Medieneinsatz im frühen Fremdsprachenunterricht

Goethe Spracharbeit Berlin Lateinamerika Whiteboard © Foto: Goethe-Institut/Sonja Tobias Goethe Spracharbeit Berlin Lateinamerika Whiteboard Foto: Goethe-Institut/Sonja Tobias

Medien sind heutzutage in der kindlichen Lebenswelt allgegenwärtig, die Verarbeitung von Medienerlebnissen ist ein wichtiger Bestandteil der frühkindlichen Erfahrungsbildung. Auch der frühe Fremdsprachenunterricht bietet Möglichkeiten, verschiedene Medien einzuführen und zu nutzen.

Die mediale Bildung umfasst sowohl traditionelle Medien, wie Bilder, Bücher, Spiel- und Lernmaterialien, als auch neue (digitale) Medien. Medien können Lernprozesse initiieren, begleiten, unterstützen und – durch die Möglichkeit der Wiederholung – vertiefen. Ebenso kann man mit ihrer Hilfe Ergebnisse sichern und dokumentieren. Unkontrollierter Medieneinsatz hingegen kann das Lernen erschweren und sogar behindern.

Wichtig beim Einsatz von Medien:

  • Auswahl und Einsatz traditioneller und neuer Medien sollten sich nach den Zielen, Inhalten und methodisch-didaktischen Prinzipien des frühen Fremdsprachenlernens richten.
  • Medien sollten dosiert und wohlüberlegt eingesetzt werden.
  • Die bestehenden Medienerfahrungen der Kinder sollten aufgegriffen und genutzt werden.
  • Die Kinder sollten aktiv in die Mediennutzung einbezogen werden.
Die „Nürnberger Empfehlungen zum frühen Fremdsprachenlernen“ und die Handreichungen zum „Qualitätsrahmen für Kindergarten und Vorschule“ formulieren weitere Kriterien und Praxisempfehlungen für den Einsatz von Medien.
goethe.de/kinder
 
Digitale Medien
Neben den traditionellen Medien finden zunehmend digitale Medien einen festen Platz im Unterricht. War es früher noch vor allem Lernsoftware (zum Beispiel Vokabel- und Grammatiktrainer), können heute fremdsprachliche Lernprozesse durch eine fast unüberschaubare Fülle digitaler Lernangebote und Interaktionsmöglichkeiten unterstützt werden.

Das Landesmedienzentrum Baden Württemberg fasst unter anderem folgende Einsatzmöglichkeiten zusammen:
  • Online-Sprachkurse, Tandem-Lernen sowie diverse Übungsmöglichkeiten
  • Nutzung authentischer Texte, besonders im Audio- und Videobereich
  • Informationen über die Zielkultur durch Internetrecherchen
  • Kontakte zu Sprechenden und Lernenden der Zielsprachen durch E-Mail-Projekte, Blogs, Foren und soziale Netzwerke
  • Gelegenheiten zur Selbstdarstellung im Rahmen handlungs- und produktionsorientierter Verfahren
  • Verbesserung der Lernarrangements im Klassenzimmer durch White- beziehungsweise Smart-Boards
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg: Medienbildung

Es wird empfohlen, digitale und herkömmliche Medien für das Fremdsprachenlernen zu kombinieren. „Die Auswahl der Medien wird bestimmt von den Aufgabenformaten, vom Kompetenzziel und dem allgemeinen und sprachlichen Kenntnisstand der Lernenden, von ihren Bedürfnissen und Interessen sowie ihrem individuellen Lernstil. Gleichwohl lassen sich viele Ziele und Anliegen des Fremdsprachenunterrichts durch die Informations- und Kommunikationstechnologien besser erreichen als durch den ausschließlichen Einsatz von Print- und anderen traditionellen Medien:
  • „Obgleich der Reiz des Neuen weitgehend verflogen ist, zeigen Untersuchungen, dass Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien nach wie vor motivationssteigernd wirkt. Das liegt zum einen an den Möglichkeiten eines direkten individuellen Feedbacks bei Online-Übungsmöglichkeiten und -Kontakten, zum anderen an der (ästhetischen) Ausgestaltung von Medienauftritten.
  • Die Möglichkeiten des Zugriffs auf die verschiedensten Formen originaler fremdsprachlicher Texte tragen dazu bei, die Zielsprache authentisch zu erleben.
  • Durch digitale Medien ist ein Lernen mit allen Sinnen sehr viel leichter möglich als durch Lehrwerkarbeit und den Einsatz herkömmlicher Technologien.
  • Individualisiertes Lernen und kooperatives Arbeiten werden durch die Fülle der Medienangebote gefördert.
  • Interkulturelle Kommunikationsfähigkeit – das Globalziel des Lehrens und Lernen von Fremdsprachen – ist durch die Kontakt-, Teilhabe- und Selbstdarstellungsmöglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien besser zu erreichen.“
 

Quellen

De Florio-Hansen, Inez: Medienbildung im Fremdsprachenunterricht.

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