Veranstaltungsgesellschaft vergeben. Die Bewerber dürfen bei Einsendungsschluss nicht älter als 35 Jahre sein. Bisherige Preisträger waren unter anderen Marius von Mayenburg, Rebekka Kricheldorf, Reto Finger und Dirk Laucke.

Kleist-Förderpreis für junge Dramatik
Der Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis wird seit 1993 alle zwei Jahre von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur in Kaiserslautern für ein dramatisches Gesamtwerk vergeben. Preisträger waren in letzter Zeit unter anderen Roland Schimmelpfennig, Fritz Kater, Dea Loher, Elfriede Jelinek und Einar Schleef. Neben dem mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis wird zur Nachwuchsförderung der „Stückepreis“ (5.000 Euro) verliehen, der zudem optional mit einem Arbeitstipendium in Höhe von bis zu 10.000 Euro verbunden ist, das eine Mitarbeit am Pfalztheater Kaiserslautern ermöglicht.

Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis
Der Mülheimer Dramatikerpreis wird seit 1976 im Rahmen der Mülheimer Theatertage „Stücke“ in einer öffentlichen, auch live im Internet übertragenen Jurydebatte verliehen und gilt als wichtigster deutscher Dramatikerpreis. Nominiert sind die von einem fünfköpfigen Auswahlgremium eingeladenen sieben bis acht besten deutschsprachigen Stücke einer Spielzeit. Neben dem mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis werden ein undotierter Publikumspreis sowie seit 2007 auch ein mit 10.000 Euro dotierter Mülheimer Kinderstückepreis vergeben.

Mülheimer Dramatikerpreis
2009 wurde erstmals vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Münchner Kammerspielen in Zusammenarbeit mit dem Drei Masken Verlag der Förderpreis für deutschsprachige Dramatik an drei Autorinnen vergeben. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 15.000 Euro ist eine Spende der Edith-und-Werner-Rieder-Stiftung. Der Förderpreis soll in Zukunft alle zwei Jahre ausgeschrieben werden und junge Autorinnen und Autoren, die noch nicht im Theater- und Verlagsbereich etabliert sind, zum szenischen Schreiben ermutigen. Er ist mit einer öffentlichen Präsentation sowie einer Uraufführungsoption an den Münchner Kammerspielen verbunden. Selbst bewerben können sich junge Dramatikerinnen und Dramatiker unter 30, von denen höchstens zwei Werke aufgeführt worden sind und die noch nicht von einem Verlag vertreten werden.

Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik

Spezielle Schauspieler-Ehrungen

Von ihrer Freundin, der Königin Charlotte von Württemberg, bekam die Schauspielerin und Gründerin des Düsseldorfer Schauspielhauses Louise Dumont (1862–1932) den Halsschmuck geschenkt, den sie zeitlebens ihren Kraftstein nannte. Ihr Ehemann Gustav Lindemann stiftete den Louise-Dumont-Goldtopas im Andenken an seine Frau als Auszeichnung für deutschsprachige Schauspielerinnen. Sie wird seit 1932 jeweils auf Lebenszeit vom Kuratorium des Dumont-Lindemann-Archivs verliehen. Derzeitige Trägerin ist Maria Becker.

Louise-Dumont-Goldtopas
Anlässlich ihres 65-jährigen Bühnenjubiläums im Jahr 1967 stiftete die österreichische Schauspielerin Tilla Durieux (1880–1971) ein art deco-Collier aus ihrem Besitz als Auszeichnung für eine hervorragende Vertreterin der deutschen oder österreichischen Schauspielkunst. Alle zehn Jahre wird der Tilla-Durieux-Schmuck auf Empfehlung seiner Trägerin – bisher waren es Maria Wimmer, Gisela Stein, Kirsten Dene und Anette Paulmann – von der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Darstellende Kunst, weitergereicht.

Tilla-Durieux-Schmuck
Als Vermächtnis des 1981 verstorbenen Theaterkritikers Wilhelm Ringelband vergibt die Stadt Bensheim zusammen mit der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste seit 1986 den nach der Max-Reinhardt-Schauspielerin Gertrud Eysoldt (1870–1955) benannten und mit 10.000 Euro dotierten Gertrud-Eysoldt-Ring. Eine jährlich wechselnde Jury wählt die Preisträger für ihre herausragende schauspielerische Leistung am Theater. Zahlreiche bedeutende Schauspielerinnen und Schauspieler der Gegenwart wie Josef Bierbichler, Angela Winkler, Ulrich Matthes und zuletzt 2009 Barbara Nüsse wurden bereits mit dem Ring geehrt.

