Film, Fernsehen, Hörfunk

Venedig - Performing Architecture - The Veddel Embassy © Foto: Christian Bartsch Venedig - Performing Architecture - The Veddel Embassy Foto: Christian Bartsch

Film

Die Goethe-Institute sind mit mehr als fünf Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern in über 98 Ländern jährlich die weltweit aktivsten Botschafter des deutschen Films. An den 159 Goethe-Instituten finden pro Jahr rund 2.500 Filmvorführungen statt, vom Stummfilmklassiker bis hin zu aktuellen deutschen Kinoerfolgen.

Ein umfangreiches Archiv deutscher Filme, Seminare und Workshops mit deutschen und internationalen Filmemachern sowie die Beteiligung an Filmfestivals und die Organisation eigener Reihen und Festivals im Ausland sind die Eckpunkte der Aktivitäten des Goethe-Instituts im Bereich Film. Sie bieten deutschen und internationalen Filmemachern eine Plattform für gemeinsame Projekte in aller Welt.


Das Goethe-Institut hat ein zentrales Filmarchiv in Deutschland und 40 Filmarchive in aller Welt, die die Institute und Bildungsorganisationen im Ausland mit deutschen Filmen für ihre Programme versorgen. Die einzelnen Produktionen sind auf Englisch, Spanisch, Französisch und oft auch in zahlreichen weiteren Sprachfassungen untertitelt. Insgesamt stehen knapp 900 Filme zur Verfügung, kontinuierlich werden hochwertige Produktionen zum Neukauf ausgewählt. Das Spektrum reicht von deutschen Stummfilmklassikern der 20er Jahre bis hin zu den aktuellen Spielfilmproduktionen. Auch Kinder- und Jugend- sowie Dokumentar-, Kurz- und Musikfilme gehören zum Bestand des Filmarchivs.


Deutsche Filmprogramme und Publikumsgespräche sind ein wichtiger Bestandteil der Aktivitäten der Goethe-Institute im Ausland.
Der Spielfilm stellt mit 75 Prozent aller Veranstaltungen den größten Anteil an den Filmprogrammen. 60 Prozent der gezeigten Produktionen sind aktuelle Gegenwartsfilme.

Die Filmprogramme verlassen häufig die Räume der Goethe-Institute und gehen auf Tour: etwa beim Filmzug in Rabat oder beim Filmbus in Jakarta. Filmprogramme an Universitäten oder anderen zentralen Orten ergänzen die Palette. In Frankreich macht Ciné Allemand tausende Schüler mit dem deutschen Film vertraut.

Das Goethe-Institut veranstaltet oder beteiligt sich an annähernd 150 lokalen, nationalen und internationalen Filmfestivals auf allen Kontinenten. Es berät und unterstützt die Festivals, gestaltet deutsche Schwerpunkte oder thematische Programmfenster mit deutschen Filmbeiträgen und lädt Regisseurinnen und Filmemacher aus Deutschland ein.

Darüber hinaus ist es selbst Initiator wichtiger eigener deutschsprachiger oder europäischer Festivals wie etwa „Berlin and Beyond“ in San Francisco oder dem „German Film Fest Australia“ in Australien.

Auch für Festivals in Deutschland ist das Goethe-Institut ein wichtiger Partner oder Unterstützer. Seit 2003 lobt es jährlich einen eigenen Dokumentarfilmpreis aus, seit 2011 im Rahmen des Internationalen Dokumentarfilmfestivals – DOK Leipzig.

Eine besonders nachhaltige Form der kulturellen Zusammenarbeit sind die Seminare, Fortbildungen und Workshops für Filmschaffende. Deutsche Filmemacherinnen und Filmemacher arbeiten mit ihren Kolleginnen und Kollegen im Ausland oder präsentieren ihre Filme vor Ort, um im gegenseitigen Austausch Wissen und Fertigkeiten in Bereichen wie Regie, Drehbuch, Kamera oder Schnitt zu vertiefen. In den Workshops entstehen durch die neuen digitalen Low-Budget-Produktionsmöglichkeiten immer öfter auch kommerziell erfolgreiche Kurzfilme aller Genres. Organisiert werden solche Veranstaltungen in der Regel von den Goethe-Instituten im Ausland.

