Literatur

Messestand Frankfurter Buchmesse Foto: Goethe-Institut/Loredana La Rocca

Das Goethe-Institut stärkt den Dialog und die Zusammenarbeit der internationalen literarischen Beziehungen und leistet Beiträge zur Stärkung der Präsenz deutscher Literatur im Ausland. Der Fachbereich Literatur und Übersetzungsförderung versteht sich als Berater und Impulsgeber für die Goethe-Institute im Ausland und die an internationalen Kooperationen interessierten Träger der Literaturvermittlung.

Im Vordergrund der Arbeit des Fachbereichs stehen Qualitätssicherung, die Festigung und der Ausbau des Partnernetzes, die Koordinierung von großen, grenzüberschreitenden Projekten sowie die Vorbereitung und Ko-Organisation von Buchmessen-Auftritten im In- und Ausland. Hierbei wird der Fachbereich durch einen Beirat, der sich aus Akteurinnen und Akteuren des Literarturbetriebs zusammensetzt, unterstützt.

Literaturvermittlung

Bei seiner Zusammenarbeit mit verschiedenen literarischen Einrichtungen und Institutionen des Literaturbetriebs in Deutschland, wie den Literaturhäusern, dem Haus für Poesie, Literaturarchiven und -museen, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Frankfurter und der Leipziger Buchmesse sowie diversen Stiftungen (Robert Bosch Stiftung, S. Fischer Stiftung, Alfred Toepfer Stiftung und andere) verfolgt das Goethe-Institut einen Ansatz, der weniger kommerziellen als vielmehr ästhetischen und außenkulturpolitischen Gesichtspunkten folgt.

Zu den verschiedenen Literaturförderungsmaßnahmen und -programmen im Ausland zählen vor allem Einladungen von deutschen Autorinnen und Autoren, die Organisation von Buchpräsentationen, Lesungen, Podiumsgesprächen, Schreib- und Übersetzerwerkstätten, die Präsenz auf ausländischen Buchmessen und gemeinsame Aktivitäten mit den oben genannten Partnern. Berücksichtigt werden dabei sämtliche Facetten und Sparten der Literatur.
Aber auch abseits von Veranstaltungen, engagiert sich der Fachbereich für die Stärkung lokaler Szenen, in Form von Verlegerfortbildungen oder  anderen Maßnahmen zur Stabilisierung oder Entwicklung von Buchmarktstrukturen.

Parallel zur Leipziger Buchmesse veranstaltet der Bereich Literatur und Übersetzungsförderung außerdem jährlich ein einwöchiges Fortbildungsseminar zur deutschen Gegenwartsliteratur und ihrer Präsenz an den Goethe-Instituten im Ausland. Ein weiteres Fortbildungsseminar findet in Berlin statt und bietet einen Überblick über die gegenwärtige Literaturszene mit besonderer Fokussierung auf Vermittlungsformaten.

Das breit gefächerte Online-Angebot mit Themendossiers und interaktiven Websites bietet einen vielseitigen Einblick in Strömungen und Tendenzen der deutschen Gegenwartsliteratur.

www.goethe.de/literatur

Übersetzungsförderung / Residenzprogramme

Die Übersetzungsförderung des Goethe-Instituts ist das am längsten bestehende und umfassendste Programm dieser Art im deutschen Sprachraum. Vom Kinderbuch bis zur philosophischen Abhandlung wurde seit 1974 die Übersetzung von über 5.000 Büchern in 45 Sprachen unterstützt.

Das Programm richtet sich an ausländische Verlage, die selbst für die Auswahl der Titel und die Verpflichtung eines geeigneten Übersetzers verantwortlich sind. Informationsveranstaltungen der Goethe-Institute im Ausland geben oftmals entscheidende Impulse für ein Übersetzungsvorhaben. Im Fall einer Bewilligung erstattet das Goethe-Institut dem Verlag nach Erscheinen der Fremdsprachenausgabe einen Anteil der Übersetzungskosten zurück.

Die Goethe-Institute im Ausland bilden die wichtigste Schnittstelle zu den Verlagen. Sie nehmen deren Bewerbungen entgegen und geben eine Stellungnahme zu den Übersetzungsprojekten ab. Über die Förderung entscheidet ein Ausschuss, der viermal jährlich in der Zentrale des Goethe-Instituts zusammentritt.