Gertrud-Eysoldt-Ring  
Der Iffland-Ring gehört zu einer Reihe von testamentarisch vererbten Ehrungen. Um seinen Ursprung ranken sich Legenden. Als besondere Auszeichnung für den „zur Zeit Würdigsten“ (Schauspieler) gilt der Ring, seit er 1911 mit einer entsprechenden Notiz im Nachlass des Schauspielers Friedrich Haase (1825–1911) auftauchte. Er gehört seinem Träger jeweils auf Lebenszeit und wird von diesem testamentarisch an einen persönlich als besonders bedeutend geschätzten Kollegen weitergegeben. Derzeitiger Träger ist Bruno Ganz.

Iffland-Ring
Seit 1981 verleiht die Körber-Stiftung jährlich den mit 10.000 Euro dotierten Boy-Gobert-Preis an junge Schauspielerinnen und Schauspieler an Hamburger Bühnen. Ausgezeichnet wurden unter anderen Ulrich Tukur, Martin Wuttke und Fritzi Haberlandt.

Boy-Gobert-Preis
Auf eine Initiative der Kinder des berühmten Theaterkritikers der 1930er-Jahre geht der mit 5.000 Euro dotierte, im Rahmen des Berliner Theatertreffens verliehene Alfred-Kerr-Darstellerpreis zurück. Seit 1991 wählen jährlich wechselnde Alleinjuroren, allesamt namhafte Schauspielerpersönlichkeiten, im Namen der Alfred-Kerr-Stiftung ein vielversprechendes Nachwuchstalent aus den zum Theatertreffen eingeladenen Ensembles. Inzwischen bekannt gewordenen Preisträger waren unter anderen Steffi Kühnert, Johanna Wokalek, August Diehl und Wiebke Puls.

Alfred-Kerr-Darstellerpreis
Die Schauspielerin, Regisseurin und Theaterleiterin Hermine Körner (1978–1960) stiftete einen Ring aus ihrem Besitz als Auszeichnung für die deutsche Schauspielerin mit dem „ernsthaftesten Streben“. Sie selbst bestimmte Roma Bahn (1896–1975) als erste Trägerin auf Lebenszeit. Seither wurde der Hermine-Körner-Ring durch die Akademie der Künste, Berlin, Sektion Darstellende Kunst, an Marianne Hoppe (1909–2002) und Gisela Stein (1935–2009) verliehen.

Hermine-Körner-Ring
Als weibliches Pendant zum Iffland-Ring stiftete die österreichische Bundesregierung 1978 den Alma-Seidler-Ring, der ebenfalls auf Lebenszeit einer Schauspielerin zugesprochen und von dieser testamentarisch weitergegeben wird. Angeblich hätte Werner Krauß den Iffland-Ring seinerzeit gerne der Burgschauspielerin Alma Seidler (1899–1977) vermacht, wäre eine Frau nicht traditionsbedingt von der Nachfolge ausgeschlossen gewesen. Trägerin des Alma-Seidler-Rings ist nach Paula Wessely zurzeit Annemarie Düringer.
Gestiftet von der 1999 verstorbenen Studienrätin und Theaterliebhaberin wird seit 1996 alle zwei Jahre der Rita-Tanck-Glaser-Schauspielpreis von der Hamburgischen Kulturstiftung an Schauspieler und Schauspielerinnen verliehen, die „durch hervorragende darstellerische Leistungen vor allem auf Hamburger Bühnen die Kultur der sprachlichen Gestaltung fördern“. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro. Ausgezeichnet wurden bisher unter anderen André Jung (2000), Monica Bleibtreu (2002) und zuletzt 2010 Marion Breckwoldt.

Rita-Tanck-Glaser-Schauspielpreis
Im Gedenken an den 1999 verstorbenen Schauspieler Ulrich Wildgruber wurde im Jahr 2000 vom Magazin Stern, der Münchner Theateragentin Carola Studlar und den Hamburger Kammerspielen unter Intendant Ulrich Tukur der Ulrich-Wildgruber-Preis zur Förderung junger Schauspieler geschaffen. Er bestand zunächst bis 2002 aus einem einjährigen Stipendium. Nach dreijähriger Pause wird er seit 2007 in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis des St.-Pauli-Theaters und der Nordmetall-Stiftung mit einem Preisgeld von 10.000 Euro erneut vergeben. Preisträger waren unter anderen August Diehl (2001), Birgit Minichmayr (2002), Sandra Hüller (2009) und Katharina Schüttler (2010).

Ulrich-Wildgruber-Preis