Berlinale Talents ist eine Initiative der Internationalen Filmfestspiele in Berlin und eine der weltweit wichtigsten Talentförderer und Netzwerkplattformen für aufstrebende Filmemacher. Jedes Jahr kommen 300 herausragende Talente aus verschiedenen Arbeitsfeldern im Bereich Film zu Berlinale Talents für ein umfassendes sechstägiges Programm mit Gesprächsveranstaltungen, Workshops und Netzwerktreffen. Das Goethe-Institut lädt dabei angehende Filmkritikerinnen und Filmkritiker nach Berlin ein, um an dem gemeinsam mit Berlinale Talents und FIPRESCI organisierten „Talent Press“ Workshop teilzunehmen und unter Anleitung erfahrener Mentoren über die Berlinale Talents, sowie das Festival und seine Filme zu berichten.

Talent Press

Fernsehen

In Zusammenarbeit mit den deutschen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zeigen die Goethe-Institute weltweit herausragende deutsche TV-Produktionen. Insbesondere in Schwellen- und Transformationsländern stehen Kooperationen im Fokus, die Qualitätsfernsehen unterstützen und fördern. Wichtige Kooperationspartner sind die internationale Fernsehkonferenz INPUT und das Kinderfernsehfestival Prix Jeunesse. Außerdem arbeitet das Goethe-Institut bei einer Reihe von nationalen und internationalen Film- und Fernsehproduktionen mit Sendeanstalten in Deutschland und im Ausland zusammen.


Die Förderung von Qualitätsfernsehen steht bei der Kooperation mit TV-Sendern weltweit im Mittelpunkt. Im Rahmen seiner Programmarbeit im Ausland zeigt das Goethe-Institut herausragende Produktionen der deutschen Sendeanstalten.

Bessere Konzepte und Programme für das Fernsehen stehen auch im Mittelpunkt bei der Kooperation mit der Internationalen Fernsehmesse INPUT. Der Fachbereich Film, Fernsehen und Hörfunk unterstützt diese Aktivitäten durch die Organisation entsprechender Fortbildungsprogramme. Auf Grundlage der internationalen INPUT-Beiträge organisieren die Goethe-Institute vor Ort lokale oder regionale „Mini-INPUTs“.

Im „Prix-Jeunesse-Koffer“ stellt das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit der Stiftung Prix Jeunesse die besten internationalen Fernsehproduktionen für Kinder und Jugendliche zusammen. Die Filme kommen in Workshops zum Einsatz, die professionelle Fernsehmacher bei der Entwicklung von Qualitätsstandards im Kinderfernsehen unterstützen.

Grundsätzlich gilt, dass nur projektbezogene Unterstützung gewährt werden kann. Die Goethe-Institute im Ausland sind in ihrer Programmgestaltung autonom. Projekte werden stets dialogorientiert mit einem Gastlandpartner durchgeführt. Anfragen sind daher am besten direkt an die Goethe-Institute im Ausland zu richten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Goethe-Institut auch als Koproduzent an der Realisierung von Filmen mitwirken, insbesondere bei Beiträgen, die ein Thema von landeskundlicher oder kulturpolitischer Bedeutung mit internationaler Dimension behandeln.

Hörfunk

Internet, Livestream, Webradio oder Podcast: Das Radio profitiert von neuen technischen Verbreitungsformen und auch der Möglichkeit, selbst Inhalte zu produzieren und zu veröffentlichen. Die deutsche Hörfunklandschaft der öffentlich-rechtlichen Sender zeichnet sich durch Qualität und Vielfalt aus: Unterschiedlichste Audioformate, die Entwicklung neuer Hörkunst und der künstlerische Umgang mit dem Medium sorgen für eine große Aufmerksamkeit für das Medium Radio. Das Goethe-Institut unterstützt herausragende und innovative Projekte im Hörfunk-Bereich wie zum Beispiel das Format "Radiobrücke". Auch Aktivitäten zum Hörspiel und zur Hörkultur sind Bestandteil der Programmarbeit des Goethe-Instituts.

In Kooperation mit der Deutschen Welle sowie anderen Sendern und Institutionen bieten die Goethe-Institute im Ausland Workshops für Radio-Journalistinnen und -journalisten insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern an. Seminare und Panels nehmen sowohl inhaltliche als auch gesellschaftliche Aspekte des Hörfunks in den Fokus. Darüber hinaus präsentieren die Goethe-Institute im Rahmen ihrer Programmarbeit Hörspielproduktionen und vermitteln Expertenwissen aus Deutschland und den Gastländern für internationale Kooperationen und Projekte im Bereich Hörkunst und Hörspiel.

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