Pro Jahr erreichen das Goethe-Institut rund 500 Bewerbungen um Übersetzungsförderung, von denen rund zwei Drittel berücksichtigt werden können. Aktuelle Belletristik sowie in zunehmendem Maße auch Kinder- und Jugendliteratur bilden den Schwerpunkt der Förderung. Daneben spielen Sachbücher und wissenschaftliche Publikationen eine bedeutende Rolle.
www.goethe.de/uebersetzungsfoerderung

Residenzprogramm für Übersetzer

Unter dem Motto „Bücher übersetzen – Brücken schlagen“ bietet das Goethe-Institut seit 2008 jährlich vier Arbeitsstipendien für Literaturübersetzerinnen und -übersetzer aus dem Ausland an. Kooperationspartner sind die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. sowie die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, die ihre Stiftungshäuser auf Gut Siggen (Schleswig-Holstein) und in Dresden-Hellerau als Wohn- und Arbeitsorte zur Verfügung stellen.

Qualifizierte Übersetzerinnen und Übersetzer, die mindestens zwei größere Werke übersetzt haben, können sich während des vier- bis sechswöchigen Aufenthalts einem aktuellen Übersetzungsprojekt aus dem Bereich der deutschsprachigen Belletristik widmen. Das Stipendium ist mit 1.500 Euro dotiert und beinhaltet die Übernahme der Reise- und Verpflegungskosten. Nach Möglichkeit runden Treffen mit den zu übersetzenden Autorinnen und Autoren oder Besuche bei Verlagen in der Region den Aufenthalt ab. Bewerbungen nimmt der Fachbereich entgegen.
www.goethe.de/uebersetzerstipendium
 

Litrix.de – Deutschsprachige Literatur online

Litrix.de ist ein Programm zur aktiven Vermittlung aktueller deutschsprachiger Literatur und zur Förderung ihrer Übersetzung. Litrix.de wurde 2003 von der Kulturstiftung des Bundes als Initiativprojekt in der Trägerschaft des Goethe-Instituts gegründet und ist seit 2009 integraler Bestandteil des Bereichs Literatur und Übersetzungsförderung des Goethe-Instituts.

Die dreisprachige Website www.litrix.de/ dient als weltweites Informationsportal, das aktuelle Titel aus den Bereichen Belletristik, Sachbuch sowie Kinder- und Jugendbuch mit ausführlichen Buchbesprechungen und aussagekräftigen Textauszügen bzw. Probeübersetzungen vorstellt. Außerdem stellt die Website alle wichtigen Informationen zu den präsentierten Autor/innen und Illustrator/innen bereit und bietet den Nutzern die Möglichkeit, direkt mit den deutschen Verlagen Kontakt aufzunehmen, deren Bücher von der Litrix.de-Fachjury in das Förderprogramm aufgenommen wurden.

Litrix.de arbeitet angebotsorientiert und wendet sich gezielt an diejenigen, die im internationalen Literaturaustausch die Weichen für die Übersetzung deutschsprachiger Bücher stellen: an Verleger/innen, Lektor/innen, Literaturvermittler/innen und Übersetzer/innen weltweit. Daher erscheint die Website außer auf Deutsch auch auf Englisch als lingua franca des internationalen Kulturaustauschs. Zusätzlich werden die ausgewählten Bücher noch in einer dritten Sprache vorgestellt, die sich aus der jeweiligen Schwerpunktsetzung des Litrix-Übersetzungsförderungsprogramms ergibt.

Zugeschnitten auf sein weltweites Informationsangebot bietet Litrix.de nämlich ein eigenes Förderprogramm an, das jeweils für mehrere Jahre die Übersetzung der vorgestellten Bücher in eine bestimmte Sprache unterstützt. Diese Förderschwerpunkte werden nach kulturpolitischen Gesichtspunkten festgelegt und waren bisher: die arabische Welt, China, Brasilien, Argentinien (Hispanoamerika) und Russland.

Von 2015 - 2018 steht die Arabische Welt im Fokus der Vermittlungsbemühungen von Litrix.de. Das bedeutet auch, dass begleitend zu den Informationen auf dem Webportal und zur Förderung der Übersetzung der aktuell vorgestellten Bücher ins Arabische in enger Kooperation mit den Goethe-Instituten in der Arabischen Welt Veranstaltungen durchgeführt werden, um die deutschsprachige Gegenwartsliteratur vor Ort aktiv ins Gespräch zu bringen.
 
2019/20 wird Griechisch die neue Schwerpunktsprache von Litrix.de sein, d.h. ab Anfang 2019 erscheint die Website auf Deutsch, Englisch und Griechisch, und das Litrix-Übersetzungsförderungsprogramm richtet sich dann an Verlage in Griechenland und auf Zypern.

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